12. September 2018 / 18:18 Uhr

Falkenthaler Füchse: Von Fußballnächten und Metallzäunen 

Falkenthaler Füchse: Von Fußballnächten und Metallzäunen 

Christoph Brandhorst
In Oberhavel genoss die Falkenthaler Fußballnacht lange Zeit Kultstatus. Die Neuauflage konnte der Gastgeber 2016 sogar selbst gewinnen.
In Oberhavel genoss die Falkenthaler Fußballnacht lange Zeit Kultstatus. Die Neuauflage konnte der Gastgeber 2016 sogar selbst gewinnen. © Christoph Brandhorst
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Landesklasse Nord: Die Falkenthaler Füchse gibt es erst seit 1994 – seitdem nahm der Club eine rasante Entwicklung.

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Am Anfang war alles eine Schnapsidee. Fußball in Falkenthal? Das hatte es bis dahin noch nicht gegeben. „Wir waren alle überall verteilt, haben in Liebenwalde, Grüneberg oder Häsen gespielt“, erinnert sich Heiko Dräger. „Aber wir waren alle nicht besonders glücklich. Irgendwann haben wir dann beschlossen, die Sache alleine zu machen“, so der 47-Jährige. Also hielt man 1994 mit sieben Mitgliedern eine Gründungsversammlung ab. Dräger war dabei, als der FC Falkenthaler Füchse aus der Taufe gehoben wurde.

Das allererste Spiel, ausgerechnet ein Derby gegen die Kicker aus dem benachbarten Liebenwalde, gewannen die Füchse durch ein spätes Siegtor mit 2:1. „Wir hatten Glück, dass wir gleich eine gute Mannschaft beisammen hatten, die relativ schnell erfolgreich war“, weiß Dräger, der heute noch stellvertretender Vorsitzender und Nachwuchsleiter im Verein ist. „Außerdem kamen in regelmäßigen Abständen gute Jugendspieler in den Männerbereich nach – so kam das Ganze in Schwung und wir konnten sogar eine zweite Mannschaft gründen.“

​Heiko Dräger: "Das war ein Kraftakt"

Die sportliche Qualität trug Früchte. 2011 stiegt man als Fußball-Kreismeister aus Oberhavel in die Landesklasse auf – nur eine Zwischenstation. Nach Platz 7 im Premierenjahr auf Landesebene feierten die Kicker aus dem 670-Einwohner-Dörfchen als Staffelsieger sogar den Aufstieg in die Landesliga. Seit ein paar Jahren zeigt der Trend allerdings wieder nach unten. Die Männer des FCF kämpfen in der Landesklasse um den Ligaverbleib. „Die Mentalität ist eine andere geworden“, sagt Heiko Dräger, „aber der Zusammenhalt ist immer noch groß.“

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Das habe sich erst jüngst wieder beim Einbau der automatischen Beregnungsanlage auf dem Falkenthaler Sportplatz gezeigt. „Das war ein Kraftakt“, bemerkt das Vorstandsmitglied. Damit habe man wieder ein Zeichen setzen können, auch wenn der Kreis derer, die regelmäßig mit anpacken, kleiner geworden sei. Wenn im nahegelegenen Liebenberg Jahr für Jahr zur Adventszeit der Weihnachtstrubel ausbricht, helfen die Falkenthaler als Parkplatzeinweiser aus.

​Mit Samba-Tänzerinnen auf den Platz

Auch eine Auflage des Fußball-Landesverbandes (FLB) konnte die Füchse 2013 nicht stoppen. „Staffelleiter Ingo Widiger fuhr damals nur zufällig durch Falkenthal und sah den Sportplatz – so kam der Stein ins Rollen“, erinnert sich Dräger an die Posse um den Metallzaun. Damals forderte der FLB die Falkenthaler auf, ihr Sportplatzareal komplett einzuzäunen. Seit 2015 steht die 650 Meter lange und 2,20 Meter hohe Begrenzung, die am Ende mehr als 25 000 Euro kostete. „Das hat uns damals ziemlich hart getroffen. Heute ist der Zaun ein Glücksfall“, so der Ur-Fuchs. Eltern müssten nun beim Junioren-Training nicht mehr ständig nach den kleinsten Kickern Ausschau halten, sie können nicht direkt auf die angrenzende Straße laufen. „Für uns ist das sicherer. Als ich Herrn Widiger das letzte Mal getroffen habe, habe ich mich bei ihm bedankt“, verrät Dräger mit einem Schmunzeln.

Zum Publikumsmagneten wurde der Sportplatz im Löwenberger Land durch ein anderes Event: die Falkenthaler Fußballnacht. Das Flutlicht-Turnier, das traditionell am letzten Juli-Wochenende stattfand, mauserte sich zu einem echten Highlight in der Sommervorbereitung. Spieler, die von Samba-Tänzerinnen begleitet auf den Platz marschierten – das gab es nur in Falkenthal. Jedes Jahr kamen mehrere Tausend Zuschauer. 2017 gab es die bis dato letzte Auflage. Aber die Falkenthaler Füchse haben in der Vergangenheit ja gezeigt, dass sie so schnell nicht aufgeben.

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