19. Oktober 2018 / 12:29 Uhr

Bayern-Bosse Rummenigge, Hoeneß und Salihamidzic rechnen mit Medien und TV-Experten ab

Bayern-Bosse Rummenigge, Hoeneß und Salihamidzic rechnen mit Medien und TV-Experten ab

Redaktion Sportbuzzer
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Die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß machten sich am Freitag Luft
Die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß machten sich am Freitag Luft © imago/osnapix
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Die Bosse des FC Bayern haben am Freitag zu einem Rundumschlag gegen die Medien und einzelne TV-Experten ausgeholt. Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Hasan Salihamidzic wählten harte Worte und kündigten Konsequenzen an.

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Die Bosse des FC Bayern haben am Freitag knallhart mit den Medien abgerechnet und auch zahlreiche TV-Experten wie die früheren Münchner Profis Stefan Effenberg und Olaf Thon ins Visier genommen. "Es ist ein wichtiger Tag für den FC Bayern: Wir möchten ihnen mitteilen, dass wir uns das nicht mehr gefallen lassen. Wir werden die herabwürdigende und hämische Berichterstattung nicht mehr hinnehmen", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, an dessen Seite Präsident Uli Hoeneß und Sportdirektor Hasan Salihamidzic saßen. Hoeneß nahm anschließend einzelne Journalisten persönlich ins Visier. Rummenigge knöpfte sich Olaf Thon vor, Hasan Salihamidzic tat Gleiches mit Stefan Effenberg.

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Rummenigge benannte zunächst das 0:3-Debakel der deutschen Nationalmannschaft am vergangenen Wochenende in den Niederlanden und die anschließende öffentliche Kritik als Auslöser für die denkwürdige Pressekonferenz der Bayern-Führung. Danach habe man "beschlossen, dass wir diesen Stil nicht mehr weiter akzeptieren werden. Das, was man lesen musste, hatte nichts mit Kritik zu tun, sondern war eine Abrechnung mit einzelnen Spielern - insbesondere des FC Bayern." Anschließend erinnerte er an Artikel eins des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Rummenigge empört über Kritik an Neuer

Der Vorstandsboss der Münchner handelte dann die Kritik an einzelnen Bayern-Profis ab und bewertete diese. "Was ich über Manuel Neuer lesen musste - da fehlen mir jeglich Worte", meinte Rummenigge und verwies auf die Erfolge des viermaligen Welttorhüters sowie dessen lange Verletzungspause vor der WM. Als nächstes in der Auflistung folgte die Innenverteidigung des DFB-Teams und der Bayern: Mats Hummels und Jerome Boateng - die von Thon in die Nähe des "Altherrenfußballs" gerückt worden waren. "Wenn ich über Jerome Boateng und Mats Hummels lesen muss: Altherrenfußballer. Dann kann ich nur sagen: Geht es noch? Derjenige, der es kundgetan hat, sollte sich um seine eigenen Leistungen Gedanken machen."

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Nachdem Rummenigge festgestellt hatte, dass "Würde und Anstand" verloren gegangen seien und "Polemik keine Grenzen zu kennen" scheine, spannte er den Boden zu den Routiniers des FC Bayern. "Dasselbe trifft auch auf Frank Ribery und Arjen Robben zu. Diese zwei Burschen haben ein Jahrzehnt lang dazu beigetragen, dass der FC Bayern ein leuchtender und strahlender Stern am Firmament ist. Wenn ich diese Altersgrenzen-Debatte lese, ist sie unverschämt, respektlos und polemisch", schimpfte Rummenigge: "Vielleicht sollte der eine oder andere Experte oder Journalist mal den Blick über Grenzen werfen, wie dort mit solchen verdienten Spielern umgegangen wird."

Nachdem der Bayern-Boss eine Lanze für seine Spieler gebrochen hatte, ging er noch mehr in die Offensive und wurde in seinen Vorwürfen konkreter. In seinem Fadenkreuz: "Die Vertreter des Springer-Verlages". So habe es "unter anderem" falsche Darstellungen bei der vermeintlich umstrittenen Behandlung der Kreuzbandverletzung von Corentin Tolisso gegeben. Auch die am vergangenen Mittwoch in Sport Bild erschienene Geschichte, nach der eine Verpflichtung des BVB-Shootingsstars Jadon Sancho zu dessen Zeiten bei Manchester City von den Bayern-Bossen abgelehnt worden sei, würde nicht den Tatsachen entsprechen. "Es werden falsche Fakten verbreitet", sagte Rummenigge

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Als Rummenigge sein Gemüt ein wenig gekühlt hatte, leitete er zu Hoeneß über. Dieser machte nahtlos weiter. "Es ist an der Zeit, dass sich der wichtigste Klub in Deutschland klar positioniert", begann der Präsident seine Ausführungen. Anschließend knöpfte er sich einzelne Medienvertreter vor, beschimpfte diese als "ahnungslos" oder "respektlos". Dann kündigte der 66-Jährige an, dass sich der Verein ab sofort "als Einheit darstellen" wolle, wie man es "lange nicht mehr erlebt" habe.

Kurioser Hoeneß-Ausbruch bei Bernat

Kurios wurde es, als Hoeneß das Thema Juan Bernat anschnitt und den zuvor eingeforderten Weg des respektvolleren Miteinanders kurzerhand verließ. Der Präsident beschwerte sich zunächst darüber, dass einige Journalisten den Verkauf des Spaniers an Paris St. Germain kritisiert hatten, dann lederte er in Richtung des Außenverteidigers: "Als wir in Sevilla gespielt haben, war er allein dafür verantwortlich, dass wir fast ausgeschieden wären. An dem Tag haben wir beschlossen, dass wir ihn verkaufen. Er hat Scheißdreck gespielt und hätte uns fast die Champions-League-Saison gekostet."

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Zum Abschluss kam Salihamidzic an die Reihe. Der Sportdirektor schloss sich den Aussagen seiner Vorredner an und richtete sich danach an Stefan Effenberg, mit dem er 2001 die Champions League nach München geholt hatte. Inzwischen scheint das Verhältnis abgekühlt. Zumal Effenberg seinem alten Gefährten zuletzt Untätigkeit vorgeworfen hatten. Die Replik von Salihamidzic: "Stefan Effenberg ist beim Fernsehen, ich bin beim FC Bayern. Ich werde nicht nach Schlagzeilen bezahlt", wetterte der Manager und erklärte, warum er sich nicht wie von Effenberg gefordert zur Personalie des zuletzt hart kritisierten Bayern-Trainers Niko Kovac geäußert habe.

Salihamidzic: "Warum hätte ich das tun sollen? Der Niko steht bei mir nicht in Frage. Er weiß, dass wir hinter ihm stehen. Wir müssen uns kein Küsschen geben. Wir sind hier nicht in einer Dschungelshow."

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