03. Februar 2018 / 22:06 Uhr

FC Bayern: Ex-Swansea-Trainer über Renato Sanches – „Er war zerstört, als er hier ankam“

FC Bayern: Ex-Swansea-Trainer über Renato Sanches – „Er war zerstört, als er hier ankam“

Sönke Gorgos
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Renato Sanches kam in Swansea bislang kaum zum Zug.
Renato Sanches kam in Swansea bislang kaum zum Zug. © imago
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Paul Clement packt aus: Der frühere Co-Trainer von Carlo Ancelotti sieht den ehemaligen Shootingstar Portugals als tragische Figur. Kam der Ruhm zu früh?

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Muten wir unseren Supertalenten zu viel zu? Bayerns Juwel Renato Sanches scheinen der Leistungsdruck und die Erwartungshaltung zu viel zu werden. Der 20-Jährige, der vom deutschen Rekordmeister aktuell an Premier-League-Kellerkind Swansea City verliehen ist, scheint zumindest ernsthafte Probleme zu haben. Das erklärt sein Ex-Trainer Paul Clement in einem Interview mit der Times. Der Coach schildert seinen früheren Schützling als „zerstörten“ Jungen, der unter dem Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit immer wieder zusammenbricht. Ein tragischer Fall.

Sanches war 2016 nach der EM von Benfica Lissabon zum FC Bayern gekommen, wo er mit den Portugiesen als 18-jähriges Wunderkind sensationell den Titel gewonnen hatte. Der FCB hatte für den Youngster massiv Geld in die Hand genommen – nämlich 35 Millionen Euro. Die Ablöse kann mit Bonuszahlungen auf bis zu 80 Millionen Euro ansteigen, das wäre mit erheblichem Abstand Bundesliga-Rekord. Allein: Daran glaubt inzwischen niemand mehr.

„Es war wirklich traurig“

Denn Sanches kam bei den Bayern mit dem Druck nicht zurecht. Anfang der Saison wechselte er ein wenig überraschend zum kleinen walisischen Verein Swansea City, der in der englischen Premier League spielt. Trainer dort: Paul Clement, den Sanches schon vom FC Bayern her kannte. Dort war Clement nämlich Co-Trainer von Carlo Ancelotti gewesen. Doch auch bei Swansea lief es gar nicht – bis dato hat Sanches gerade einmal zwölf Spiele für die Swans gemacht. Clement wurde mittlerweile entlassen, Sanches ist verletzt.

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„Als er hier ankam, war er noch zerstörter, als ich dachte. Es war wirklich traurig“, sagte Clement rückblickend. „Er war ein Junge, der das Gewicht der Welt auf seinen Schultern trug." Damit kam Sanches aber nie zurecht. Kam der ganz große Druck, kamen die großen Hoffnungen, das riesige Gehalt und die Mega-Investition der Bayern für den damals 18-jährigen Jungen aus Lissabon einfach zu früh? Es hat den Anschein.

„Teufelskreis falscher Entscheidungen“

Clement fällt ein erschütterndes Urteil. „Im Training, wenn es keinen Druck gab, war er der beste Spieler. Dann, in den Spielen, sah ich die Entscheidungen, die er traf.“ Und die waren alles andere als gut: ziellose Schüsse aus 40 Metern Torentfernung, Fehlpässe, Zweikampfschwäche. Was Clement als „Teufelskreis der falschen Entscheidungen“ bezeichnete, brachte auch die Teamkollegen gegen den kleinen Portugiesen auf. „Die anderen Spieler sagten dann: ‚Er spielt so und ich muss draußen bleiben?' Also wurde es immer schwieriger, ihn aufzustellen."

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Zumal die sportliche Situation keine Experimente zuließ. Swansea steckte tief unten drin, der Abstieg aus der Millionen-Liga drohte. Für Sanches war selbst der Druck bei einem kleinen Verein offenbar zu viel – verständlich. Doch eigentlich wollte sich der Teenager aus der Lissaboner Vorstadt Amadora sogar an einen Big Player verleihen lassen. Auf keinen Fall wollte er zum kleinen Klub aus Wales. Clement: „Er war nicht so begeistert. Er dachte, er wechselt zu Manchester United, Chelsea oder Paris Saint-Germain. Bayern aber sagte ihm: ‚Dahin gehst du nicht. Da wäre es dieselbe Situation und du kämst nicht zum Einsatz.'" Zu Recht.

Hoffnung auf Besserung? Wohl kaum

Hoffnungen, dass sich das Blatt noch einmal wendet, haben nur wenige. Inzwischen hat zwar Sanches' Landsmann Carlos Carvalhal Swansea übernommen, doch auch das bringt Renato Sanches wenig. Seit Jahresbeginn fehlt er verletzt. Und auch bei den Bayern scheint keine Zukunft möglich: Immerhin haben die Münchner nach der Verpflichtung von Schalkes Leon Goretzka keinen Bedarf mehr auf seiner Position ...

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