Unschöne Szenen im Hinspiel: Anhänger von Lok Leipzig und dem SV Babelsberg 03 gingen im August im Karl-Liebknecht-Stadion aufeinander los. © MAZ-Online

Fanmarsch, Bannmeile, Alkoholverbot: Lok rüstet sich für brisantes Sicherheitsspiel gegen Babelsberg

Vor der Partie am Sonntag rufen die Gästeanhänger zu einem Fanmarsch zum Stadion auf. Ausschreitungen wie im Hinspiel will Lok um jeden Preis verhindern.

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Leipzig. Der letzte Regionalliga-Spieltag des Jahres wirft seine Schatten voraus: Wenn der SV Babelsberg 03 am Sonntag nach Leipzig kommt, herrscht rund um das Bruno-Plache-Stadion in Probstheida höchste Alarmbereitschaft. Ausschreitungen und Provokationen wie beim Hinspiel, das Lok mit 0:1 verlor, sollen dieses Mal um jeden Preis verhindert werden. Die Babelsberger Anhänger bereiten sich derweil auf einen Fanmarsch zum Stadion vor.

Am Dienstag trafen sich Vertreter von Lok, Polizei und der Stadt zu einem Sicherheitsgipfel. Fest steht: Zum Spiel selbst (Anpfiff: 13.30 Uhr) werden maximal 3000 Fans ins Stadion gelassen. 300 Tickets gingen nach Babelsberg, wovon bereits rund 100 verkauft seien, wie Lok-Sprecher René Gruschka gegenüber LVZ-Online sagte. „Am Spieltag werden die Gästekassen nicht geöffnet sein“, so Gruschka. Rund um das Stadion soll es eine durch Ordner und Polizei abgeriegelte „Bannmeile“ geben. Babelsberger Fans ohne Ticket würden dort nicht hinein gelassen.

Politische Banner, Alkohol und Choreografien untersagt

Die Partie ist nach den Vorkommnissen im Hinspiel als Sicherheitsspiel eingestuft. Lok-Fans hatten sich im August im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion Krawalle mit Polizei und Ordnern geliefert. Während des Spiels kam es auf den Rängen zu unschönen Szenen. Fans beider Klubs kletterten über Absperrungen und gingen aufeinander los. In der zweiten Halbzeit musste die Partie unterbrochen werden, weil Lok-Anhänger auf das Spielfeld stürmten. Zuvor sollen Urin-Bomben in den Gästeblock geflogen sein. Einige Babelsberger Fans hissten schließlich ein Transparent mit der Aufschrift "Raus aus der Sonne, ihr seid braun genug".

Im Bruno-Plache-Stadion seien diesmal Banner mit politischen Inhalten auf beiden Seiten untersagt, kündigte Gruschka an. „Es soll um den Fußball gehen, Politik hat im Stadion nichts verloren“, betonte er. Auch Pyrotechnik sowie Choreografien seien strengstens untersagt, ebenso der Ausschank von Alkohol. Lediglich Fan-Fahnen bleiben erlaubt. Die Kontrollen an den Eingängen würden dafür erheblich verschärft. „Die Zuschauer sollten bei der Anreise mehr Zeit einplanen“, rät Gruschka.

*Babelsberger planen Fanmarsch durch Connewitz *

In den Fanforen der Gäste wird derweil für einen Fanmarsch getrommelt, der am Sonntag nach einer Auftaktkundgebung um 10 Uhr vom S-Bahnhof Connewitz zum Bruno-Plache-Stadion führen soll. SVB-Geschäftsführer Björn Laars wollte sich am Dienstag nicht zu der Demo äußern. Die Initiatoren der „Nordkurve Babelsberg“ rufen dazu auf, ein Zeichen gegen Nazis innerhalb und außerhalb des Stadions zu setzen. Auch die Gastgeber sind dazu aufgerufen, sich an der Demonstration unter dem Motto „Blauweißbunt in Leipzig“ zu beteiligen.

„Es werden auch Lok-Fans dahin gehen“, glaubt Gruschka. „Viele unserer Anhänger sind gegen Nazis.“ Für die Gästefans werde es aber alternativ auch einen Bus-Shuttle-Service vom Hauptbahnhof zum Stadion und zurück geben. „Wir hoffen, dass alles ruhig bleibt“, so der Lok-Sprecher. „Noch wichtiger ist aber, dass wir drei Punkte holen.“ Mit einem Sieg könnten die Probstheidaer die rote Laterne über die Winterpause abgeben, wenn Hertha BSC II am Freitag in Auerbach Federn lässt.

Ob das Spiel überhaupt stattfinden kann, wird sich aber wohl erst am Freitag oder Samstag entscheiden. Nach der witterungsbedingten Absage der Hertha-Partie am vergangenen Wochenende ist der durchweichte Platz im Plache-Stadion  teilweise vereist. Für die kommenden Tage wird von Meteorologen der erste Schnee erwartet. Gruschka zeigt sich dennoch optimistisch. „Ein paar Millimeter sollten aber kein Absagegrund sein.“

Region/Leipzig 1. FC Lokomotive Leipzig (Herren)

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