11. März 2018 / 20:22 Uhr

FC Hansa: „Schlimmer geht’s nicht“

FC Hansa: „Schlimmer geht’s nicht“

Sönke Fröbe
Stefan Wannenwetsch (l.) steigt zum Kopfball gegen den Paderborner Marlon Ritter hoch.
Stefan Wannenwetsch (l.) steigt zum Kopfball gegen den Paderborner Marlon Ritter hoch. © Lutz Bongarts
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Hansa Rostock gibt gegen den Tabellenführer trotz starker Leistung eine 2:0-Führung noch aus der Hand. Ist das das Aus im Aufstiegsrennen?

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Rostock. Wutentbrannt schleuderte Pavel Dotchev seine Wasserflasche auf den Rasen des Ostseestadions, als Sven Michel für Paderborn zum 2:2 traf. Vier Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte seine Mannschaft eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben. Doch auf der persönlichen Wutskala des Hansa-Trainers war noch Luft nach oben: In den Stadionkatakomben knallte Dotchev nach dem Abpfiff die Kabinentür zweimal laut fluchend gegen die Wand, denn in der Nachspielzeit hatte Christian Strohdiek auch noch das Siegtor für den Spitzenreiter geköpft. „Das ist extrem hart“, sagte der Fußballlehrer später, als der erste Ärger verraucht war: „Auf dem Platz war nicht zu erkennen, wer Tabellenführer ist und wer nicht.“

Für den Trainer und seine konsternierten Spieler war das am Sonnabend kein Trost. Nach dem Knockout in der ersten Minute der Nachspielzeit herrschte stilles Entsetzen unter den 13400 Zuschauern im Ostseestadion, die die Dotchev-Elf nach einer begeisternden Leistung in der ersten Halbzeit noch frenetisch gefeiert hatten. „Schlimmer geht’s eigentlich nicht. Wahnsinn!“, rang Kapitän Oliver Hüsing nach der zweiten Niederlage im dritten Spiel der englischen Woche um Fassung. „Wenn man gegen den Tabellenführer 2:0 führt und dann noch so bitter verliert, fehlen einem die Worte“, gab Soufian Benyamina mit gesenktem Kopf zu Protokoll. Warum seine Mannschaft das denkwürdige Spiel trotz einer vor allem in der ersten Halbzeit nahezu makellosen Vorstellung noch verloren hat, vermochte der Stürmer nicht zu sagen: „Ich habe keine Antwort darauf, ich weiß es nicht.“

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Janis Blaswich: Nur selten wirklich gefordert. Spielte immer aufmerksam mit und war zur Stelle, wenn es sein musste. Beim 1:2 mit der Hand noch am Ball, konnte das Tor aber nicht verhindern.  Note: 3 Zur Galerie
Janis Blaswich: Nur selten wirklich gefordert. Spielte immer aufmerksam mit und war zur Stelle, wenn es sein musste. Beim 1:2 mit der Hand noch am Ball, konnte das Tor aber nicht verhindern.  Note: 3 ©
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Der kühne Plan von Dotchev, Paderborn mit nominell drei Spitzen – neben Benyamina stürmten auch Pascal Breier und überraschend Tim Väyrynen – ging zunächst auf. Gegen optisch überlegene Gäste gelang dem Finnen die Führung (10.), die Breier nur sechs Minuten später ausbaute. „Wenn man gegen den Tabellenführer zwei Tore schießt, muss das eigentlich reichen, um den Sieg zu Hause zu behalten“, haderte Benyamina.

Doch nach der Pause nahm das Unheil seinen Lauf. Während Hansa gute Möglichkeiten liegen ließ – in der 57. Minute hätte Breier zum 3:1 treffen müssen –, legten die spiel- und kampfstarken Paderborner in dem Topduelll meisterliche Effektivität an den Tag. Nach dem Anschlusstor von Marlon Ritter (52.) machten Michel und Strohdiek den Deckel drauf. „Wir hatten die klareren Chancen und trotzdem bekommen wir drei Gegentore“, schüttelte Dotchev ungläubig den Kopf.

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Das Ende aller Aufstiegsträume sieht der Hansa-Trainer trotz des weiter gewachsenen Rückstands dennoch nicht. „Es sind immer noch viele Punkte zu vergeben. Wenn du zwei Spiele gewinnst, bist Du oben wieder nah dran“, meinte Dotchev, der seine Spieler „zwei, drei Tage in Ruhe lassen“ und dann mit neuem Mut nach Aalen und Großaspach fahren will. „Gerade jetzt müssen wir eine Reaktion zeigen“, sagte der 52-Jährige: „Wir dürfen nicht jammern und sagen: Der Zug ist abgefahren.“

Hansa: Blaswich - Rankovic, Hüsing, Riedel, Rieble - Wannenwetsch, Henning, Holthaus - Benyamina (89. Bouziane), Väyrynen (78. Quiring), Breier (63. Evseev).
Paderborn: Zingerle - Boeder, Schonlau, Strohdiek, Herzenbruch - Krauße - Zolinski (46. Antwi-Adjej), Wassey (62. Klement), Ritter, Yeboah (72. Michel) - Tietz.
Tore: 1:0 Väyrynen (10.), 2:0 Breier (16.), 2:1 Ritter (52.), 2:2 Michel (86.), 2:3 Strohdiek (90.+1).SR: Schlager (Rastatt).
Z: 13400.
Gelbe Karten: Holthaus, Wannenwetsch / Schonlau, Ritter

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