16. Mai 2018 / 13:43 Uhr

FC Oberneuland: Warten auf die nächste Chance

FC Oberneuland: Warten auf die nächste Chance

Stefan Freye
Kristian Arambasic
FCO-Trainer Kristian Arambasic. © Mario Nagel
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Die Arambasic-Elf kann sich auch mit der Vize-Meisterschaft in der Bremen-Liga anfreunden - im nächsten Jahr soll der Titel aber wieder ins Visier genommen werden

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Auf den verpassten Titel in der Bremen-Liga hatte Günter Hermann ohnehin recht aufgeräumt reagiert. Und so geht der Sportliche Leiter des FC Oberneuland auch ein paar Tage später noch gelassen mit der Vizemeisterschaft seiner Fußballer um: „Wir haben ja die Chance, nächstes Jahr wieder anzugreifen.“ Klar, es hätte schon gut gepasst in diesem Jahr. Der Bremer SV, zuletzt viermal in Folge ganz oben, hatte sich angesichts seiner Streitigkeiten im Winter selbst aus dem Spiel genommen. Der BSC Hastedt schwächelte, nachdem der Lizenzantrag zur Regionalliga nicht gestellt worden war, und der Blumenthaler SV fand das ganze Jahr über nicht zur Topform. Lediglich der neue Meister aus Brinkum war ein ernsthafter Konkurrent – und entschied das Titelrennen am Ende dank eines 2:1 über den Bremer SV für sich.

„Die Enttäuschung der Mannschaft war da, sie hat sich aber schnell gelegt“, sagt Günter Hermann. Nach dem 1:0 in Habenhausen habe es nicht sehr lange gedauert, bis die FCO-Kicker wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken sollten: „Als sie etwas zu sich genommen hatten, war das wieder in Ordnung.“ Nun also das kommende Jahr. Günter Hermann gibt als Saisonziel die Plätze eins bis drei aus. Aber das dürfte nicht ganz seinem tatsächlichen Plan entsprechen. Es sollte ja in diesem Jahr schon in die Regionalliga gehen. Die Neuverpflichtungen des Klubs lassen nun darauf schließen, dass der FCO es sehr ernst meint mit seinen Aufstiegsambitionen. Nach Karim Raho (Heeslinger SC), Torhüter Hannes Frerichs (FC Hagen/Uthlede), Simon Cakir und Onur Uzun (beide Bremer SV) wurde in der vergangenen Woche der Zugang von Marcel Brendel vom Brinkumer SV bekannt. „Wir haben gute Spieler geholt, die den Kader verstärken“, sagt Günter Hermann. Den Abgang von Sung-Hyun Jung, den es voraussichtlich zum Regionalligisten SpVgg Drochtersen/Assel zieht, sollte Oberneuland verkraften können.

Aber was die Konkurrenz macht in der nächsten Saison, lässt sich derzeit nicht wirklich abschätzen. Erst einmal ist natürlich fraglich, ob dem Brinkumer SV der Aufstieg gelingt. Scheitert der Meister in der Relegation, dürfte er wohl erneut mitmischen in der Spitze der Bremen-Liga. Der Bremer SV mit seinem neuen Trainer Ralf Voigt ist auch nicht zu unterschätzen. „Er arbeitet akribisch und ist ehrgeizig“, sagt Günter Hermann. Die Verpflichtung von Stürmer Danny Radke (Marl-Hüls, Oberliga Westfalen) ist für den FCO-Macher ein erstes Zeichen: „Sie werden sich schon eine gute Truppe zusammenstellen.“ Das wären dann schon mal drei vermeintliche Spitzenteams. Zumindest eines wird wohl noch hinzukommen: Am Montag spielen der Blumenthaler SV und der BSC Hastedt um den Lotto-Pokal und den Einzug in den DFB-Pokal. Dort könnte der Sieger einen attraktiven Gegner und entsprechende Zuschauereinnahmen erhalten. In jeden Fall ist ihm das Fernsehgeld (zuletzt 140 000 Euro) sicher – und das vergrößert die Möglichkeiten. Es ist also nicht ganz so leicht, die Spitze der Bremen-Liga vorherzusagen.

Im eigenen Verein läuft es dagegen relativ gut für Günter Hermann. Er ist sich zu „99,9 Prozent“ sicher, dass er auch zukünftig den Sportlichen Leiter des FCO geben wird. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt der 57-Jährige. In den Gesprächen, die er derzeit mit dem Vorstand – er muss sich im Juni dem Mitgliedervotum stellen – führt, hebt Günter Hermann aber eines hervor: „Wir müssen uns professioneller aufstellen.“ Sollte die Regionalliga am Vinnenweg tatsächlich einmal realisiert werden, sieht Hermann einen Bedarf im Umfeld des Teams und auch im Jugendbereich des Vereins. Denn diese Arbeiten sind seiner Ansicht nach nicht nur mit Ehrenamtlern zu bestreiten. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel ständen durch Sponsoren auch bereit.

„Wichtig ist aber, dass wir nach wie vor keine Querelen haben“, betont Günter Hermann. Es läuft offenbar recht harmonisch in Oberneuland. In einem Punkt waren sich Sportlicher Leiter und Vorstand zuletzt aber nicht einig. Die Regionalliga-Lizenz wurde dem Brinkumer SV nämlich nur erteilt, weil er für seine Sicherheitsspiele eine Ausweichstätte präsentieren konnte: das Stadion am Vinnenweg. Der Umzug war dem neuen Meister durch die Funktionäre des FC Oberneuland gestattet worden. „Ganz ehrlich: Von meiner Seite aus wäre das nicht so gelaufen“, sagt Günter Hermann. Er hätte dem Konkurrenten keine Möglichkeit zum zeitweisen Wechsel der Spielstätte eingeräumt. Das habe allerdings nichts mit Brinkum zu tun oder mit einer absichtlichen Schwächung des Konkurrenten, sondern einen einfachen Grund: „Wir haben kaum Plätze und benötigen sie selbst.“

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