Fromlowitz galt als eines der größten Torwart-Talente. 2008 kam er aus der Gerry-Ehrmann-Schule in Lautern zu 96. 58-mal stand er im Bundesliga-Tor für Hannover. Nach dem Tod von Robert Enke (10. 11. 2009) trat er das Erbe an. Fromlowitz hielt 96 in der Liga. Es folgte die 96-Sensationssaison mit zehn Siegen in der Hinrunde. Zum Rückrundenstart wurde Fromlowitz durch Ron-Robert Zieler ersetzt. Sein sportlicher Weg führte danach abwärts: Über Duisburg (2011), Dresden (2012) und Wiesbaden (2014) landete er 2015 in Homburg.  Fromlowitz galt als eines der größten Torwart-Talente. 2008 kam er aus der Gerry-Ehrmann-Schule in Lautern zu 96. 58-mal stand er im Bundesliga-Tor für Hannover. Nach dem Tod von Robert Enke (10. 11. 2009) trat er das Erbe an. Fromlowitz hielt 96 in der Liga. Es folgte die 96-Sensationssaison mit zehn Siegen in der Hinrunde. Zum Rückrundenstart wurde Fromlowitz durch Ron-Robert Zieler ersetzt. Sein sportlicher Weg führte danach abwärts: Über Duisburg (2011), Dresden (2012) und Wiesbaden (2014) landete er 2015 in Homburg.  © imago
Fromlowitz galt als eines der größten Torwart-Talente. 2008 kam er aus der Gerry-Ehrmann-Schule in Lautern zu 96. 58-mal stand er im Bundesliga-Tor für Hannover. Nach dem Tod von Robert Enke (10. 11. 2009) trat er das Erbe an. Fromlowitz hielt 96 in der Liga. Es folgte die 96-Sensationssaison mit zehn Siegen in der Hinrunde. Zum Rückrundenstart wurde Fromlowitz durch Ron-Robert Zieler ersetzt. Sein sportlicher Weg führte danach abwärts: Über Duisburg (2011), Dresden (2012) und Wiesbaden (2014) landete er 2015 in Homburg. 

Ex-96-Torwart Fromlowitz: "Es ging nur noch darum, dass ich lebend aus der Geschichte rauskomme"

Als Robert Enke sich am 10. November 2009 das Leben nahm, wurde er die neue Nummer eins im 96-Tor: Für Florian Fromlowitz war die Last am Ende zu groß. Es folgten eine Karriere voller Zweifel und der sportliche Absturz. Im Interview spricht Fromlowitz über schwere Verletzungen, seinen Kampf mit dem Tod - und Pläne für die Zeit nach dem Fußball.

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Er war der Mann, der nach Robert Enke kam. Vor etwas mehr als sieben Jahren nahm sich der damalige 96-Nationaltorwart das Leben und sein Ersatzmann Florian Fromlowitz wurde zur Nummer eins in Hannover.

Für Fromlowitz war die Last am Ende zu groß, es folgten eine Karriere voller Zweifel und der sportliche Absturz von der Bundesliga bis in die Regionalliga. Derzeit arbeitet er beim Viertligisten FC Homburg an seinem Comeback. Ob der 30-Jährige noch mal auf den Platz zurückkehrt, ist ungewiss. Doch Fromlowitz ist dankbar – und hat Pläne für die Zeit nach dem Fußball.

Hallo, Herr Fromlowitz, wo erwischen wir Sie gerade?

Florian Fromlowitz: Ich fahre zu meiner täglichen Reha nach Kaiserslautern, da kenne ich den Physio auch noch gut aus FCK-Zeiten. Ich bin hier auch sesshaft geworden in Landstuhl. Gesundheitlich bin ich jetzt so weit, dass ich auf drei Behandlungen in der Woche reduziert habe. In den nächsten Wochen will ich dann testen, ob mein Knie den torwarttypischen Belastungen standhält.

Was ist passiert?

Im Oktober 2015 habe ich mir im Spiel gegen Saarbrücken das Knie verdreht – Meniskusschaden. Ich habe mich dann noch bis zur Winterpause durchgequält, musste dann aber operiert werden. Worst Case, Infektion, Blutvergiftung. Am Ende ging es im Grunde nur noch darum, dass ich lebend aus der Geschichte wieder rauskomme. Das war schon sehr, sehr happig.

58-mal stand Florian Fromlowitz für Hannover 96 im Bundesliga-Tor. Nach seinem Weggang führte sein sportlicher Weg abwärts.

Nach der vierten OP und drei Wochen im Krankenhaus hatten sie den Keim dann endlich im Griff. Als ich dann dort entlassen wurde, war mein körperlicher Zustand natürlich katastrophal. Ich habe mich im vergangenen Jahr dann noch mal operieren lassen, um den letzten Rettungsanker zu setzen. Natürlich wird das Knie nie mehr wie vorher sein. Aber ich bin Gott dankbar, dass ich wieder gesund bin und keine Amputation vorgenommen werden musste, wie es kurzzeitig seitens der Ärzte zur Debatte stand.

Sie haben sich verändert nach Ihrer Zeit bei 96. Sie spielten bei Duisburg, Dresden, Wehen-Wiesbaden …

Mein Weg ging ja nach Hannover stetig bergab – aber ich bin jetzt ausgeglichener geworden, ruhiger vom Charakter her. In Hannover hatte ich die schönste Zeit und habe eine Menge dazugelernt. Deshalb ist die Gesundheit jetzt das Wichtigste.

Was ist von Ihrem Traum Bundesliga-Torwart geblieben?

Mein Traum hat sich auf jeden Fall erfüllt. Man sollte immer dankbar sein. Ich bin stolz darauf, ein Teil der 96-Geschichte gewesen zu sein. Auch nach dem Tod von Robert, dass wir das Boot auf Kurs gehalten, den Klassenerhalt geschafft und danach den Europapokal erreicht haben. Es war ’ne schöne Zeit und ’ne Supertruppe, gerade in dieser schwierigen Phase. Wir sind da noch mal zusammengerückt. Vielleicht kann ich von diesen Erfahrungen auch was weitergeben.

Diese Frage muss leider kommen: Was haben Sie am 10. November 2016 gemacht, dem siebten Todestag von Robert Enke?

Natürlich habe ich an Robert gedacht, an seine Frau, an die Familie. Auch wenn man damals kommunikativ und privat nicht so viel miteinander zu tun hatte, ist es so, dass ich immer wieder gerne auf die Zeit zurückblicke. Robert hat mich auch ein bisschen zu dem gemacht, was ich heute bin, und zu dem Torwart, der ich geworden bin. Ich habe damals gerne die Rolle der Nummer zwei erfüllt, habe mich gerne hinter ihn gesetzt, weil ich wusste: Davon kann ich profitieren. Deshalb wird mir sein Todestag immer in Erinnerung bleiben. So wie Robert das Torwartspiel verkörpert hat, war er für mich damals der Beste in Deutschland.

TRAINING MIT DER NUMMER EINS: Im Sommer 2009 stand Florian Fromlowitz noch im Schatten von Nationaltorwart Robert Enke.  TRAINING MIT DER NUMMER EINS: Im Sommer 2009 stand Florian Fromlowitz noch im Schatten von Nationaltorwart Robert Enke.  © Ulrich zur Nieden

Nachfolger von Enke, der sich das Leben genommen hat – das konnten Sie nicht schaffen.

Natürlich war das eine Mammutaufgabe. Ich wollte kein Mitleid, habe mich durchgebissen – auch im nächsten Jahr im Konkurrenzkampf gegen Markus Miller. Dass die Karrieren meiner Konkurrenten in der Folgezeit so nach oben geschossen sind, dazu habe ich dann auch – so kurios es klingt – meinen Teil beigetragen. Sei es Ron-Robert Zieler, der es dann sogar zum Nationaltorwart gebracht hat, sei es Felix Wiedwald in Duisburg, der jetzt auch im Bundesligator steht, oder Benny Kirsten in Dresden, der dort seine beste Saison spielte und Publikumsliebling wurde. Im Nachhinein betrachtet habe ich nicht immer die ideale Entscheidung hinsichtlich meiner Vereinswahl getroffen, aber letztlich stets meine Leistung gebracht.

Sind Sie zu schnell weg aus Hannover, als sich der damalige Trainer Mirko Slomka für Zieler als Nummer eins entschieden hatte?

Ja, ich würde sagen, dass es schon einer meiner größten Fehler war. Dieser Überraschungswechsel im Tor – wir standen ja wirklich in der Tabelle sehr, sehr gut – hat mich natürlich zurückgeworfen. Ich wäre gerne noch in Hannover geblieben, die Mannschaft war toll, aber ich bin dem eigenen Ego gefolgt und wollte irgendwo anders spielen. Das würde ich heute definitiv anders machen.

*Im Nachhinein hat Slomka mit Zieler ja alles richtig gemacht ... *

Man kann ihm die Entscheidung nicht groß ankreiden. Zieler hat ja dann in der Saison solide gehalten und im Europacup auch konstant seine Leistungen gebracht, ist dann sogar in die Nationalmannschaft gekommen. Mirko Slomka wird ja auch immer mit Manuel Neuer in Verbindung gebracht, da hat er auch das richtige Näschen gehabt. Deswegen kann man auch nicht große Widerworte finden, so dass ich die Entscheidung im Nachhinein auch verstanden habe.

Im zweiten Teil des XXL-Interviews geht es weiter: Florian Fromlowitz spricht über seinen Ruf in der Zeitung, fehlendes Vertrauen - und seine Perspektive nach dem Fußball.

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