Jan Seidel darf wieder nach Italien. © Privat

FIFA-Schiedsrichter Jan Seidel: Rom vor Augen - die Weltmeisterschaft im Kopf

Schiedsrichter Jan Seidel aus Schwante (Oberhavel), der für den SV Grün-Weiss Brieselang amtiert, schnuppert am Dienstagabend zum zweiten Mal Champions-League-Luft.

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Wenn Dienstagabend die Champions-League-Hymne im Olympiastadion von Rom erklingt, dann ist auch Jan Seidel aus Schwante wieder voll in seinem Element. Der 33-Jährige wird als zweiter Assistent von Fußball-Schiedsrichter Daniel Siebert dann sein zweites Spiel in der europäischen Königsklasse miterleben und fiebert der Partie schon entgegen. „Auch für uns Schiedsrichter sind die Champions-League Auftritte etwas ganz besonderes. Wenn die Hymne läuft, ist das ein Gänsehautmoment und für mich immer noch etwas sensationelles. Das dies zur Routine wird, ist bei mir auf keinen Fall so.“

Der Weg bis nach Rom gestaltete sich zunächst aber schwerer als erwartet. Seidels Flug von Berlin in die italienische Hauptstadt verzögerte sich. „In München gab es wohl heftige Schneefälle, daher ist mein eigentlich geplanter Flug nicht zustande gekommen“, erklärt Seidel am Telefon zwischen Gepäckabgabe und Check-in. Die Partie am Dienstagabend zwischen dem AS Rom und dem aserbaidschanischen Vertreter FK Qarabag Agdam wird das zweite Spiel für Jan Seidel auf internationalem Top-Niveau.

Wieder nach Italien

Dass die erste Partie mit einem Gastspiel bei Juventus Turin ebenfalls in Italien stattfand, stört den gebürtigen Berliner nicht. „Nein, das ist kein Problem. Ich freue mich sehr auf die Partie, denn vor allem für die Roma geht es noch um den Einzug in das Achtelfinale.“ Dass die Schiedsrichtergilde einen Tag vor Spielbeginn bereits anreist, ist nicht etwa touristischer Neugier geschuldet, sondern dient einem strikten Ablaufplan der UEFA (Union of European Football Associations). „Es gibt eine klare Vorgabe, dass man einen Tag vor Spielbeginn anreisen muss. Wir werden dann in einem Meeting komplett auf die anstehende Partie eingestimmt, mit Videos, Statistiken und allem was dazugehört“, berichtet der für den SV Grün-Weiss Brieselang (Havelland) pfeifende Seidel.

Zudem trainieren die Schiedsrichter, wie auch die Mannschaften, einen Tag vorher im Stadion. „Im Idealfall fahren wir direkt vom Flughafen zum Stadion und absolvieren dann dort unsere Trainingseinheit. Es ist auch immer gut, dadurch sofort ein Gefühl für das Stadion zu bekommen, zudem kann man sich vor Ort schon abstimmen und auf die Gegebenheiten einstimmen“, so Seidel. Auf die Frage, welche Spiele ihm am liebsten seien, hat der 33-Jährige eine klare Antwort: „Man muss es nehmen wie es kommt, vorhersehen kann man es nie. Wenn ich es mir aber aussuchen könnte, würde ich entspanntere Spiele bevorzugen. Ich sehne mich nicht nach hochemotionalen Spielen“, erzählt Seidel mit Augenzwinkern.

Früh für Karriere an der Linie entschieden

Seit 2012 ist Jan Seidel Bundesliga-Schiedsrichter und zählt zum Team des Berliners Daniel Siebert. 77 Bundesligapartien hat er seitdem bestritten und steht seit 2016 auch auf der FIFA-Liste, die ihn für internationale Auftritte berechtigt. In seiner Rolle als Assistent fühlt sich der Brandenburger wohl: „Es gibt da auch keine Alternative. Ab einem bestimmten Level gibt es nur noch zwei Karrierewege – die Mitte oder die Außenlinie. Ich habe die Chance für die Außenlinie bekommen und fühle mich damit rundum zufrieden.“ Viele weitere Spiele auf internationalem Terrain könnten folgen, bestätigt Seidel. Im Sommer nahmen er und seine Kollegen schon an der U 21-Europameisterschaft in Polen teil. „Das war super und eine klasse Erfahrung.“ Nun hofft Seidel langfristig auf eine ganz andere Bühne. „Klar wäre eine Teilnahme an einer Weltmeisterschaft etwas grandioses, das ist schon ein Ziel von mir“, so Seidel, der für seinen Traum noch zwölf Jahre Zeit hat, dann würde die Altersbegrenzung einen Riegel davor schieben.

Doch nicht nur der „große Fußball“ beschäftigt Seidel, auch zu seinem Heimatverein hat er noch enge Kontakte. „Ich stehe gelegentlich mit Trainer Patrick Schlüter in Kontakt und verfolge die Entwicklung von Brieselang. Ich hoffe, sie können die Oberliga halten.“ Auch in seinem Wohnort Schwante möchte sich Seidel irgendwann mehr einbringen. „Ich weiß, dass in Vehlefanz eine Tartanbahn rund um den Fußballplatz ist, das wäre eine gute Gelegenheit zum Trainieren. Allerdings ist das nicht ganz oben auf meiner To-do-Liste, aber vielleicht in der Zukunft, am schauen.“ Zunächst ist Rom im Fokus: Der Flieger startete mit Jan Seidel an Bord zum nächsten Highlight-Spiel.

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