11. Juni 2018 / 14:00 Uhr

FC Worpswede: Ohne Disziplin und Leidenschaft

FC Worpswede: Ohne Disziplin und Leidenschaft

Reiner Tienken
Wechselte aus dem Worpsweder Tor auf die Trainerbank: Sven Vorburg konnte den Abstieg aber nicht mehr verhindern.
Wechselte aus dem Worpsweder Tor auf die Trainerbank: Sven Vorburg konnte den Abstieg aber nicht mehr verhindern. © Werner Maaß
Anzeige

Für Trainer Sven Vorburg sind die Gründe für den Abstieg des Bezirksligisten selbst verschuldet

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Für die Fußballer des FC Worpswede entpuppte sich der Abgang von Stammtorwart Ruven Voß (zurück zum TSV Dannenberg) in der Serie 2017/18 im Nachhinein als Anfang vom Ende. Diese Baustelle im Tor konnte der Verein während der abgelaufenen Saison nicht annähernd vollständig zu schließen. Das Ende vom Lied war für den FC Worpswede als Sechzehnter tief im Tabellenkeller der unausweichliche Abstieg.

Die Saison begann für die Weyerberg-Kicker ebenso ernüchternd (SV Komet Pennigbüttel 0:4) wie sie für die Grün-Weißen endete (FC Hambergen 1:7). Dazwischen lagen für den FC Worpswede Auftritte, die bis auf einige Ausnahmen Defizite auf dem Rasen schonungslos aufdeckten. Die Mängelliste blieb natürlich auch dem Vereinsvorsitzenden Uwe Bangel
nicht verborgen. "Wir hatten keinen Stammtorwart. Dazu kamen Disziplinlosigkeiten. Von den Leistungen der arrivierten Leute war ich ein bisschen enttäuscht.“  Kritik riefen beim Vereinschef aber auch die Ansetzungen hervor. „Wir hatten vier Auswärtsspiele in acht Tagen. Ohne diesen Spielplan wären wir nicht abgestiegen“, sagte Uwe Bangel.

Der FC Worpswede beschäftigte in einer verkorksten Saison zwei Trainer. Gregor Schoepe (8 Spiele/4 Punkte) wurde nach einem desaströsen Start in die Herbstserie 2017 frühzeitig von seinen Aufgaben entbunden. Sven Vorburg (24 Spiele/22 Punkte) sorgte zwischendurch für eine Trendwende, konnte das Abstiegsgespenst aber auch nicht mehr vertreiben.

Eines der Kardinalprobleme lag für den FC Worpswede im Tor. Es fehlte ein echter Rückhalt. Mit Till Augsburg, Tom Bergmann, Bartosz Hölscher, Ivo Kiekhöfer, Florian Neumann und
 Sven Vorburg standen gleich sechs Akteure im Saisonverlauf zwischen den Pfosten aus. Sven Vorburg zog sich nach seiner Beförderung zum Cheftrainer als Schlussmann zurück, um von der Seitenlinie mehr Einfluss auf das Team zu nehmen. Mit Florian Neumann trug sogar ein Feldspieler mehrfach das Trikot mit der Rückennummer eins, stellte da wiederholt
sein Naturtalent im Tor unter Beweis.

Unermüdlicher Antreiber und Mannschaftskapitän: Jan-Henrik Kück.
Unermüdlicher Antreiber und Mannschaftskapitän: Jan-Henrik Kück. © Christian Kosak
Anzeige

Dem FC Worpswede, der über die Saison hinweg 38 Akteure einsetzte (Top-Scorer: Jan-Henrik Kück, acht Treffer), fehlte es gegenüber der Konkurrenz aber auch die Routine auf dem Feld. Mit Philip Gerken, Niklas Heitmann und Lukas Rodenburg standen drei Spieler des Jahrgangs 1999 regelmäßig in der Startelf, die sich bei allem Talent erst an Tempo und Körpereinsatz im Herrenbereich gewöhnen mussten. Nils Köster, ebenfalls noch U19-Spieler, zog sich zur Winterpause zurück. „In der Hinrunde hat es uns eigentlich an allem gefehlt. Vom Ehrgeiz bis zur Disziplin. In der Rückrunde lief es sehr gut, bis das Verletzungspech kam“, sagte der 18-jährige Youngster im Team, Niklas Heitmann. Bartosz Hölscher
(Kreuzbandriss), Eric Kientega (Schulterblessur) und Philip Gerken (Wadenbeinbruch) laborierten an hartnäckigen Verletzungen. Beim Sechser Niklas Heitmann brach nach überstanden geglaubtem Muskelfaserriss bei seinem Comeback dann die alte Verletzung wieder auf.

Für den Trainer trugen mehrere Faktoren zum Abstieg bei. Sven Vorburg: „Die Probleme sind sicherlich selbstverschuldet. An der fußballerischen Qualität der einzelnen Spieler lag es nicht. Mangelnde Disziplin und Leidenschaft, Unruhe im Umfeld, was sich summiert in der schlechten Trainingsbeteiligung und in den Spielergebnissen widerspiegelt, waren über die ganze Saison unsere Hauptprobleme.“ Die Grün-Weißen um Kapitän Mario Bolduan deuteten sporadisch an, dass sie sich vor Bezirksliga-Gegnern mit hohem Potenzial keineswegs zu verstecken brauchten. Sechs der 26 Saisonzähler spielten die Künstlerdorf-Kicker gegen den SV Lilienthal-Falkenberg ein (2:1, 1:0). Entscheidend im Abstiegskampf waren für den FC Worpswede jedoch vor allem die Niederlagen in den Schlüsselspielen. Die Akteure um Antreiber Jan-Henrik Kück ließen sich in den Kellerduellen zu häufig die Butter vom Brot nehmen.

Mehr zur Bezirksliga Lüneburg 3
Die aktuellen TOP-THEMEN

Mega-Sale: SPORTBUZZER-SHOP

Mehr Fußball aus der Region

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus Bremen
Sport aus aller Welt