Marcel Hilßner jubelt. Der Hansa-Profi hatte als dreifacher Torschütze und Vorlagengeber maßgeblichen Anteil am 5:3-Spektakel. Marcel Hilßner jubelt. Der Hansa-Profi hatte als dreifacher Torschütze und Vorlagengeber maßgeblichen Anteil am 5:3-Spektakel. © Lutz Bongarts
Marcel Hilßner jubelt. Der Hansa-Profi hatte als dreifacher Torschütze und Vorlagengeber maßgeblichen Anteil am 5:3-Spektakel.

FC Hansa: Aus der Hölle in den Himmel

Fußball-Spektakel in Rostock – Hansa dreht nach frühem 0:2 das Spiel und stürmt auf Rang fünf. Hilßner trifft drei Mal. Der Kölner Pazurek fliegt vom Platz.

BUZZER DEINE MEINUNG!

  • Fail -
  • Läuft -
  • Krass -
  • WTF -
  • Kopf Hoch -
  • Peinlich -
Anzeige

Rostock. Das Fußball-Spektakel ist noch gar nicht beendet, da stimmen die Fans bereits Jubelgesänge an. „Oooh, wie ist das schön, sowas hat man lange nicht gesehn“, ertönt es lautstark von den Rängen. Die 9900 Zuschauer im Ostseestadion sind begeistert. Sie erleben eine verrückte Drittliga-Partie mit acht Toren, einem Platzverweis und einer starken Hansa-Elf, die nach einem frühen 0:2-Rückstand den Sieg noch aus dem Feuer riss.

Mann des Tages beim 5:3 (2:2) über Fortuna Köln war der dreifache Torschütze Marcel Hilßner. Die weiteren Treffer für die Rostocker, die sich auf Rang fünf verbesserten, erzielten Soufian Benyamina und Selcuk Alibaz.

So lief das Spiel: Der Liveticker zum Nachlesen

„Das war ein extrem wildes Spiel“, meinte Abwehrchef Oliver Hüsing. Soufian Benyamina schwärmte von einem „Wahnsinnsspiel!“

Hansa-Trainer Pavel Dotchev hatte kaum in seiner CoachingZone Platz genommen, da zappelte der Ball schon im Netz – 0:1 nach 29 Sekunden. Die Hanseaten wurden auch in der Folgezeit von den furios und bärenstark beginnenden Kölnern überrumpelt. Prompt folgte der zweite Nackenschlag – Hamdi Dahmani (12.) erhöhte auf 2:0. Erinnerungen an den Heimauftritt gegen Karlsruhe (0:3) wurden wach.

Das waren die 5 Treffer, die der FC Hansa am vergangenen Sonnabend beim 5:3-Erfolg gegen Fortuna Köln erzielte

Hilßner wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, wie ihm geschieht. „Das war nicht real.“ Ähnlich erging es Alibaz: „Wir dachten, was ist jetzt los? Das war die Hölle.“

Eine gute Stunde später waren die Rostocker im siebten Fußball-Himmel. Wie schon beim 1:0 in Wiesbaden bewiesen die Gastgeber erneut eine Riesenmoral. Mit einem Knaller von der Strafraumgrenze zum 1:2 sendete Hilßner das erste Lebenszeichen. Benyamina erzielte nach knapp einer halben Stunde den Ausgleich. Die Partie war wieder offen.

Einzelkritik: Hansa Rostock gegen Fortuna Köln in Noten

In der Halbzeit schwörten sich die ohne ihren gesperrten Kapitän Amaury Bischoff angetretenen Hanseaten auf Sieg ein. „Wir haben uns gedacht, wie geil wäre das, wenn wir hier nach einem 0:2 noch gewinnen“, erzählte Benyamina.

Gesagt, getan. Hansa setzte nach. Die Herausstellung von Markus Pazurek (57., Gelb-Rot) spielte den Rostockern in die Karten. Mit einem Freistoß-Schlenzer brachte Hilßner die Gastgeber mit 3:2 (62.) in Führung. „Ich weiß, was ich für eine Schussstärke habe“, meinte der Blondschopf, der erstmals auf dem rechten Flügel zum Einsatz kam. „Das hat gut funktioniert“, freute sich Dotchev über den gelungenen Schachzug.

Hilßner war auch an den letzten beiden Rostocker Treffern maßgeblich beteiligt. Zunächst legte er klug für Alibaz auf. Der durch Wadenkrämpfe geplagte Ex-Kölner bugsierte den Ball im Fallen zum 4:2 (65.) über die Linie – sein erster Treffer im Hansa-Trikot. „Marcel hätte auch selbst schießen können. Er hat sich für mich entschieden. Dafür bin ich ihm dankbar“, sagte Alibaz, der nach mehrwöchiger Durststrecke erstmals wieder in der Startelf stand.

Hansa steckte auch den dritten Gegentreffer durch Dahmani (73.) weg und schlug durch den überragenden Hilßner erneut zurück – 5:3 (77.). „Wir sind auf dem Weg, eine große Mannschaft zu werden“, konstatierte Selcuk Alibaz zufrieden. „Nach dem 0:2 so zurückzukommen, spricht für die mentale Stärke der Mannschaft“, meinte Marcel Hilßner.

Die Formkurve der Rostocker, die zuletzt zwölf von 15 möglichen Punkten holten, zeigt nach oben. Fünf Zähler beträgt der Rückstand auf den Tabellendritten Wehen Wiesbaden. Bis zur Winterpause stehen für die Rostocker noch drei Partien an: am Freitag in Halle, danach folgen die Heimspiele gegen Chemnitz (10.Dezember) und Lotte (16.Dezember). „Wir wollen den Anschluss halten und in der Rückrunde angreifen“, kündigte Hilßner in der Stunde des Triumphes an

Hansa: Blaswich – Nadeau, Hüsing, Riedel, Holthaus – Henning, Wannenwetsch – Hilßner, Alibaz (67. Väyrynen), Quiring (76. Scherff) –Benyamina (85. Grupe).
Fortuna Köln: Boss – Ernst, Bender, Mimbala, Pazurek – Brandenburger (82. Ceylan), Kegel – Scheu (83. O. Kurt), Kessel (71. Theisen), Dahmani – Keita-Ruel.
Tore: 0:1 M. Kessel (1.), 0:2 Dahmani (13.), 1:2 Hilßner (21.), 2:2 Benyamina (28.), 3:2 Hilßner (62.), 4:2 Alibaz (65.), 4:3 Dahmani (73.), 5:3 Hilßner (77.).
Schiedsrichter: Müller (Cottbus).
Zuschauer: 9902.
Gelb-Rote Karte: Pazurek (Köln, 57./wiederholtes Foulspiel).

Region/Mecklenburg Vorpommern F.C. Hansa Rostock (Herren) F.C. Hansa Rostock (Herren) F.C. Hansa Rostock SC Fortuna Köln (Herren) SC Fortuna Köln 3. Liga

KOMMENTIEREN

Die besten Bundesliga Quoten werden bereitgestellt von Smartbets.

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

KOMMENTARE

Anzeige