Nach einem verschenkten Jahr bei Greuther Fürth freut sich Sebastian Mielitz jetzt auf seine erste Auslandsstation. Nach einem verschenkten Jahr bei Greuther Fürth freut sich Sebastian Mielitz jetzt auf seine erste Auslandsstation. © imago/Zink
Nach einem verschenkten Jahr bei Greuther Fürth freut sich Sebastian Mielitz jetzt auf seine erste Auslandsstation.

Ex-Werder-Torwart Sebastian Mielitz im Interview: "Ich werde zum Grenzgänger"

2. Bundesliga: Bei Greuther Fürth hat Sebastian Mielitz keine Zukunft mehr, jetzt wechselt er nach Dänemark. Im Sportbuzzer-Interview spricht der Keeper aus Oberhavel über eine Saison zum Vergessen, den Schritt ins Ausland und die Tragik des Torhüters.

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Fußball-Zweitligist Union Berlin ist morgen (15.30 Uhr) im Saisonfinale zu Gast bei Greuther Fürth. Torhüter Sebastian Mielitz steht dann mal wieder nicht im Kader der Kleeblätter. Im Heimaturlaub in Oberhavel spricht der gebürtige Zehdenicker über sein schwieriges letztes Jahr und das bevorstehende Auslandsabenteuer.

Lernen sie schon fleißig Dänisch?
Nein, das nicht. Natürlich ist es etwas Besonderes, ins Ausland zu wechseln, wo eine fremde Sprache gesprochen wird. Aber mit Englisch kommt man dort mit Mitspielern und Trainern gut zurecht.

Sie wechseln im Sommer zum dänischen Erstligisten Sönderjysk. Welchen Eindruck haben Sie von Ihrem neuen Club?
Ich war ja im Februar schon eine komplette Woche da, konnte den Verein kennenlernen und mir alles anschauen. Ich habe voll mittrainiert, sogar ein Freundschaftsspiel bestritten. Der Club ist sehr familiär und gut strukturiert, das passt gut zu mir. Sie haben ein gutes Trainerteam. Und die Verantwortlichen haben sich sehr für mich interessiert. Ich wollte mich damals noch nicht entscheiden, mir auch andere Möglichkeiten offen lassen. Aber sie haben nicht locker gelassen, das hat mich sehr beeindruckt.

Gab es denn andere Angebote?
Es gab Anfragen aus Deutschland und dem Ausland. Aber ich habe mich für Sönderjysk entschieden, weil ich dort ein gutes Umfeld habe, um wieder erfolgreich Fußball zu spielen. Das war die oberste Prämisse. Und das kann man nur, wenn man auch auf dem Platz steht.

Das war zuletzt bei Greuther Fürth nicht mehr so oft der Fall. Sie kamen in der abgelaufenen Spielzeit nur auf zwei Einsätze für die Reserve in der Regionalliga Bayern.
Sportlich war es natürlich kein schönes Jahr. Es hört sich blöd an, aber aus familiärer Sicht hatte das auch Vorteile. Ich konnte viele Momente mit meinem Sohn erleben. Aber natürlich will man immer spielen.

Sie waren bei Fürth die Nummer eins, durften dann im Sommer 2016 nicht einmal mehr mit ins Trainingslager. Hat der Verein versucht, Ihnen diese Entscheidung zu erklären?
Im Fußball gibt es nun mal manchmal Geschichten, die man nicht erklären kann. Ich will da nicht nachkarten. Ich habe mich immer professionell verhalten, mir nichts zu Schulden kommen lassen. Bei der U23 habe ich ein Top-Torwarttraining geboten bekommen. Aber natürlich kann man die Matchpraxis durch nichts ersetzen.

Was hat Sie in dieser Phase motiviert, obwohl Sie wussten, dass Sie am Wochenende wieder nicht spielen?
Meine Familie hat mich aufgefangen. Es war keine leichte Zeit, aber ich gehe gestärkt daraus hervor. Und es waren ja auch nicht nur schlechte Zeiten, ich hatte in Fürth auch ein gutes Jahr. Ich weiß, dass ich als Fußballer einen Traum lebe. Das war meine Motivation, jeden Tag zum Training zu gehen. Ich wusste, irgendwann wird sich wieder eine Tür öffnen. Für diesen Zeitpunkt wollte ich topfit sein. Und so ist es ja nun auch gekommen.

Jetzt also das Abenteuer Dänemark. Haderslev, wo Sönderjysk zu Hause ist, liegt nicht weit von der deutschen Grenze entfernt.
Wir wollen weiter in Deutschland leben. Ich werde dann zum Grenzgänger. Ein halbe Stunde pendeln, das ist okay.

Mit Lukas Fernandes treffen Sie dort auf einen talentierten dänischen Keeper. Wie wollen Sie sich durchsetzen?
Es ist nun mal die Tragik des Torhüters, dass nur einer spielen kann. Da gilt es, sich zu profilieren. Ich habe schon einiges erlebt, in der Bundesliga gespielt, mit Werder Bremen sogar in der Champions League – das will ich in die Waagschale werfen und den Trainer überzeugen. Aber Garantien gibt es im Fußball nicht, das habe ich auch gelernt.

Empfinden Sie den Wechsel nach Dänemark als Schritt zurück?
Sönderjysk hätte sich fast für die Europa League qualifiziert. Und das wichtigste ist, dass ich wieder regelmäßig spiele. Dann kann ich mich dort vielleicht auch wieder für höhere Aufgaben empfehlen.

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