30. April 2018 / 16:35 Uhr

FC Grimma erwartet Eintracht Niesky zum Nachholspiel

FC Grimma erwartet Eintracht Niesky zum Nachholspiel

Tom Rietzschel
Der FC Grimma empfängt den FV Eintracht Niesky.
Der FC Grimma empfängt den FV Eintracht Niesky. © Picasa
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Sachsenliga: Wohllebe-Elf möchte nach zuletzt schwachen Leistungen verlorenen Kredit zurückzugewinnen.

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Grimma. Es war echt äußerst ernüchternd, was Sachsenligist FC Grimma am Sonntag bei seinem Auswärtsspiel beim VfB Empor Glauchau anbot. Nach drei Spielen ohne Sieg (zwei Punkte) gelang es der Mannschaft von Trainer Daniel Wohllebe in Westsachsen wiederum nicht, gegen einen personell arg gebeutelten und auf dem Spielfeld dann dezimierten Gegner so aufzutrumpfen um letztlich die drei Punkte mit nach Grimma zu nehmen. 70 Minuten in Überzahl agierend fand man keinerlei Mittel um den kompakten Glauchauer Abwehrriegel zu durchbrechen, stattdessen war eine gewisse Hilf- und Planlosigkeit der Elf nicht zu übersehen. Kam man dann jedoch mal gefährlich vor das Tor vergab man diese Gelegenheiten in fahrlässiger Art und Weise.

Allgemeines Kopfschütteln im Grimmaer Lager war angesagt, dieses torlose Remis in Glauchau war der absolute Tiefpunkt der Saison. Nun gilt es sich selbst aus dem Schlammassel zu ziehen und in den letzten Begegnungen wenigstens noch den dritten Platz zu sichern. Ein Erfolgserlebnis würde der Truppe recht gut zu Gesicht stehen, doch da wird der FV Eintracht Niesky, der am Dienstag um 17.00 Uhr im Grimmaer Stadion der Freundschaft gastiert, mit Sicherheit etwas dagegen haben.

Niesky mit beeindruckender Runde

Es ist schon beeindruckend, welch positive Rolle der FV Eintracht Niesky in seiner erst zweiten Sachsenliga-Saison spielt. In der letzten Serie als Neuling mit 36 Punkten auf der Habenseite hatten die Ostsachsen nie etwas mit dem Abstieg zu tun und kamen letztlich nach 28 Spieltagen als Tabellen-Neunter ins Ziel. Die Basis für die Mission Klassenerhalt war eindeutig die Auswärtsstärke der Eintracht – 23 der insgesamt 36 Zähler holte der Aufsteiger auf fremden Plätzen. Trainer Gerd Seiferts Mannschaft schaffte das, was ihm im Vorfeld nicht viele zugetraut hatten. Nach dem souveränen Klassenerhalt legte Seifert allerdings sein Amt nieder – mit Uwe Kuhl kam ein alter Bekannter zurück nach Niesky, schließlich saß er bereits von Oktober 2013 bis Juni 2014 auf der Kommandobrücke der Eintracht.

Zwar musste man im Sommer solch verdienstvolle Spieler wie Armand Deugoué (Radebeul), Lukas Szynke (Rietschen) oder Jens Garbe (unbekannt) ziehen lassen, doch versprachen die Neuzugänge durchaus Positives. Mit Sebastian Richter verpflichtete man einen äußerst talentierten Akteur vom Holtendorfer SV, Clemens Russek (Trebendorf) stellte seine Sachsenliga-Tauglichkeit jahrelang beim Rivalen NFV Gelb-Weiß Görlitz unter Beweis. Königstransfer war allerdings die Verpflichtung von Jiri Sisler, der sowohl beim FC Oberlausitz Neugersdorf und dann beim FSV Budissa Bautzen in der Regionalliga seine Brötchen verdiente. In Niesky zeigte man sich äußerst zufrieden, dass der Transfer mit Bautzen zustande kam – das Leistungsvermögen Sislers sollte die Qualität der Mannschaft natürlich sehr anheben. Hinzu kam noch die Verpflichtung von Innenverteidiger Martin Vojtesek (Neusalza-Spremberg), welcher die Defensive weiter stabilisieren sollte.

Saisonstart eher schleppend

Doch anstatt von Beginn an in ruhiges Fahrwasser zu geraten, kamen die Nieskyer äußerst schleppend in die Saison. Auswärts war man zwar ähnlich erfolgreich wie in der abgelaufenen Saison, doch daheim klemmte extrem die Säge. Nach neun Begegnungen hatten die Ostsachsen nur zehn Punkte auf dem Konto, in der heimischen Jahnsportstätte lief mit einem Zähler aus vier Heimspielen (1:1 gegen Lößnitz) nahezu überhaupt nichts zusammen. Auf Tabellenrang 13 rangierend, entschloss sich der Vorstand die Zusammenarbeit mit Uwe Kuhl zu beenden, Mannschaftsleiter Paul Neumann wurde interimsmäßig mit der Aufgabe als Trainer vertraut gemacht. Und unter Neumann erlebten die Ostsachsen dann einen erheblichen Aufschwung. Auswärts weiterhin sehr konstant, wurden plötzlich auch auf einmal Heimspiele siegreich gestaltet. So wurde Oberliga-Absteiger Markranstädt mit 2:1 knapp besiegt, gegen Markkleeberg (3:0) und Reichenbach (6:1) wurden in der Jahnsportstätte klare Erfolge eingefahren. Stück für Stück arbeiteten sich die Nieskyer in der Tabelle nach oben – zur Winterpause hatte die Elf bereits 22 Punkte und rangierte auf Rang sechs. Hinzu kam natürlich auch, dass die 0:1-Niederlage bei der Plauener Reserve nun nicht mehr ins Gewicht fiel. Nach dem Rückzug der Vogtländer Reserve wurden sämtliche Siege der Konkurrenz gegen den VFC gestrichen – Niesky war jedoch aufgrund der Niederlage im Klassement nichts abzuziehen.

Aufgrund der jüngsten Erfolge änderte man auf der Trainerposition nicht viel, einzig das Mittelfeld-Stratege Sisler als Spielertrainer nun mit in den verantwortungsvollen Bereich miteinbezogen wurde. Zwar konnte die Elf in der Rückrunde nicht mehr ganz den Schwung aus dem Ende der Hinrunde mitnehmen, da man in den ersten sechs Rückrundenspielen nur fünf Punkte einfahren konnte. Einzig gegen Glauchau (2:0) konnte man in der zweiten Halbserie gewinnen. Doch der Klassenerhalt stand im Vorfeld der Saison ganz klar im Fokus und dieses Ziel hat die Eintracht auf jeden Fall erreicht. Prunkstück der Nieskyer ist zweifellos ihre Offensivabteilug mit dem Sturm-Duo Bogumil Jablonski/Jonathan Schneider, welche zu Sachsenliga-Zeiten des NFV Gelb-Weiß Görlitz bereits zusammengespielt haben. Schneider traf bereits elf Mal ins Schwarze, der Pole Jablonski war sieben Mal erfolgreich. Weitere Stützen sind Schlussmann Daniel Höher und der angesprochene Spielertrainer Jiri Sisler. Über eine Halbserie war Niesky auswärts noch ungeschlagen, erst eine Last-Minute-Niederlage in Lößnitz (2:3) durchbrach zuletzt diese eindrucksvolle Serie. Aktuell belegen die Ostsachsen den 7. Tabellenplatz, welcher in den letzten Begegnungen sogar noch verbessert werden kann.

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Für die Grimmaer kommt es in den letzten Partien darauf an, den bei den Fans verlorenen Kredit zurückzugewinnen. Auch nach Glauchau machten sich einige wenige Hartgesottene auf den Weg, was sie allerdings dort von der Mannschaft zu sehen bekam, was absolut enttäuschend. Die Truppe ist nun absolut in der Pflicht – worauf es nun ankommt dürfte auch der Letzte begriffen haben. Es ist nicht im Sinne sich das mühsam Aufgebaute innerhalb weniger Wochen mit dem Hinterteil wieder einzureißen. Von der Elf ist nun eine Reaktion gefragt, nur gemeinsam wird man diese Ergebniskrise bewältigen können. Der Fokus liegt nun ausdrücklich auf den 90 Minuten gegen Niesky, alles andere ist erst einmal vollends auszublenden.

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