Mario Bolduan (r.) Fc Worpswede Stabilisator im Spiel des FC Worpswede: Kapitän Mario Bolduan (links), hier im Duell mit Langwedels Emrah Tavan. © Björn Hake
Mario Bolduan (r.) Fc Worpswede

FC Worpswede: Die Abwehr macht's

Rückblick: Bezirksligist sichert sich mit einer bärenstarken Defensive in der Rückrunde den Klassenerhalt

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Eine gute Offensive kann Siege einfahren und eine gute Defensive eine Meisterschaft, heißt es. Beim FC Worpswede muss man die alte Fußball-Weisheit abwandeln: Da hat eine starke Leistung der Abwehr um den Rückhalt im Tor, Ruven Voß, in der Rückrunde der Weyerberg-Elf den Klassenerhalt in der Bezirksliga 3 gerettet. Am Ende der Herbstserie stand der FCW mit mageren zwölf Punkten und einem Torverhältnis von 20:43 auf Tabellenplatz 15. Im Frühjahr begann eine Aufholjagd, die 23 Punkte einbrachte und Rang sechs. Mit 23 erzielten Toren war die Angriffsbilanz nur unwesentlich besser, aber – nur 21 Treffer kassierten die Grün-Weißen.

Dass am Ende der Saison Tabellenplatz zwölf zu Buche stand mit sechs Zählern Vorsprung auf den Relegationsrang, betrachtet Trainer Gregor Schoepe insgesamt als positiv. Er sagt aber auch: „Wir haben viel Lehrgeld gezahlt. Nach dem Riesen-Umbruch im Sommer mit vielen jungen Spielern hat es super lange gedauert, bis wir uns gefunden haben. Es war auch für mich persönlich eine schwere Zeit.“ Erst nach der Winterpause habe seine Mannschaft die nötige Stabilität gezeigt: „Die Jungs haben sich super weiterentwickelt.“

Damit die Kehrtwende tatsächlich gelingt, musste Schoepe an mehreren Stellschrauben drehen. In der verstärkten Abwehr waren die Innenverteidiger Elias Schupp und Hendrik Meinhardt sowie davor die beiden Sechser Damian Bogus und Mario Bolduan nebst Keeper Ruven Voß die Säulen des Erfolgs. Dazu kamen die personellen Veränderungen. Nicht etwa in Form von Neuzugängen. Nein, Schoepe reduzierte seinen anfangs 25 Mann starken Kader: „Das hat uns gutgetan, trotz des damit verbundenen Risikos.“

Im Dezember strich der Coach endgültig – die Entwicklung hatte sich schon vorher angedeutet – Dave Rothwell, Thomas Aslan und Younus Babagale Sow aus dem Kader. Sie hatten ohnehin wenig bis null Einsatzzeit. Schoepe monierte bei den Betroffenen mangelnden Teamgeist. Weil aus beruflichen Gründen darüber hinaus Dennis Gulde und Sherief El-Shafie fehlten sowie Stefan Hensel aus privaten Gründen, wurde das Personal arg knapp. Schoepe: „Die Ausfälle konnten wir nicht kompensieren.“ Selbst ein Youngster wie Lars Rieken – er war im Sommer vom SV Lilienthal/Falkenberg gekommen und wurde erst im November 18 Jahre alt – wuchs da schnell zum Stammspieler mit 22 Einsätzen heran. Zudem wurde Benny Benaiges, der sich im Sommer in die dritte Herren verabschiedet hatte, für die Erste reaktiviert. Er lief neunmal auf. Zum Glück für Worpswede blieb das Verletzungspech, das die Mannschaft im Herbst noch arg dezimiert hatte, in der Rückrunde aus.

„Ja, als wir uns im Winter alle an einen Tisch gesetzt haben, ist es auch mal lauter geworden“, gibt Kapitän Mario Bolduan zu. Auch Coach Schoepe zeigte sich selbstkritisch: „Wir mussten uns alle hinterfragen.“ Aber man habe sich ausgetauscht, so Bolduan, und zusammengerauft. Vor allem konnte der 31-Jährige dann wesentlich häufiger auflaufen. Wegen Knieproblemen (Innenband, Meniskus) hatte er oft und lange pausieren müssen. Immerhin kam der Routinier auf insgesamt 13 Einsätze, in denen er der Mannschaft mehr Sicherheit gab.

Seine persönliche Leistungsbilanz fand Bolduan „wenig befriedigend“, und bei 100 Prozent sei er noch lange nicht angelangt. Aber er habe dem Team hoffentlich helfen können, indem er Ruhe ausstrahlt. Eine herausragende Rolle hätten dagegen seine Nebenleute Brian Manske und Elias Schupp gespielt – und Torwart Ruven Voß: „Er hat uns den Arsch gerettet.“

Trainer Schoepe jedenfalls hätte sich sein erstes Jahr in Worpswede „nicht in den kühnsten Träumen“ so vorgestellt. Zu den positiven Dingen zählt der 39-Jährige aber auch dieses: „Die jungen Spieler gehen gestärkt aus dieser Saison heraus.“ Zu den Dingen, die er in der kommenden Saison verändern will, zählt auch, dass er mit einem Co-Trainer arbeiten möchte. Die Rolle sollte eigentlich Dennis Reichow einnehmen. Wegen seines Studiums sei das aber zeitlich nicht möglich gewesen.

Schoepes künftige rechte Hand soll deshalb Florian Neumann werden, der wegen Kniebeschwerden künftig wohl nicht regelmäßig auflaufen kann. Da haben sie am Weyerberg ja schon mal eine wichtige Personalie geklärt. Einige weitere stehen noch an bis zur Saisonvorbereitung, die am 1. Juli startet. Weil sich der im Winter gekommene Philipp Krol beim FC nicht durchsetzen konnte und Ruven Voß bekanntlich zum TSV Dannenberg wechselt, sorgt sich Schoepe um die Position zwischen den Pfosten: „Wir brauchen zwei neue Torleute.“

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