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"Bin ein glücklicher Spieler": Großes Interview mit Florian Hübner

96-Innenverteidiger Florian Hübner in Teil I des großen Interviews über die Derby-Folgen und den Aufstieg.

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Florian Hübner, haben Sie den Derbysieg denn ausgiebig gefeiert?

Wir haben uns abends mit einigen aus der Mannschaft zusammengesetzt und eine Kleinigkeit getrunken. Es stand enorm viel auf dem Spiel. Es war so viel Druck da. Seit 19 Jahren nicht gewonnen, das Spiel durften wir nicht verlieren. Dann haben wir gewonnen und dabei ordentlich gespielt. Wenn uns das nicht stimmungsmäßig noch mal hochzieht, weiß ich auch nicht.

Wie findet man nach so einem emotionalen Höhepunkt zurück in den Alltag?

Man ist natürlich erst mal in einer anderen Welt, das hält auch immer noch ein bisschen an. Das ist ja das Schöne. Wenn wir verloren hätten, wäre es genau andersherum. Wir nehmen die Emotionen mit in die Woche und ins Spiel in Aue. Da dürfen wir auch keinen Schritt weniger machen als gegen Braunschweig. Das wird ein schweres Spiel.

Sie hatten eine schwere Zeit in der Hinrunde, haben da nur 18 Minuten gespielt. Jetzt sind Sie Stammspieler, Garant für den Erfolg, mit Ihnen steht die Null. Wie verarbeiten Sie diese Achterbahnfahrt?

Die Hinrunde war für mich nicht einfach, umso glücklicher bin ich, dass ich die Chance bekommen habe und seit dem Dresden-Spiel dabei bin. Die Mannschaft steht stabil, wir arbeiten als Team sehr gut gegen den Ball, das macht es uns hinten leichter. Wir stehen nicht mehr so offen. Auch wenn wir den Ball haben, haben wir immer noch eine Sicherung. Das tut uns gut, wir haben in den letzten Spielen kaum etwas zugelassen. Das müssen wir mit in die nächsten Wochen nehmen. Vorne sind wir immer gut für ein Tor.

Warum haben Sie in der Winterpause nicht den Club gewechselt?

Ich hatte Angebote und wollte vom Verein wissen, ob sie mit mir planen. Da wurde mir klar gesagt, wir brauchen dich für die Rückrunde, du bekommst deine Chance. Und so kam es auch.

Sie sind unter Daniel Stendel ins Team gerutscht und unter André Breitenreiter gesetzt. Was unterscheidet die beiden Trainer?

Der alte Trainer hat kein schlechtes Gerüst hinterlassen, der neue Trainer musste nur Nuancen verändern, hat gute Stimmung und etwas Positives reingebracht. Das ist für mich und die ganze Mannschaft ganz wichtig. Wir haben noch fünf Spiele, die wir erfolgreich bestreiten wollen. Es kommt schon viel Druck und öfter mal Negatives von außen auf uns zu. Wir in der Kabine müssen wissen, wo wir stehen und was wichtig ist. Der jetzige Trainer versucht mit jedem zu reden, wie es einem geht, wie der Fitnesszustand ist. Er versucht, in die Spieler hi­neinzublicken.

Was sieht er, wenn er in Sie hineinblickt?

Im Moment blickt er in einen glücklichen Spieler. Die Spiele sind gut gelaufen. Wir haben sechsmal zu null gespielt, was auch mit mein Job ist. Unsere letzten Siege haben wir verdient geholt.

Was ist genau anders unter Breitenreiter?

Wir versuchen besser Fußball zu spielen, auch wenn es in der zweiten Liga brutal schwer ist, sich nach vorn zu kombinieren. Wir wissen aber auch, dass wir nicht Harakiri spielen müssen. Uns muss erst mal ein Gegner ausspielen, um ein Tor zu schießen. Dazu gehen wir weniger Risiko ein. Mit Salif (Sané) verstehe ich mich sehr gut, die Außenverteidiger spielen seit Wochen sehr stark. Im Moment kommt fast jeder an sein Limit. Nur so kann man auch die Spiele gewinnen: Kampf, Wille, Leidenschaft – und wenn dann jeder seine Qualität einbringt, wird es für die Gegner schwer.

Warum läuft es auswärts noch nicht so gut wie zu Hause?

Das frage ich mich auch. Zu Hause vor der Kulisse, das packt einen immer und macht Riesenspaß. Es gibt in der zweiten Liga auch einfach keine leichten Auswärtsspiele. Das wird in Aue nicht anders werden. Die stehen in der Tabelle zwar relativ weit unten, aber es wird ein ganz schweres Spiel. Ich habe schon mehrmals in Aue gespielt. Wir müssen versuchen, dort wie zu Hause aufzutreten.

Das Spiel bei Ihrem Ex-Verein Sandhausen könnte am letzten Spieltag entscheidend sein. Haben Sie schon mal Ihre alten Kumpel angefunkt und darum gebeten, dann ein bisschen langsamer zu machen?

Ich habe noch Kontakt nach Sandhausen, aber die sind jetzt auch unten reingerutscht, das letzte Spiel könnte für sie auch wichtig werden. Ich hoffe, dass wir unser Ziel bis zu dem Spiel schon erreicht haben.

Mit jetzt 56 Punkten wäre es schon ärgerlich, wenn der Aufstieg noch verspielt werden sollte.

Wenn du schon so viele Punkte geholt hast und den Aufstieg schon fast greifen kannst, musst du auch die letzten Spiele durchziehen und die Punkte holen. Jeder in der Kabine ist davon hundertprozentig überzeugt. Es gibt keine Ausreden.

Wie viele Punkte braucht 96 noch zum Aufstieg?

Es ist schwierig zu rechnen. Wir müssen immer von Spiel zu Spiel und nur auf uns schauen. Wichtig ist, dass wir die Heimspiele gewinnen und auch auswärts punkten. Wenn wir hinten gut stehen, nach vorne immer gefährlich sind und auch über Standards etwas machen können, dann wird uns das gelingen.

Mit einem Standardtor sind Sie auch mal dran?

Das wäre mal schön. Aber wenn hinten die Null steht, reicht es, wenn andere die Tore machen.

In Teil II des Interviews spricht der 96-Verteidiger über seine Fußball-Familie. Mehr dazu hier.

Hannover 96 (Herren) Fussball 2. Bundesliga Region/Hannover

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