20. November 2018 / 16:45 Uhr

Fetsch-Hattrick: Dynamo Dresden verliert Geheimtest gegen den Halleschen FC mit 1:4

Fetsch-Hattrick: Dynamo Dresden verliert Geheimtest gegen den Halleschen FC mit 1:4

Stefan Schramm
Blick auf die leere Westtribüne während des geheimen Testspiels SG Dynamo Dresden gegen Hallescher FC.
Blick auf die leere Westtribüne während des geheimen Testspiels SG Dynamo Dresden gegen Hallescher FC. © Dennis Hetzschold
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Dynamo Dresden hat am Dienstag ein geheimes Testspiel gegen den Halleschen FC mit 1:4 (0:0) verloren und es damit verpasst, sich nach der 1:8-Niederlage beim 1. FC Köln neues Selbstvertrauen fürs nächste Punktspiel am Sonntag zuhause gegen Ingolstadt zu holen.

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Dresden. Der Zweitligist aus Sachsens Landeshauptstadt traf bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gegen den Tabellensiebenten der 3. Liga im torlosen ersten Durchgang zweimal nur die Latte. In Halbzeit zwei sorgte Kapitän Patrick Ebert für die Dresdner Führung (65.), die ausgerechnet Ex-Dynamo Mathias Fetsch mit einem lupenreinen Hattrick innerhalb von sechs Minuten (66., 70., 72.) jedoch schnell zu Gunsten des HFC drehte. Martin Ludwig sorgte mit dem Abpfiff fürs Endresultat. Bis auf ein paar Pressevertreter fand die Partie im Rudolf-Harbig-Stadion unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. „Letztlich sieht man, dass es ein Testspiel war. Wir haben das aber auch als Future-League-Spiel genutzt, haben noch ein paar junge Talente nachher gebracht. Ich glaube, dass wir die erste Stunde ordentlich gelöst haben und die letzte halbe Stunde nicht so gut“, bilanzierte SGD-Trainer Maik Walpurgis im Anschluss an die Partie, die er sich bestimmt anders vorgestellt hatte.

DURCHKLICKEN: Das sind die Fotos des geheimen Testspiels zwischen Dynamo Dresden und dem Halleschen FC

Die Mannschaften nehmen Aufstellung im leeren Stadion zum geheimen Testspiel SG Dynamo Dresden gegen Hallescher FC. Zur Galerie
Die Mannschaften nehmen Aufstellung im leeren Stadion zum geheimen Testspiel SG Dynamo Dresden gegen Hallescher FC. © Dennis Hetzschold
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Bei Dynamo feierte Jannik Müller, der seit Ende August aufgrund einer Knöchelverletzung gefehlt hatte, sein Comeback in der Innenverteidigung. Kurzfristig war er für Marco Hartmann in die Startelf gerutscht, den SGD-Trainer Maik Walpurgis eigentlich in der Anfangsaufstellung vorgesehen hatte. Hartmann habe sich nachts im Schlaf eine Verspannung zugezogen und erst bei seiner Erwärmung signalisiert, dass er nicht spielen könne, erklärte Walpurgis. Neben Müller verteidigten Dario Dumic und Sören Gonther. Davor begannen Jannis Nikolaou und Patrick Ebert, der die Kapitänsbinde trug. Die linke Seite beackerten Philip Heise und Baris Atik, rechts spielte Erich Berko vor Außenverteidiger Niklas Kreuzer. Mittelstürmer war Moussa Koné, während Patrick Wiegers das Tor der Schwarz-Gelben hütete. Tim Boss, nominell zweiter Keeper hinter dem auf U20-Länderspielreise weilenden Markus Schubert, blieb draußen. Bei den von Torsten Ziegner trainierten Gästen saßen mit Innenverteidiger Hendrik Starostzik, Mittelstürmer Mathias Fetsch und Außenverteidiger Niklas Landgraf drei Ex-Dynamos auf der Bank.

Ein erstes Achtungszeichen in der Begegnung setzte Philip Heise, der nach Foul an Baris Atik einen direkten Freistoß aus zentraler Position und 23 Metern Torentfernung an die Lattenunterkante zimmerte (6.). Tom Müller im Hallenser Tor wäre wohl nicht an den Ball gekommen. Schon früh entwickelte sich ein Spiel mit klaren Feldvorteilen für die Dynamos, in der der HFC mit einer dicht gestaffelten Abwehr dagegenzuhalten versuchte. Die Schwarz-Gelben kamen in Durchgang eins noch zu einigen weiteren guten Einschussgelegenheiten. So wurde ein Schuss von Baris Atik, der am vergangenen Donnerstag im Testspiel bei Zweitliga-Kontrahent Union Berlin nach knapp einer Stunde Spielzeit den 1:1-Endstand besorgt hatte, nach 16 Minuten von Torwart Müller abgewehrt. Nach dem folgenden Eckball landete ein Kopfball von Moussa Koné auf dem Tornetz.

Fetsch! Fetsch! Fetsch! Das Unheil nahm seinen Lauf

Als Tom Müller ein Knallbonbon von Niklas Kreuzer (23.) übers Tor lenkte, gab es erneut Ecke für die SGD. Aus der entwickelte sich jedoch ein gefährlicher Konter der Gäste gegen die weit aufgerückten Dynamos. Braydon Marvin Manu lief Philip Heise auf und davon. Erst im letzten Moment störte Dresdens Außenverteidiger dessen Abschluss, der dadurch knapp links am Tor vorbeirollte. Das war die mit Abstand beste Torchance für den Drittligisten – und die Hausherren atmeten durch. Nachdem Patrick Eberts Schuss knapp am Tor vorbeigegangen war (27.) und kurz darauf Niklas Kreuzer mit seinem unplatzierten Gewaltschuss aus kurzer Distanz nur Torwart Tom Müller getroffen hatte (28.), prüfte auch Jannik Müller das Quergestänge (42.). Auch diesmal prallte der Ball von der Lattenunterkante zurück aufs Feld und der zweite Ball gehörte den Hallensern. So ging es ohne Zählbares in die Pause.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit ersetzte Lukas Röser Dynamos aktuellen Zweitliga-Toptorschützen Moussa Koné (sechs Saisontore) im Sturmzentrum. Linus Wahlqvist kam für Philip Heise ins Spiel, Niklas Kreuzer wechselte dafür auf die linke Außenverteidigerposition. Erneut hatte die SGD den besseren Beginn für sich. Doch Eberts direkten Freistoß aus 17 Metern konnte Tom Müller zur Ecke klären (47.). Dynamo probierte es weiter im Vorwärtsgang, auch wenn die nächsten klaren Torchancen nun auf sich warten ließen.

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Die einzige gelbe Karte des Spiels sah nach einer Stunde Jannis Nikolaou, der mit Foul an Julian Guttau einen HFC-Konter unterband. Aus dem fälligen direkten Freistoß entwickelte sich eine gute Chance zur Hallenser Führung, als der eingewechselte Jan Washausen im Fünfmeterraum an den Ball kam, Patrick Wiegers das Spielgerät allerdings aus spitzem Winkel zur Ecke abwehrte (61.). Dann war Wechselzeit auf beiden Seiten. Während für Halle Ex-Dynamo Mathias Fetsch (2014 bis Ende 2015 im Dresdner Trikot) in die Partie kam, mischten bei den Schwarz-Gelben nun Haris Duljevic, Kevin Ehlers und Osman Atilgan mit, Erich Berko, Jannik Müller und Baris Atik verließen das Spielfeld (63.). Duljevic hatte noch am Sonntagabend im bosnischen Nationaltrikot gesteckt und 0:1 in Spanien verloren.

Nun nahm die Partie richtig Fahrt auf. Aus einem gravierenden HFC-Abwehrschnitzer resultierte zunächst die Dresdner Führung. Tom Müller stand neben seinem Tor und passte auf Jan Washausen. Der spielte Patrick Ebert den Ball in die Beine und der vollendete zum 1:0 in den leeren Kasten (65.).

Postwendend folgte jedoch der Ausgleich. Kreuzer konnte die Hereingabe des eingewechselten Marvin Ajani nicht verhindern. Im Zentrum war Fetsch vor Gonther am Ball und vollendete zum 1:1 (66.). Damit nahm für die Walpurgis-Elf das Unheil seinen Lauf. Nachdem Röser mit seinem Heber-Versuch einen feinen Duljevic-Pass nicht zur erneuten Führung für die Heimelf veredeln konnte (69.), räumte auf der anderen Seite Patrick Wiegers an der Strafraumgrenze Halles Pascal Sohm ab. Schiedsrichter Henry Müller aus Cottbus entschied auf Elfmeter. Fetsch versenkte sicher oben rechts zur Gästeführung (70.). Und in der 72. Minute machte der 30-Jährige seinen Hattrick perfekt. Erneut verlängerte er eine scharfe Ajani-Hereingabe von rechts ins Tor (72.) – diesmal per Brust zum 1:3 aus Dresdner Sicht.

DURCHKLICKEN: Eindrücke vom Geheimtreffen SGD gegen HFC vom Spielfeldrand

3:1 für Halle! Mathias Fetsch (HFC) erzielt den Treffer und jubelt.
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3:1 für Halle! Mathias Fetsch (HFC) erzielt den Treffer und jubelt. © worbser

„Es freut mich natürlich riesig, dass es heute so geklappt hat. Das hätte ich jetzt auch nicht gedacht“, feixte „Fetscher“, dem vor fast genau vier Jahren auch im Dresdner Trikot mal ein Hattrick gelungen war. Im November 2014 schoss er die Schwarz-Gelben noch zu deren Drittliga-Zeiten zu einem 3:1-Auswärtssieg bei Hansa Rostock. „Klar freut es mich und auch die Mannschaft, einfach ein positives Gefühl aus einem guten Test gegen einen Zweitligisten zu nehmen“, so Mathias Fetsch weiter.

Nach dem Dreierpack ihres Ex-Spielers lag die SG Dynamo deutlich hinten und rannte erfolglos an. Nach 77 Minuten hatten dann Kreuzer, Nikolaou und Ebert Feierabend. Mit Justin Löwe, Luca Shubitidze und Marius Hauptmann kamen drei „junge Wilde“ noch zu etwas Einsatzzeit. Mit dem Abpfiff sorgte Martin Ludwig für den 1:4-Endstand. Dynamos Testspiel ging damit nach hinten los. Bis zum Heimspiel gegen Tabellenschlusslicht FC Ingolstadt am Sonntag (13:30 Uhr) hat Maik Walpurgis aber noch einige Tage, um seine Mannschaft neu einzustellen.

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