05. Februar 2019 / 11:42 Uhr

FIS-Präsident Kasper über Wintersport: "In Diktaturen ist es für uns einfacher"

FIS-Präsident Kasper über Wintersport: "In Diktaturen ist es für uns einfacher"

Angelo Freimuth
Twitter-Profil
Gian Franco Kasper ist seit 1998 Präsident des Internationalen Skiverbandes FIS. 
Gian Franco Kasper ist seit 1998 Präsident des Internationalen Skiverbandes FIS.  © Getty Images
Anzeige

Vor Beginn der Ski-WM in Schweden sprach Gian Franco Kasper, Präsident des Internationalen Skiverbandes (FIS), über die Vergabe der Olympischen Spiele an diktatorisch geführte Länder und äußerte deutliche Zweifel am Klimawandel. 

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Seit Jahren kritisieren Umweltschützer den Skisport und beklagen unter anderem den enormen Energie- und Wasserverbrauch für Kunstschnee-Pisten. Gian Franco Kasper, Präsident des Internationalen Skiverbandes (FIS), wies im Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger die Kritik nun zurück: "All die Diskussionen über Kunstschnee oder Wasserverschwendung: Das hört einfach nicht auf. Obwohl kein einziger Tropfen verloren geht. Die Energie, die es dafür braucht, ist etwas anderes, aber bezüglich Wasserverschwendung: Spritzen Sie den Garten, ist das Wasser auch nicht ein für alle Mal weg."

Olympia 2018: Alle deutschen Medaillengewinner im Überblick

Natalie Geisenberger, Laura Dahlmeier, Eric Frenzel, Andreas Wellinger: Wir zeigen alle deutschen Medaillen bei den Olympischen Winterspielen 2018. Zur Galerie
Natalie Geisenberger, Laura Dahlmeier, Eric Frenzel, Andreas Wellinger: Wir zeigen alle deutschen Medaillen bei den Olympischen Winterspielen 2018. ©
Anzeige

Zudem äußerte der 75-Jährige Zweifel am Klimwandel und erklärte: "Es gibt keinen Beweis dafür. Wir haben Schnee, zum Teil sehr viel. Ich war bei Olympia in Pyeongchang, zu Beginn war es minus 35 Grad. Jedem, der schlotternd auf mich zukam, sagte ich: Welcome to the global warming." Dass im Zuge der Olympischen Spiele in Südkorea für den Bau einer Abfahrtspiste rund 100.000 Bäume in einem Naturschutzgebiet gefällt wurden, sieht Kasper ebenfalls nur bedingt kritisch: "Das waren eher Büsche als Bäume. Aber es war ein Rieseneingriff, keine Frage. Nur verstehe ich die Koreaner, die fragen, warum nicht auch sie das Recht haben sollen auf touristische Skipisten."

Mehr zu Olympia

Nichtsdestotrotz wächst insbesondere innerhalb Europas die Kritik am Umfang des Aufwandes, den die Olympischen Spiele mit sich bringen. Zahlreiche mögliche Bewerbungen scheiterten an Volksabstimmungen, sodass für die kommenden Winterspiele 2022 nur der spätere Sieger Peking und Almaty in Kasachstan als Kandidaten zur Wahl standen. Dass sowohl China als auch Kasachstan wegen Menschenrechtsverletzungen immer wieder für Diskussionen sorgen, ist für FIS-Präsident Kasper kein Ausschlusskriterium. "Es geht um den Sport, wo er stattfindet, ist in gewisser Weise sekundär", urteilte das ehemalige Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOK).

Kasper: "Diktaturen müssen nicht das Volk befragen"

"Es ist nun einmal so, dass es für uns in Diktaturen einfacher ist. Vom Geschäftlichen her sage ich: Ich will nur noch in Diktaturen gehen, ich will mich nicht mit Umweltschützern herumstreiten", sagte Kasper im Interview mit dem Tagesanzeiger weiter und schloss: "Diktaturen können solche Veranstaltungen mit links durchführen, die müssen nicht das Volk befragen."

Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus aller Welt