Daniel Klewer Mit 40 noch gut in Form: Daniel Klewer spielte Anfang September mit einem FCH-Allstar-Team gegen Hansas Aufstiegshelden von 2007. © Ove Arscholl
Daniel Klewer

Ex-Hansa-Torwart Klewer ist jetzt Mentalcoach bei St. Pauli

In Rostock wurde er zum Bundesligakeeper, beim 1. FC Nürnberg als Elferkiller im DFB-Pokal berühmt / Beim Kiezklub betritt der Ex-Torwart nun Neuland

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Hamburg. Die Anzahl seiner Bundesligaeinsätze ist überschaubar. Auf 26 Spiele im Fußball-Oberhaus brachte es Daniel Klewer in 14 Jahren als Profi. Beim 1. FC Nürnberg hat sich der gebürtige Rostocker trotzdem unsterblich gemacht: Mit sechs parierten Elfmetern ebnete Klewer dem „Club“ den Weg zum DFB-Pokalsieg 2007.

Davor hatte er bereits bei seinem Heimatverein Hansa Rostock einen Superlativ gesetzt: Als er 2004 nach mehr als 20 Jahren den Koggenklub in Richtung Franken verließ, ging Klewer als vereinstreuester Profi der Bundesliga. In diesem Sommer hat sich der langjährige Keeper und Ex-Torwarttrainer des 1.FC Nürnberg auf neues Terrain begeben: Klewer arbeitet seit Anfang August als Mentalcoach und Yogalehrer beim FC St. Pauli.

„Ich wollte mittelfristig vom Platz weg. Das habe ich jetzt kurzfristig geschafft – umso schöner!“, sagt der 40-Jährige, dessen Vertrag als Torwarttrainer im vergangenen Jahr in Nürnberg nicht verlängert worden war. Klewer nutzte diese Zäsur für einen beruflichen Neuanfang: Er machte eine sportpsychologische Weiterbildung an der Deutschen Sporthochschule Köln und absolviert zudem seit einem Jahr eine Yogalehrer-Ausbildung. „Ich wollte mit 50 nicht mehr auf dem Platz stehen und den Torhütern die Bälle in die Hand schießen“, sagt Klewer, sondern „noch wertvollere Arbeit machen und mich selbst weiterentwickeln“.

Durch Roger Stilz – früher Co-Trainer in Nürnberg, mittlerweile Chef des Nachwuchsleistungszentrums beim FC St. Pauli – kam der Kontakt zum Hamburger Zweitligisten zustande. „Für den Moment bin ich total glücklich, dass ich diesen Weg gewählt habe. Weil ich merke, dass mir die Arbeit unheimlich Spaß macht“, so Klewer.

Auch privat passt bei dem 1,92 Meter großen Ex-Torwart alles. „Ich wollte möglichst nah ran an die Heimat, meine Familie und meine Tochter Charlott in Rostock viel öfter sehen“, erklärt Klewer. Auch seine Frau Ulrike, sie ist Ärztin und stammt aus Strasburg in Vorpommern, zog es zurück in den Norden. Seit ein paar Wochen wohnt das seit 2012 verheiratete Paar im Hamburger Schanzenviertel, nicht weit vom Millerntorstadion entfernt.

Bei St. Pauli arbeitet der Ex-Keeper vor allem mit den Toptalenten des Klubs an der Schnittstelle vom Jugend- zum Profibereich. „In Rostock wurde ich damals als junger Torwart ins kalte Wasser geworfen. Das war keine einfache Zeit, da hätte ich mir jemanden gewünscht, der mich begleitet und unterstützt“, sagt Klewer. Er wolle nun „jemand sein, den ich damals vermisst habe, als ich Profi geworden bin“. Sein erster Bundesliga- Trainer bei Hansa war Ewald Lienen – der ist heute Sportchef beim FC St. Pauli. Mit der Verpflichtung seines früheren Schützlings hatte Lienen aber nichts zu tun: „Wir haben uns bei meiner Vorstellung getroffen, Ewald war völlig überrascht, hat erst mal gar nichts gesagt und mich dann gefragt: ,Was machst du denn hier!?'“.

Daniel Klewer Daniel Klewers größter Erfolg: der DFB-Pokalsieg 2007 mit Nürnberg. © Archiv

Trotz seiner sechs parierten Strafstöße im DFB-Pokal 2007: Ein mental starker Spieler sei er nicht gewesen gewesen, urteilt der einstige Elfmeterkiller, der seine aktive Laufbahn 2010 beendete. „Ich hatte es schwer, mit meinen Ängsten umzugehen oder auch Kritik richtig einzuordnen“, sagt der Ex-Hansa-Profi, der seit 34 Jahren Mitglied beim Koggenklub ist. Erst am Ende seiner aktiven Karriere und später als Torwarttrainer sei er „darauf gestoßen, welche Bedeutung das Mentale im Sport hat“, erklärt Klewer: „Wenn der Kopf nicht stimmt, kannst du technisch, taktisch und athletisch noch so gut geschult sein – du bekommst deine Leistung nicht auf den Platz.“

Auf seine Karriere als Berufsfußballer blickt der Neu-Hamburger zufrieden zurück. „Ich habe in 14 Jahren als Profi 13 Jahre in der Bundesliga gespielt und mit Nürnberg den DFB-Pokal gewonnen. Darauf bin ich sehr stolz“, sagt er, räumt aber ein: „Ein paar mehr Spiele hätten es schon sein dürfen.“

Region/Mecklenburg Vorpommern F.C. Hansa Rostock (Herren)

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