12. November 2018 / 12:06 Uhr

Kommentar: Der FC Bayern muss sich radikal erneuern – auf allen Ebenen! 

Kommentar: Der FC Bayern muss sich radikal erneuern – auf allen Ebenen! 

Marco Fenske
Twitter-Profil
Vorstand, Sportliche Führung, Mannschaft - beim FC Bayern läuft es nicht. <b>SPORT</b>BUZZER-Chef Marco Fenske fordert radikale Veränderungen.
Vorstand, Sportliche Führung, Mannschaft - beim FC Bayern läuft es nicht. SPORTBUZZER-Chef Marco Fenske fordert radikale Veränderungen. © imago/Montage
Anzeige

Der FC Bayern hat es verpasst, einen Umbruch einzuleiten – dafür bekommt er jetzt die Quittung. Sieben Punkte Rückstand in der Liga, blamable Auftritte abseits des Platzes, keine klare Hierarchie in der Mannschaft und keine klare Führung im Klub lassen nur einen Schluss zu: Der FC Bayern muss sich radikal erneuern. Jetzt. Ein Kommentar von SPORTBUZZER-Chef Marco Fenske.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

123 Kilometer sind alle Spieler des FC Bayern gegen Borussia Dortmund zusammen gelaufen – so viel wie nie seit Erhebung dieser Daten; am Ende stand dennoch ein 2:3. Sehr bitter aus FCB-Sicht: Einstellung und Mentalität haben in dieser Partie gestimmt! Doch selbst das scheint nicht mehr zu reichen…

Der FC Bayern im November 2018: Wir erleben einen Klub, der in sich nicht gefestigt ist und dem klare Linie und klare Führung fehlen. "Wir werden nächstes Jahr, wenn der zweite Schritt des Umbruchs kommt, sicherlich das Mannschaftsgesicht ziemlich verändern", sagt Präsident Uli Hoeneß. Tatsächlich müssen sich die Münchner radikal erneuern, wenn sie denn ihren eigenen (Welt-)Ansprüchen in Zukunft wieder genügen wollen – und zwar auf allen Ebenen! Allein mit der Veränderung der Mannschaft ist es nicht getan.

1. Die Bosse Uli Hoeneß (66) und Karl-Heinz Rummenigge (63):

Mit ihrer Peinlich-Pressekonferenz („Artikel 1 des Grundgesetzes“, „Scheißdreck gespielt“) haben sie nicht nur Ansehen verloren, sondern auch den Beweis erbracht, streckenweise das Gefühl für Ort, Zeit und Raum verloren zu haben – selbst Teile der Bayern-Fans haben sich geschämt. Früher trafen die verbalen Spitzen der Bosse die Konkurrenz stets ins Mark, heute treffen sie oft nur deren Lachmuskel.

Dazu kommt: Hoeneß und Rummenigge sind sich oft in strategischen Fragen nicht einig, was zur Folge hat, dass ihnen Top-Sportdirektoren wie Max Eberl oder Top-Trainer wie Thomas Tuchel durch die Lappen gegangen sind.

Vor allem bei Hoeneß wird man trotz erster öffentlich vorgetragener Rückzugsgedanken den Eindruck nicht los, dass er in Wahrheit gar nicht loslassen will. Genau dies muss er jedoch tun – und endlich kompromisslos den Weg frei machen für einen starken Mann der Zukunft. Hoeneß‘ Dilemma ist, dass es diesen Mann (nennen wir ihn Philipp Lahm oder Oliver Kahn) bisher nicht gibt. Was uns zu Punkt zwei führt.

2. Der Sportdirektor Hasan Salihamidzic (41):

234 Spiele hat „Brazzo, das Bürschchen“ für den FC Bayern absolviert. Ein Publikumsliebling, der Fußball arbeiten konnte wie kaum ein anderer. Dem Job als Manager beim FC Bayern ist er indes nicht gewachsen – und auch daran haben Rummenigge und Hoeneß einen nicht unerheblichen Anteil. 

Immer dann, wenn es wichtig wird, melden sich die Großkopferten doch wieder selbst zu Wort (weil sie es „Brazzo“ nicht zutrauen?). Die bittere Wahrheit: Salihamidzic ist bereits verbrannt und kann nicht der Mann sein, der den FC Bayern als starker Manager in die Zukunft führt. Was wiederum den Teufelskreis zu Punkt eins schließt – eine Degradierung Salihamidzics wäre zugleich eine Niederlage für Hoeneß und Rummenigge, die ihn ja – aus Zwecken der eigenen Machterhaltung? – installiert haben.

3. Der Trainer Niko Kovac (47):

Der Ex-Frankfurter hat es nicht geschafft, die wichtigsten Spieler hinter sich zu versammeln – im Gegenteil, Kovac hat die Kabine verloren. Das Team besteht aus vielen Ich-AGs: Immer wieder dringen Interna in die Öffentlichkeit, neuerdings melden sich sogar Spielerfrauen zu Wort.

Die bittere Wahrheit: Kovac ist bereits verbrannt und kann nicht der Mann sein, der den FC Bayern als starker Trainer in die Zukunft führt. Was wiederum den Teufelskreis zu den Punkten eins und zwei schließt – eine Entlassung Kovacs wäre zugleich eine Niederlage für Hoeneß, Rummenigge und Salihamidzic, die ihn installiert haben.

4. Die Mannschaft:

Beim 2:3 gegen den BVB standen sechs Spieler in der Startformation, die schon beim Champions-League-Sieg 2013 in der ersten Elf waren (mit einem „fitten“ Robben wären es sogar sieben gewesen). Der FC Bayern hat es verpasst, das Gesicht des Sechs-Mal-in-Folge-Meisters sukzessive zu verjüngen und zu erneuern.

Weil Spieler wie Mats Hummels, Jerome Boateng, Thomas Müller, Arjen Robben oder Franck Ribéry (trotz eines ansehnlichen Spiels gegen Dortmund) mehr mit ihrer eigenen (Nicht-)Form beschäftigt sind und den Weg für nachrückende Jungstars blockieren, fehlt ein Zukunftsgerüst in der Mannschaft. Was wiederum den Bayern-Teufelskreis zu den Punkten 1, 2 und 3 schließt: Wer soll denn jetzt die Mannschaft der Zukunft zusammenstellen? Hoeneß? Rummenigge? Salihamidzic? Kovac?

Der FC Bayern im November 2018: Wir erleben einen Klub, der sich radikal erneuern muss. Auf allen Ebenen.


Hier abstimmen: Hat der BVB verdient gegen die Bayern gewonnen?

Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus aller Welt