Maskottchen Lauzi und Sänger Alexander Knappe vor der Partie  FC Energie Cottbus - SC Fortuna Köln Maskottchen Lauzi und Sänger Alexander Knappe vor der Partie FC Energie Cottbus - SC Fortuna Köln ©
Maskottchen Lauzi und Sänger Alexander Knappe vor der Partie  FC Energie Cottbus - SC Fortuna Köln

Eutiner Alexander Knappe – vom Fußballplatz auf die großen Bühnen

Musik und Fußball – das ist eine erfolgversprechende Kombi, wie nicht nur BSG Eutin/Malente-Spieler Alexander Knappe beweist. Der 32-Jährige spielte in der Jugend sogar für die U17-Nationalmannschaft – bis er seine großen Ambitionen früh beenden musste.

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Ein kleiner blonder Junge mit einem Fußball, die Zeile „Lasst uns alle das Erinnern nicht verlernen“ und mittendrin – Sänger Alexander Knappe. So sieht das Video zu seiner Single „Viel zu lange her“ aus und in diesen dreieinhalb Minuten steckt sehr viel mehr Wahrheit, als es ein Musikvideo vermuten lassen würde.

Denn was viele Menschen nicht ahnen: Der heute 32-Jährige, der bei der BSG Eutin in der Kreisklasse A Fußball spielt, war auf dem besten Wege, Profifußballer zu werden. Geboren in Cottbus, landete er mit 13 Jahren auf der Sportschule von Hertha BSC, an seiner Seite Spieler wie Kevin-Prince Boateng, Sejad Salihovic, Patrick Ebert oder Ashkan Dejagah – alles echte Kerle, die es im Profifußball weit gebracht haben. Und er selbst? 2001 spielte er unter anderem mit Marten Laciny – besser bekannt als Rapper Marteria – sogar in der U17 für den DFB, doch dann der Schock: Mit 18 Jahren erlitt Knappe einen Kreuzbandriss und hakte seine Fußballkarriere damit ab. Ein schwerer und sehr mutiger Entschluss.

Im Fußballstadion das Singen gelernt

Doch Alexander Knappe erinnerte sich zurück an die unzähligen Trainingslager, die er über die Jahre mitgemacht hatte und bei denen seine Teamkollegen ihm immer wieder bestätigten, dass er nicht nur ein guter Fußballer, sondern vor allem auch ein toller Sänger ist. Und da entschloss er sich kurzerhand, aus der Fußball- eine Musikkarriere zu machen. Denn für den 32-Jährigen gehörten Musik und Fußball schon immer zusammen. „Als Kind war ich häufig beim FC Energie Cottbus im Stadion, natürlich mittendrin im Fanblock, und da lernt man das Singen“, schmunzelt Knappe. Im Fußballstadion das Singen gelernt, bei Trainingslagern das Talent zum Singen entdeckt und nach dem Kreuzbandriss den Entschluss zur Musikerkarriere gefasst – immer wieder gingen die beiden Leidenschaften des gebürtigen Cottbussers Hand in Hand.

Sänger Alexander Knappe (Lausitzer Legenden) beim Traditionsspiel Lausitzer Legenden vs. SG Dynamo Dresden Sänger Alexander Knappe beim Traditionsspiel der Lausitzer Legenden gegen SG Dynamo Dresden ©

Es war ein harter Weg bis hin zum Plattenvertrag, doch das Fußballspielen machte ihn schon früh zum Kämpfer. Er bewies Durchhaltevermögen und im Alter von 26 Jahren nahm ihn das Hamburger Label Ferryhouse unter Vertrag. Im Sommer 2012 brachte er dann seine Single „Sing mich nach Hause“ raus und erlebte damit vor allem hier im Norden einen ersten Höhenflug. RSH promotete das Nordlicht ordentlich und für einige Fans wurde diese Single zum Sommerhit. Im August desselben Jahres wurde sein Debütalbum „Zweimal bis Unendlich“ veröffentlicht und schaffte es bis Platz 21 der deutschen Albumcharts. Bis heute folgten mit „Die Zweite“ und dem Livealbum „Musik an. Welt aus“ zwei weitere Großprojekte. In die deutschen Singlecharts schafften es bisher mit seiner Debütsingle „Weil ich wieder zu Hause bin“ und „Bis meine Welt die Augen schließt“ zwar nur zwei Titel, doch vor allem im Norden hat sich der Musiker einen Namen gemacht.

Und das ist auch kein Wunder – denn noch bevor er seinen Plattenvertrag in Hamburg unterschrieben hatte, kam er nach Eutin zur Bundeswehr und begann, viele Kontakte zu knüpfen. Er fing das Fußballspielen bei der BSG Eutin an und baute sich eine zweite Heimat im hohen Norden auf. Mittlerweile lebt er in Berlin – der Norden mit Ostseeküste und Holsteinischer Schweiz ist für ihn „ein schöner Gegensatz zur Schnelllebigkeit in der Hauptstadt“ und so ist er alle zwei Wochen in Hamburg, Eutin und Umgebung unterwegs. Da klingt es nur logisch, dass seine Texte meist unterwegs entstehen. „Vor allem im Zug habe ich oft die besten Einfälle“, gesteht der 32-Jährige.

„Einmal BSG – immer BSG“

Zurück zur Single „Viel zu lange her“ … In der zweiten Strophe singt er „samstags, grüner Rasen, auswärts fahren“ und natürlich steckt auch hierin wieder der Bezug zu seinem eigenen Leben. Denn seit das Wahl-Nordlicht vor gut zehn Jahren nach Eutin zur Bundeswehr kam, kickt er mit Zweitspielrecht für die BSG Eutin und ist sich sicher: „Einmal BSG – immer BSG.“ Denn für ihn ist die BSG ein ganz besonderer Verein, da sie sich sehr für Integration und Inklusion einsetzt.

Dass es jetzt auch sportlich wieder bergauf geht, ist für den Stürmer so gut wie sicher. Mit zwölf Punkten Vorsprung auf die zweitplatzierte SG Insel Fehmarn II „sollte der Aufstieg zurück in die Kreisliga das Ziel sein“, so Knappe. Der durchaus erfolgverwöhnte Stürmer hat außerdem schon in einem DFB-Pokalspiel gestanden. Im Jahr 2012 ging es in der ersten Runde mit dem SV Falkensee-Finkenkrug gegen den VfB Stuttgart – zwar saß Knappe bei der 0:5-Niederlage über die volle Spielzeit auf der Bank, ein besonderer Moment war es trotzdem.

2012 stand Knappe mit dem SV Falkensee-Finkenkrug im DFB-Pokal - verlor aber dem VfB Stuttgart. 2012 stand Knappe mit dem SV Falkensee-Finkenkrug im DFB-Pokal - unterlag aber dem VfB Stuttgart. © IMAGO

Die Balance zwischen Fußball und Musik klappt also offensichtlich gut, auch wenn sich die Prioritäten mittlerweile verschoben haben. Aus dem fußballverrückten Hertha-Talent, das im Fanblock des FC Energie Cottbus das Singen lernte, wurde ein Musiker, der den Sport hintanstellt.

Trotzdem geht das eine nicht ohne das andere, das weiß auch Knappe. „Aber Kabinenmusik ist schon etwas anderes – da darf sogar mal Schlager gespielt werden“, lacht der 32-Jährige. Sonst ist dieses Genre ein absolutes No-Go für ihn. Stattdessen hört er viel Coldplay – auch, um vor den Spielen und Auftritten runterzukommen.

Fußball und Musik – eine vielversprechende Kombination

Und dass Fußball und Musik eine vielversprechende und durchaus gängige Kombination ist, beweist nicht nur das Beispiel Knappe. Sein ehemaliger Nationalmannschaftskollege Marten Laciny ist heute einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands. Der Fußball und vor allem sein Heimatverein Hansa Rostock sind für ihn noch lange nach seinen erfolgreichen Jugendzeiten eine Herzensangelegenheit. Marteria ist zur Identifikationsfigur eines ganzen Clubs geworden.

Diese Liste lässt sich beinahe unendlich lange weiterschreiben. Über den dritten Boateng-Bruder, der ebenfalls im Rapbusiness ist, oder Jérôme, der selbst auch gern Musiker geworden wäre. Tim Bendzko, der in der Jugend für Union Berlin spielte, oder Petr Čech, der bei Youtube Videos von seinen Schlagzeugkünsten teilt. Andere Beispiele sind natürlich Musiker, die eng verbunden sind mit bestimmten Vereinen, wie Lotto King Karl, der eindeutig zum HSV gehört, oder Die Toten Hosen, die mittlerweile beinahe zum Düsseldorfer Vereinsinventar zählen.

Fußballspieler mit Tunnelblick und XXL-Kopfhörern sind in den letzten Jahren zum gewohnten Bild geworden und nicht nur die Jungs vom BVB teilen ihre Kabinenplaylists mit den Fans. Ganz eindeutig: In Zeiten, in denen Barcelona-Profi Gerard Piqué und Popstar Shakira eine Bilderbuchehe führen und Tim Bendzko mit Bayern-Fans eine neue Vereinshymne schreiben soll, ist eindeutig bewiesen: Musik und Fußball – das ist eine Liebesbeziehung.

Region/Lübeck Kreis Ostholstein BSG Eutin BSG Eutin (Herren) FC Energie Cottbus Hertha BSC 1.FC Union Berlin Hamburger SV F.C. Hansa Rostock SV Werder Bremen Fortuna Düsseldorf Hertha BSC

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