14. August 2018 / 12:02 Uhr

Jetzt spricht Ex-Ullrich-Teamkollege Kessler: "Jan sollte von mir kein Mitleid erwarten" 

Jetzt spricht Ex-Ullrich-Teamkollege Kessler: "Jan sollte von mir kein Mitleid erwarten" 

Dennis Ebbecke
Ein Bild aus glücklichen Tagen: Jan Ullrich und Matthias Kessler fuhren gemeinsam großartige Erfolge ein. Heute kann Ulles Wasserträger dem einstigen Tour-Sieger leider nicht mehr helfend zur Seite stehen.
Ein Bild aus glücklichen Tagen: Jan Ullrich und Matthias Kessler fuhren gemeinsam großartige Erfolge ein. Heute kann "Ulles" Wasserträger dem einstigen Tour-Sieger leider nicht mehr helfend zur Seite stehen. © imago/Sirotti
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Die Sportwelt sorgt sich um Jan Ullrich. Nun hat sich mit Matthias Kessler auch der ehemalige Wasserträger des einstigen Tour de France-Champions zu Wort gemeldet und über seine Machtlosigkeit in Bezug auf "Ulles" Probleme gesprochen. 

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Während Jan Ullrich nach einem Prostituierten-Skandal mit anschließender Zwangseinweisung in die Psychiatrie inzwischen wieder auf freiem Fuß ist und seine Therapie in einer Entzugsklinik angetreten hat, geben immer mehr Bekannte und Weggefährten des gefallenen Stars ihre Sicht der Dinge zu Protokoll. So forderte Ex-Radsport-Legende Dietrich Thurau, "Ulle sofort in eine geschlossene Anstalt" zu bringen, "damit er nicht mehr frei draußen rumläuft".

Mit nicht ganz so drastischen Aussagen, aber doch mit einem klaren Standpunkt im Gepäck ging mit Matthias Kessler nun ein Mann an die Öffentlichkeit, der Ullrich besser kennt als viele andere.

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Im Interview mit t-online.de erklärte der ehemalige Magenta-Fahrer und Teamkollege des in die Schlagzeilen geratenen Ex-Radsportlers, wie es zur Entfremdung mit "Ulle" gekommen war. "Der Kontakt zu Jan war immer ganz gut - bis er meinte, er habe jetzt neue super Freunde", erinnerte sich Kessler. Aus Sicht des 39-Jährigen ist Ullrich in den falschen Freundeskreis geraten, der es für seine Kumpels aus früheren Radsporttagen schwieriger machte, an ihn heranzukommen.

Kessler redet Klartext: "Da ist Jan Ullrich auch selbst schuld"

Spätestens seit der Trennung von seiner Frau hatte sich Jan Ullrich stark verändert und sich mit anderen Menschen umgeben: "Da konnte ich so wie viele andere nichts mehr tun. Wir alle waren machtlos." Allerdings ist den Worten Kesslers auch zu entnehmen, dass die neuen Freunde nicht die alleinige Schuld an dem stetigen Absturz seines ehemaligen Magenta-Kameraden tragen. "Da ist er auch selbst schuld und sollte von mir als Freund und Ex-Teamkollege kein Mitleid erwarten", sagte Kessler in Bezug auf Ullrichs Drogen- und Alkoholprobleme.

Das sind harte Aussagen des Mannes, der zwischen 2000 und 2006 den Großteil seiner aktiven Karriere als Ullrich-Helfer im Sattel verbracht hatte. Vermutlich ist diese direkte Konfrontation aber der einzige sinnvolle Weg, denn laut Kessler "können alle nur hoffen, dass Jan selbst will und Ärzte ihm helfen können". Die Zeiten, in denen Matthias Kessler seinem Kumpel helfend zur Seite stehen konnte, scheinen vorbei. Auch weil er aufgrund der "neuen super Freunde" nicht mehr an seinen langjährigen Wegbegleiter herankommt ...

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