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FC Hansa: „Nullserie“ ist Schlüssel zum Erfolg

Johannes Weber
Julian Riedel (r.), hier im Austausch mit Hansa-Trainer Pavel Dotchev. © Lutz Bongarts

Hansa-Profi Julian Riedel vergleicht Aues Aufstiegssaison 2015/16 unter Dotchev mit dem FCH heute.

Rostock. Vor zwei Jahren stieg der FC Erzgebirge Aue überraschend aus der 3. Liga in die 2. Bundesliga auf. Trainer damals: Pavel Dotchev (52). Es gibt einige Parallelen zwischen den Erzgebirglern damals und dem FC Hansa heute. Das meint Innenverteidiger Julian Riedel (26), der nach den gemeinsamen Stationen Münster und Aue nun in Rostock zum dritten Mal Dotchev als Coach hat. Für die OZ zieht er den Vergleich zwischen dem Auer Aufstiegsjahr und der aktuellen Hansa-Situation.

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Der gleiche Trainer

Schon beim allerersten Kontakt mit Pavel Dotchev in Münster habe er gemerkt: „Er ist sehr direkt, was ich sehr schätze“, erinnert sich Riedel. Der Profi findet, dass nicht nur die Fußball-Idee des Trainers gut zu ihm und der Mannschaft passt. „Er ist ein ehrlicher Typ, bei dem man weiß, woran man ist. Das kann im Positiven wie im Negativen sein. Wenn man Mist baut oder die Leistung nicht bringt, sagt er einem das auch knallhart ins Gesicht. Im Fußballgeschäft sind klare Ansagen wichtig.“

Gleicher Start nach Neubeginn

Beide Klubs gingen nach einem radikalen Kader-Umbruch in die Saison. Bei Hansa kamen im vorigen Sommer 17 Spieler, bei Aue waren es 2015 sogar 21 Neue. „Es ist eine ähnliche Situation mit einer neu zusammengewürfelten Mannschaft“, so Riedel. „Wir haben jetzt sogar eine etwas bessere Punktausbeute.“ Die Auer holten damals in 20 Spieltagen 32 Zähler; der FCH steht zum gleichen Zeitpunkt bei 34. „Von daher kann man schon sagen, dass die Entwicklung der Mannschaften ähnlich war.“

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Schlüssel zum Erfolg

Wenig Gegentore: Aues Aufstieg 2016 war vor allem ein defensives Meisterstück. In sage und schreibe 24 von 38 Saisonspielen hielten die Erzgebirgler ihre Kiste sauber. „Wenn man zu null spielt, kann man schon mal nicht verlieren. Und wenn man dann eins schießt, reicht das schon“, sagt Julian Riedel. „Ich weiß gar nicht, wie oft wir 1:0 gewonnen haben, zeitweise war es schon kurios“, erinnert er sich an die „Nullserie“ der Auer, die am Saisonende nur 21 Gegentore auf dem Konto hatten – Liga-Bestwert.

Ähnliches versucht der Innenverteidiger nun mit den Rostockern, die aktuell 19 Gegentore verzeichnen. „Ich gewinne lieber 1:0 als 7:6“, erklärt der gebürtige Leverkusener. „Als Abwehrspieler will man immer zu null spielen. Da bin ich am Ackern, um das Tor zu beschützen. So wie die Stürmer jeden Tag trainieren, um Tore zu erzielen, ist es für uns ein Erfolg, wenn wir keins reinkriegen.“

Winter-Zugang im Sturm

Dotchev lotste vor zwei Jahren Pascal Köpke vom Karlsruher SC nach Aue. Der Angreifer startete verhalten, ballerte dann aber den FCE mit neun Toren in den letzten acht Spielen in die 2. Liga. „Als er gekommen ist, war er nicht in Form. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis er geknipst hat“, blickt Riedel zurück. Nun hat Dotchev Pascal Breier vom VfB Stuttgart II zu Hansa geholt und mit viel Vorschusslorbeer ausgestattet. Riedels Vergleich mit Köpke dürfte allen Hansa-Fans gefallen: „Pascal Breier ist vom Körperlichen deutlich fitter.“

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Diese Spieler holte der FC Hansa seit dem Winter 2018

Die Winterzugänge des FC Hansa Rostock © Archiv
Winter 2010: Der damalige Hansa-Coach Andreas Zachhuber schwärmte in den höchsten Tönen von Helgi Danielsson. Der Club überwies knapp 400.000 Euro für den Isländer im Januar 2010 an IF Elfsborg (Schweden). Ein halbes Jahr, 14 Zweitliga-Einsätze und eine Torvorlage später verließ Danielsson Rostock auch schon wieder Richtung Stockholm. © Archiv
Winter 2010: Der zweite Isländer, der im Winter 2010 zu Hansa stieß, blieb ebenfalls nur ein halbes Jahr lang in Rostock. Gardar Johannsson erzeilte in 16 Spielen drei Tore für die Kogge. © Archiv
Winter 2010: Florian Grossert kam im Winter 2010 als Talent von Türkiyemspor Berlin an die Ostseeküste. Im darauffolgenden Sommer schloss er sich Dynamo Dresden an. Heute kickt der 32-Jährige beim VFC Plauen (NOFV Oberliga Süd). © Archiv
Winter 2010: Zwölf Spiele hielt es Andreas Dahlen bei Hansa. Im Januar 2010 von Gefle IF (Schweden) gekommen, zog er nach dem Abstieg im Sommer 2010 zum FSV Frankfurt weiter. © Archiv
Winter 2010: Kevin Pannewitz wurde als damaliger A-Junior offiziell in den Profikader befördert. © Archiv
Winter 2011: Zunächst wurde Michael Blum vom MSV Duisburg nur ausgeliehen. Der Linksfuß konnte sich aber für ein längerfristiges Engagement bei der Kogge empfehlen und blieb ab Sommer 2011 fest beim FCH. Zwei Jahre später wechselte Blum nach Osnabrück. © Archiv
Winter 2011: Bereits im Oktober 2010 nahm Hansa den vereinslosen Martin Stoll unter Vertrag. Der Verteidiger gehörte zum Stammpersonal des Aufstiegsteams. Zehnmal spielte Stoll über 90 Minuten. Eine Verletzung verhinderte mehr Einsatzminuten über die volle Distanz. © Archiv
Winter 2011: Aus der U19 zu den Profis: Pelle Jensen. © Archiv
Winter 2011: Tom Trybull wurde zur Winterpause ebenfalls aus der Jugend befördert. © Archiv
Winter 2012: Für ein halbes Jahr sicherte sich Hansa die Dienste von Marek Janecka. Obwohl der Verteidiger 15 Zweitligaspiele über 90 Minuten absolvierte, kehrte der Slowake mit Leihende zurück zu seinem Verein Zlate Moravce (Slowakei). © Archiv
Winter 2012: Mitte Januar 2012 erweiterte Freddy Borg Hansas Schweden-Delegation. Der Stürmer verabschiedete sich mit fünf Toren in 14 Partien im darauffolgenden Sommer nach Aachen. © Archiv
Winter 2012: Ab der Winterpause gehörten auch die Talente Edisson Jordanov (l.) und Manfred Starke zum Profikader. © Archiv
Winter 2013: Noch im November 20112 verstärkte sich Hansa mit dem zu diesem Zeitpunkt vereinslosen Emil Rilke. Nach dem Sommer 2013 war der Tscheche auch schon wieder weg. © Archiv
Winter 2013: Zur Halbserie kam Tommy Grupe nach seinem Intermezzo bei Preußen Münster zurück an die alte Wirkungsstätte und läuft immer noch für die Kogge auf. © Archiv
Winter 2013: Gleich vier Spieler holte der FCH im Winter 2013 auf Leihbasis. Maurice Trapp (Union Berlin) war einer von ihnen. © Archiv
Winter 2013: Leihe Nummer zwei: Philipp Klement vom 1. FC Nürnberg. © Archiv
Winter 2013: Collin Quaner kam als dritter Leihspieler vom FC Ingolstadt. © Archiv
Winter 2013: Der vierte geliehene Hansa-Akteur war Nico Zimmermann. Der Mittelfeldmann kam vom damaligen Zweitligisten VfR Aalen. © Archiv
Winter 2013: Die siebte und letzte Winterverstärkung kam aus dem eigenen Nachwuchs. Sargis Adamyan wurde in den Profikader integriert. © Archiv
Winter 2015: Im Winter 2014 blieb Hansa untätig auf dem Transfermarkt. Dafür schlugen die Hanseaten ein Jahr später kräftig zu. Marcel Schuhen kam aus Köln und wurde auf Anhieb die Nummer eins. © Archiv
Winter 2015: Auch Maximilian Ahlschwede erkämpfte sich nach seinem Wechsel zu Hansa Ende Januar 2015 einen Stammplatz auf der rechten Verteidigerposition. © Archiv
Winter 2015: Oliver Hüsing zum ersten. Seine Premiere im Hansadress feierte der Abwehrmann als Bremer Leihspieler und kam in 16 Partien in der Rückrunde 2014/15 zum Einsatz. © Archiv
Winter 2015: Mikko Sumusalo wurde kurz vor Wechselfrist von RB Leipzig für ein halbes Jahr ausgeliehen. © Archiv
Winter 2015: Auch Marco Kofler war zunächst ausgeliehen. Im Sommer kaufte der FCH den Österreicher aber für einen vierstelligen Betrag von Wacker Innsbruck. Im vergangenen Winter verließ Kofler Rostock und spielt jetzt in Elversberg. © Archiv
Winter 2015: Sabrin Sburlea war vereinslos, Hansa nahm den Rumänen unter Vertrag, doch schon im Sommer 2015 war der Stürmer, der ein Tor für die Hanseaten erzielte, erneut vereinslos. © Archiv
Winter 2015: Auch Alex Ikeng war im Winter 2015 ohne Vertrag bevor er beim Koggenklub anheuerte. Ikeng blieb fast genau ein Jahr, machte 25 Spiele (2 Tore) für Hansa und wechselte im Januar 2016 nach seiner Suspendierung in Rostock zu den Stuttgarter Kickers. © Archiv
Winter 2015: Das nächste Talent, der im Winterfenster den Sprung aus der Jugend zu den Profis schaffte war Lukas Scherff. © Archiv
Winter 2016: Stefan Wannenwetsch wechselte vom FC Ingolstadt an die Ostsee und steht immer noch im Kader des FCH. © Archiv
Winter 2016: Auf den letzten Drücker kam Melvin Platje im Wintertransferfenster 2016 von Stade Brest (Frankreich). In 25 Ligaspielen für Hansa erzielte der Stürmer ein mageres Törchen. Nach einen Jahr war für ihn Schluss in Rostock. © Archiv
Winter 2016: Verstärkung im Doppelpack: Christer Youssef (l.) und Ronny Garbuschewski. Youssef wechselte bereits im Sommer 2016 nach Zypern. Garbuschewski ein Jahr später nach Zwickau. © Archiv
Winter 2016: Florian Esdorf (l.) und Eric Birkholz (Hintergrund) gehörten ab der Winterpause 2016 offiziell zum Kader der Profis. Beide konnten sich aber nicht durchsetzen und kicken mittlerweile in der Regionalliga. © Archiv
Winter 2017: In der vergangenen Winterperiode unternahm Hansa erneut eine Transferoffensive und verpflichtete bekannte Name. Darunter Amaury Bischoff... © Archiv
Winter 2017: ... und Christopher Quiring. © Archiv
Winter 2017: Tim Väyrynen ist ebenfalls seit vergangenem Winter fester Bestandteil des Profikaders von Hansa. © Archiv
Winter 2017: Joshua Nadeau hatte nach seinem Wechsel aus Schweden zu Hansa zunächst Probleme. In der aktuellen Saison hat er sich unter Trainer Pavel Dotchev aber einen Stammplatz erarbeitet. © Archiv
Winter 2018: Hansa holt Pascal Breier vom Regionalligisten VfB Stuttgart II. © Lutz Bongarts

Starke Rückserie

Was die Erzgebirgler vor zwei Jahren leisteten, war sensationell. Von den 17 Spielen nach der Winterpause verloren sie ganze zwei und holten überragende 35 Punkte. Ist das auch mit Hansa zu packen? „Wenn wir jetzt den nächsten Entwicklungsschritt gehen, ist eine positive Rückrunde möglich“, glaubt Riedel. „Wir müssen zusehen, dass wir noch besser werden. Denn das tun die anderen Mannschaften auch. Der Start nach der Winterpause hat gezeigt, dass alle ihre Hausaufgaben gemacht haben.“

Und sind Aues 70 Punkte auch für Hansa drin? „Ich weiß, wie extrem schwer das ist. Da muss man jedes Spiel liefern, darf fast nie verlieren“, meint der Defensivmann. „Ich traue es der Mannschaft zu, erfolgreich zu sein. Und wir werden alles dafür tun und Gas geben. Aber es sind auch andere in der Verlosung – und es gehört eine Portion Glück dazu.“

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