19. Oktober 2018 / 16:25 Uhr

Kommentar zur Medienschelte von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge: Mia san sensibel, neuerdings

Kommentar zur Medienschelte von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge: Mia san sensibel, neuerdings

Patrick Strasser
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Hasan Salihamidzic, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge (v.l.) haben einen bemerkenswerten Auftritt hingelegt.
Hasan Salihamidzic, Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge (v.l.) haben einen bemerkenswerten Auftritt hingelegt. © imago
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SPORTBUZZER-Reporter Patrick Strasser ordnet die denkwürdige Pressekonferenz des FC Bayern ein. Er kommt zu dem Schluss, dass Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic ihr eigenes Weltbild zeichnen.

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Der FC Bayern, der Fußballverein, der – zumindest national – fast immer gewinnt, hat zuletzt vier Spiele nicht gewonnen. Und wer ist schuld daran? Der Trainer? Ausnahmsweise einmal nicht. Später, in ein paar Wochen vielleicht. Fürs erste haben die Bayern-Bosse einen anderen Hauptschuldigen für ihre Misere ausgemacht: Die Medien! Deren bösartige Berichterstattung! Und die Fußball-Experten im Fernsehen! Deren Respektlosigkeit!

Chapeau! Die Bayern haben einmal mehr die Zeichen der Zeit erkannt. Von Trump lernen heißt siegen lernen, haben sie sich an der Säbener Straße vermutlich gedacht. Wenn Trump die Medien schon als „Feinde des Volkes“ brandmarkt, darf Hoeneß die Medien doch wenigstens als Feinde des Fußballs geißeln, oder?

Die Abrechnung der Bayern-Bosse mit den Medien im Video

Man werde sich die „unverschämte, respektlose und polemische“ Berichterstattung nicht mehr bieten lassen, werde gerichtlich dagegen vorgehen, polterten Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, Präsident Uli Hoeneß und Sportchef Salihamidžić unisono.

Ganz neu ist das alles nicht. Was hat es in den vergangenen Jahrzenten der teilweise kurios bis niedlich anmutenden Kokonisierung dieses Klubs und seiner höchst eigenen Wahrnehmung der Dinge nicht schon alles gegeben. Journalisten werden belehrt, beurteilt, bedroht, beschimpft.

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FC Bayern zeigt sein hauchdünnes Nervenkostüm

Doch diese verstörende Pressekonferenz offenbarte etwas Neues. Ein hauchdünnes Nervenkostüm der Bayern-Bosse. Eine Feinfühligkeit in eigener Sache, wie sie im Profi-Fußball noch nicht zu besichtigen war. Und eine ganz eigenwillige Einteilung der Welt: Bayern und Böse.

Bleibt festzuhalten: Hochmut und Selbstherrlichkeit sind keine guten Ratgeber. Wer sich auf Artikel 1 des Grundgesetzes („Die Würde des Menschen ist unantastbar“) beruft und wenig später die Leistung eines Ex-Spielers als „Scheißdreck“ (Hoeneß über Bernat) bezeichnet, hat nicht nur peinlich daneben geschossen, sondern Volley ins eigene Tor.

Unter den aktiven Bayern-Fans gibt es übrigens durchaus Strömungen, die sich gegen die jahrzehntelange Alleinherrschaft von Hoeneß und Rummenigge positionieren. Es sind Minderheiten, die gegenüber dem Großteil der Anhänger kein Gehör finden, weil die in ewiger Dankbarkeit und Treue die Marke FC Hoeneß fanatisch bejubeln. Noch.

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Von sportlicher Krise ablenken

Mit der Pressekonferenz wollten die Bosse ihren Verein und seine Spieler verteidigen. Neue Fans werden sie so nicht gewinnen. Immerhin eines ist ihnen gelungen. Über die sportliche Krise bei den Bayern spricht derzeit niemand mehr. Niko Kovac dürfe das gefallen. Insgeheim.

Haben die Bayern mit ihrer harten Medienkritik recht? Hier abstimmen!

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