24. Februar 2018 / 01:00 Uhr

Stürmer-Legende Joachim Streich: „Ich wünsche beiden den Aufstieg“

Stürmer-Legende Joachim Streich: „Ich wünsche beiden den Aufstieg“

Johannes Weber
Joachim Streich trug jeweils das Trikot des FC Hansa Rostock und des 1. FC Magdeburg.
Joachim Streich trug jeweils das Trikot des FC Hansa Rostock und des 1. FC Magdeburg. © Jens Wolf
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Bei Hansa Rostock ging sein Stern auf, in Magdeburg wurde der Wismarer Joachim Streich zur Fußball-Legende. Sportbuzzer sprach mit dem früheren Torjäger über das Topspiel im Ostseestadion.

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Herr Streich, wem drücken Sie am Sonnabend die Daumen?
Joachim Streich: Es soll schon der Bessere gewinnen. Aber ich wünsche mir, dass am Ende beide aufsteigen – was ja auch noch machbar ist. Magdeburg könnte mit einem Sieg einen Riesenschritt in Richtung 2. Liga machen, Rostock im Erfolgsfall oben dranbleiben. Das macht den großen Reiz dieses Spiels aus. Sollte Magdeburg gewinnen, wird es allerdings schwer für Hansa, auf einen der ersten beiden Plätze zu kommen. Der Relegationsplatz bleibt aber auch dann noch in Reichweite.

Wer ist Ihr Favorit?
Streich: Für mich sind die Rostocker leicht favorisiert, weil sie zu Hause spielen. Wobei ihre Heimbilanz nicht so überragend ist, auswärts haben sie meistens besser und auch erfolgreicher gespielt. Aber die Rostocker wissen: Wenn sie noch mal ganz oben angreifen wollen, brauchen sie einen Sieg. Das sind die besten Voraussetzungen für ein gutes und spannendes Spiel.

Ist Magdeburg auf dem Weg in die 2. Liga noch zu stoppen?
Streich: Die Mannschaft hat aufgrund der mangelnden Chancenverwertung gerade auswärts oft was liegengelassen. Magdeburg war zwar nie die schlechtere Mannschaft, aber sie haben ganz einfach das Tor nicht getroffen! Auf einmal ist dann der Vorsprung geschmolzen – bei der Drei-Punkte-Regelung geht das ruckzuck. Doch nach den jüngten Erfolgen ist die Mannschaft voller Selbstvertrauen und hat auch ihren Teamgeist wiedergefunden. Es sind nicht die überragenden Einzelspieler, die den Erfolg ausmachen, sondern dass sie als Mannschaft auftreten.

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Sie gehen davon aus, dass Magdeburg es dieses Mal packt?
Streich: Ja, weil ich es mir ganz einfach wünsche. Unabhängig davon, dass ich in der Region schon viele Jahre wohne und auch lange in Magdeburg gespielt habe. Ich wünsche mir, dass aus dem Bereich des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes mehr Mannschaften in der 2. Liga spielen. Magdeburg und Rostock sind in der 3. Liga Spitzenreiter, was die Zuschauer betrifft und auch in der 2. Liga würden sie mit im vorderen Drittel dabei sein. Daran sieht man, welche Begeisterung, welche Leidenschaft die Fans hier entwickeln. Mehr Mannschaften aus dem NOFV-Bereich würden der 2. Liga guttun.

Was ist das Erfolgsrezept des 1. FC Magdeburg?
Streich: Dass auf allen Ebenen des Vereins Ruhe eingekehrt ist, dass solide gewirtschaftet wird und auch finanziell alles ins Reine gebracht wurde. Zudem wurde die Mannschaft gezielt zusammengestellt und schrittweise entwickelt. Auch durch Rückschläge hat man sich nicht von diesem Weg abbringen lassen. Kurzum: Es ist Kontinuität bewiesen worden, das bringt letztendlich auch Erfolg.

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Sie fiebern immer noch mit.
Streich: Aber nicht nur für Magdeburg, ich vergesse ja nie, wo ich groß geworden bin – und das ist nun mal Hansa. Ich freue mich immer, ins Ostseestadion zu kommen und freue mich am Samstag auf ein interessantes, spannendes Spiel, bei dem ich neutral sein werde. Wie gesagt, ich wünsche beiden den Aufstieg, wobei Magdeburg Hansa noch ein Nasenlänge voraus ist.

Woran liegt das?
Streich: Weil schon seit ein paar Jahren mit Ruhe und Kontinuität gearbeitet wird. Auf diesen Weg ist Hansa erst mit der Verpflichtung von Trainer Pavel Dotchev gekommen. Er hat eine Mannschaft geformt, die schrittweise an die 2.Liga denken kann. So wie ich es von außen einschätze, scheinen insgesamt im Verein, was die einzelnen Gremien betrifft, alle an einem Strang zu ziehen. Darauf kann man aufbauen. Und es zeigt sich ja, dass sie Erfolg haben. Ob in Magdeburg oder Rostock – jahrelang war es doch so: rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln – und unter dem Strich kam nichts dabei raus. Wenn das Zusammenspiel zwischen Vereinsführung und Sportlicher Leitung funktioniert, dann entwickelt sich was. Das sieht man in Magdeburg und jetzt auch in Rostock.

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Sie sind im Stadion dabei?
Streich: Es ist ein Spiel zweier Spitzenmannschaft der 3. Liga. Mit meiner Vergangenheit kann ich mir das nicht entgehen lassen (lacht). Ich hoffe, dass beide Fanlager ihre Mannschaft unterstützen und sich nicht irgendwelche Krawallmacher gegenseitig die Köppe einhauen. Gerade in dieser Phase, in der Rostock und Magdeburg auf dem Weg sind, sportlich etwas zu erreichen, wäre das äußerst schade.

Interview: Sönke Fröbe

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