USER-BEITRAG Robby Nitzsche © Dominik Brüggemann

Faninitiative will Millionen für Dynamo Dresden sammeln

Robby Nitzsche sorgt sich um das sogenannte Kölmel-Darlehen des Vereins - 11.000 Euro haben Fans schon geschenkt

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Dresden. Als Robby Nitzsche das erste Mal im Stadion von Dynamo Dresden stand, sah er sein künftiges Lieblingsteam verlieren. 0:1 unterlag die Sportgemeinschaft in der Saison 94/95 gegen den späteren Meister Borussia Dortmund und stieg als schwächstes Team der Bundesliga ab. Mittlerweile ist der 30-Jährige aus Sayda bei Seiffen Mitglied des Vereins und Inhaber einer Jahreskarte. Mit der Faninitiative „Schuldentilgung“ sorgt er sich seit 2012 um das sogenannte Kölmel-Darlehen des Vereins. Die 5,845 Millionen Euro muss der Verein zum Stichtag am 30. Juni 2015 an den Medienunternehmer Michael Kölmel zurückzahlen. Nitzsche sammelt Geld auf einem Schenkungskonto, um den Verein dabei finanziell zu unterstützen.

Die Idee hierzu entstand bei der Mitgliederversammlung im Jahr 2012. Die Altlasten des Vereins wie das Kölmel-Darlehen kamen wiederholt zur Sprache. Nietzsche gründete daraufhin die Faninitiative und richtete das Schenkungskonto ein. „Seit der Verein die Aktion und mich in einem Interview auf seiner Homepage vorgestellt hat, geht es durch die Decke. Inzwischen liegen mehr als 11.000 Euro auf dem Schenkungskonto“, berichtet Nitzsche von dem Erfolg der Faninitiative. Viel Freizeit bleibe ihm jetzt nicht mehr. „Es gibt kaum noch einen Moment, an dem ich nicht an das Projekt denke“, so Nitzsche. Er trifft sich unter anderem mit Fans, die noch skeptisch sind, gibt Interviews und sorgt sich um die Homepage. Nitzsche, der nicht selbst in der aktiven Fanszene verankert ist, kann einige Vorbehalte nachvollziehen. „Ich würde zunächst genauso skeptisch sein.“ Jegliche Sorgen seien jedoch unberechtigt. Noch vor dem Beginn im Oktober 2012 wandte er sich an den Verein, stellte die Idee vor und erhielt eine positive Antwort. „Sie haben positiv auf die Faninitiative reagiert“, schildert er den Beginn der Arbeit. Am Montag berichtete er beim Turnustreffen der Fan- und Vereinsvertreter von seinem Projekt. Die Teilnehmer sicherten Nitzsche ihre Unterstützung für seine Initiative zu. Lait Mitteilung von Dynamo Dresden seien sich die Vertreter jedoch auch einig, dass es in erster Linie auf die vom Verein selbst verfolgten Konzepte zur Ablösung des Darlehens ankommen wird.

Wie viel Geld letztlich gesammelt wird, steht für Nitzsche nicht im Vordergrund. „Ich habe keine Milchmädchenrechung aufgeschlagen. Ich möchte etwas bewirken, auch wenn dabei nicht die ganze Summe zusammenkommt.“ Die einzelnen Summen die geschenkt werden, seien zweitrangig. Ob 5 Euro, 19,53 Euro oder 100 Euro: Die notwendigen 5,8 Millionen seien ein Wunschtraum. Aber den Dynamo-Fans könnte es gelingen, ist der Initiator überzeugt. Dies hätte bereits der erfolgreiche Verkauf der Geisterticktes bewiesen. Möglichen Großspendern gibt Nitzsche sogar ein Steuertipp: „Die Schenkungssteuer besagt, dass eine Summe bis 20.000 Euro als Freibetrag in zehn Jahren überwiesen werden kann.“

Bis zum 30. Juni 2015 läuft die Schenkungsaktion. Dann endet das Darlehen und der Verein muss das Geld zurückzahlen. Allerdings gibt es noch andere Lösungen: Michael Kölmel kündigte bereits im Oktober 2013 gegenüber dem MDR an, das Darlehen im Zweifel zu verlängern. Eine andere Lösung könnte eine Fan-Anleihe sein, deren Pläne der bisherige Dynamo-Geschäftsführer Christian Müller ausarbeiten wollte. Oder die Fans schenken der Fan-Initiative tatsächlich ein Vermögen in Millionenhöhe und entlasten ihren Verein selbst.

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