06. März 2017 / 22:46 Uhr

Exklusiv: RB holt zweiten starken Mann und kämpft an der Schwarzmarkt-Front

Exklusiv: RB holt zweiten starken Mann und kämpft an der Schwarzmarkt-Front

Guido Schäfer
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Rasenballsport Leipzig
RB Leipzig ist seit Wochen in der Spur, um den Handel mit Schwarzmarkt-Tickets einzudämmen. © Imago
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Bei RB Leipzig tritt im Mai ein neuer kaufmännischer Leiter seinen Dienst an. Wie die LVZ exklusiv erfuhr, wird Matthias Reichwald der neue starke Mann neben Oliver Mintzlaff. Unterdessen geht der Klub weiter gegen die Schwarzmarkt-Szene vor.

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Leipzig. RB wächst und gedeiht, liefert zuverlässig Stoff. Auch an einem ganz normalen Montag. Als da wären...

1.) Der erste und wichtige Neuzugang ist perfekt, fängt am 1. Mai an, kann alles, nur nicht kicken. Und 44 ist er auch schon.

2.) Am Sonnabend kommt es beim Spiel RB – Wolfsburg zum Duell zweier weltmännischer Ü-30-Fußballer. Es duftet nach Espresso und es plätschert der Arno.

3.) RB kämpft weiter gegen den Ticket-Schwarzmarkt, hat einen Abzocker ausfindig gemacht, dem der Sinn nach einem Offiziellen Fanclub und Kohle stand.

Der Reihe nach.

Am Dienstag, 11 Uhr, müssen die Fußballer von Cheftrainer Ralph Hasenhüttl nach zweitägigem Kurzurlaub wieder ran. Die einzige öffentliche Einheit, danach wird geheim trainiert. RB will sich vorm Sonnabend-Spiel gegen Wolfsburg (15.30 Uhr) nicht in die Karten blicken lassen. Eine Personalie ist  unstrittig: Der gelbgesperrte Stefan Ilsanker wird von Rani Khedira ersetzt.

Und: RB-Routinier Marvin Compper trifft auf seinen Ex-Kollegen vom AC Florenz, Nationalspieler Mario Gomez. Laut Compper ist Gomez ein „wunderbarer Typ und Fußballer“. Beide sind 31 und erleben keinen schlechten zweiten Frühling. Übrigens: Compper und Emil Forsberg haben sich im Aktuellen Sportstudio glänzend aus der Affäre gezogen. Wer die Rasenballer bis dato nicht lieb hatte, hat sie jetzt lieb.

Während das kickende Personal alles unternimmt, um das internationale Geschäft wahr werden zu lassen, wird hinter den Kulissen nicht minder hingebungsvoll an der Zukunft gearbeitet. Nach LVZ-Informationen ist Vorstandschef und Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, 41, auf der Suche nach einer weiteren treibenden Kraft fündig geworden. Matthias Reichwald tritt am 1. Mai den Posten des Chief Commercial Office (CCO) an. Zu Deutsch: Kaufmännischer Leiter. Der weitgereiste 44-Jährige war zuletzt Europa-Chef des dänischen Schuhherstellers Ecco. Zuvor stand Reichwald bei der Odlo Sports GmbH unter Vertrag. Odlo ist in Europa Marktführer beim Thema funktionelle Sportunterbekleidung.

Matthias Reichwald ist neuer Geschäftsführer bei Rasenballsport
Matthias Reichwald (Foto) tritt demnächst bei Rasenballsport Leipzig den Posten des Chief Commercial Office an. © PR
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Mintzlaff und Reichwald haben eine gemeinsame Vergangenheit beim Herzogenauracher Sportartikelhersteller Puma, beide kennen und schätzen sich.

Reichwald ist der neue starke Mann in der Geschäftsführung und Mintzlaffs rechte Hand, soll Einnahmen- und Ausgabenseite optimieren. RB steht auf dem Rasen und außerhalb vor großen Herausforderungen, macht sich fit für internationalen Fußball und Erfordernisse des Financial Fair Play. Ex-Geschäftsführer Ulrich Wolter gehört nach wie vor dem Vorstand an, ist als Head of Operations unter anderem für Spielbetrieb und Stadionfragen zuständig.

Auffallend: Bei der Besetzung zentraler Positionen setzen die RB-Bosse auf Männlein/Weiblein, mit denen sie gute Erfahrungen gemacht haben. So hat Sportdirektor Ralf Rangnick die Entwicklung des Nachwuchszentrums in bewährte Stuttgarter Hände gelegt (Thomas Albeck und Frieder Schrof), machte seinen Ex-Spieler Zsolt Löw zum Co-Trainer und freut sich schon auf die Zusammenarbeit mit Per Nilsson, der vom 1. Mai an als Rangnicks Assistent fungieren wird. Löw und Nilsson haben in Hoffenheim unter Rangnick gespielt.

Erneut Schlag gegen Schwarzmarkt-Händler

Es gibt Neuigkeiten in Sachen Schwarzmarkt-Tickets. RB ist seit Wochen in der Spur, um den Handel mit Tickets einzudämmen. Jetzt wurde eine Kanzlei beauftragt, die auch für Bayern München, Borussia Dorrmund, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt in der Spur ist. Die Kanzlei beobachtet den (Schwarz-)Markt, scannt Internet-Plattformen wie Ebay und Viagogo und mahnt überführte Geldvermehrer ab. Schon die Abmahnung kann je nach Umfang des Vergehens mehrere Hundert Euro kosten.

RB legt selbst Hand an, um den Abzockern das Handwerk zu legen. Am Rande des Köln-Spiels wurde in einem Hotel in Bahnhofsnähe eine Tupper-Party der besonderen Art gestört. Das Schweizer Unternehmen Viagogo hält seit Saisonbeginn an Spieltagen in besagtem Hotel Hof, vertickt überteuerte Karten an verzweifelte Fans. Die Tickets kommen vornehmlich von Dauerkartenbesitzern, die mit gefälschten Identitäten in den Besitz von zig Karten gekommen sind und diese versilbern. RB-Mitarbeiter hatten die Geschäftsanbahnungen im Hotel auch schon vorm HSV-Spiel gestört und mehrere Abzocker ausfindig gemacht.

Ein Betrüger ist den Rasenballern in der vergangenen Woche ins Netz gegangen. Der Überführte wollte angeblich einen Offiziellen Fanclub (OFC) mit zweistelliger Mitgliederzahl gründen. Offizieller Grund: Unstillbare Liebe zum Verein. Wahrer Grund: Unstillbare Geldgier. Der OFCler in spe hatte vor, über das verbriefte Vorkaufsrecht der Fanclub-Mitglieder an günstige Tickets zu kommen, um diese dann bei Ebay, Viagogo und Co. zu verkaufen. Der Betrug ist aufgeflogen.

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