14. November 2018 / 10:33 Uhr

Football Leaks: So dubios lief der Wechsel von Ex-96-Talent Nicolas Kühn nach Leipzig

Football Leaks: So dubios lief der Wechsel von Ex-96-Talent Nicolas Kühn nach Leipzig

Redaktion Sportbuzzer
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Wechselte im Jahr 2015 unter dubiosen Umständen von Hannover 96 zu RB Leipzig: Nicolas Kühn.
Wechselte im Jahr 2015 unter dubiosen Umständen von Hannover 96 zu RB Leipzig: Nicolas Kühn. © imago/Jan Huebner
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Als eines der größten Talente von Hannover 96 wechselte Nicolas-Gerrit Kühn im Jahr 2015 zu RB Leipzig. Der Transfer des damals 15-jährigen Angreifers schlägt drei Jahre später hohe Wellen. Wie geheime Football-Leaks-Dokumente des Spiegel zeigen, verdienten Berater offenbar auf zwielichtige Art und Weise an dem Deal mit.

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Schon früh geriet Nicolas-Gerrit Kühn in das Blickfeld der Bundesliga-Scouts. Schon im Alter von 11 Jahren wechselte zu Hannover 96, wo der gebürtige Wunstorfer drei Jahre höchst erfolgreich stürmte. Rasch interessierten sich Top-Klubs wie Bayern München, Bayer Leverkusen oder der Hamburger SV für den Youngster. Den Zuschlag bekam schließlich RB Leipzig, das den Junioren-Nationalspieler im Alter von 15 Jahren zu den aufstrebenden Sachsen lotste.

So weit, so unspektakulär, werden Talente doch seit Jahren immer früher umworben. Doch der Kühn-Transfer nach Leipzig kam offenbar unter fragwürdigen Umständen zustande. Die vor kurzem vom Spiegel veröffentlichten "Football Leaks" deckten auf, dass in mehreren Fällen Berater bei Vereinswechsel minderjähriger Talente mitverdienten - unter Umgehung der Regeln des DFB, die dies untersagen. Darunter war auch der Fall Kühn, wie der NDR nun berichtete.

Ob in Hannover geboren, als Talent verpflichtet oder Stammkraft im 96-Nachwuchs: Diese Talente schafften ihren Durchbruch nicht bei 96 und verdienen jetzt woanders mit dem Fußball ihr Geld.

Kingsley Schindler spielt heute bei Holstein Kiel und mischt mit den Störchen die zweite Bundesliga auf. Bei Hannover 96 konnte sich der ehemalige U19-Spieler nicht durchsetzen und fand über die Stationen Neustrelitz und Hoffenheim II den Weg zum KSV. Zur Galerie
Kingsley Schindler spielt heute bei Holstein Kiel und mischt mit den Störchen die zweite Bundesliga auf. Bei Hannover 96 konnte sich der ehemalige U19-Spieler nicht durchsetzen und fand über die Stationen Neustrelitz und Hoffenheim II den Weg zum KSV. ©
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Mit diesen Tricks verdiente die Agentur "Spielerrat" offenbar mit

Bei den Verhandlungen über einen Wechsel Kühns von Hannover nach Leipzig engagierten die RB-Verantwortlichen laut den Football Leaks-Dokumenten Leute der Agentur "Spielerrat", die die Eltern des Nachwuchsspielers als "offensichtlich ahnungslos" einstuften. In einer internen Mail hieß es demnach, man "glaube nicht, dass Nic und seine Mutter in der Lage sein werden, eine vernünftige und 'richtige' Entscheidung zu treffen".

Mehr zu Nicolas Kühn beim Sportbuzzer

Vor diesem Hintergrund wurden Argumente für einen Wechsel zu RB formuliert. Die Mutter wurde zunächst mit einem Jobangebot geködert, für eine offenbar fiktive Arbeit sollte sie 25.000 Euro Euro in Rechnung stellen. Letztlich klappte der Wechsel - und "Spielerrat" sollte für die erfolgreiche Vermittlung entlohnt werden - trotz Verbands-Verbot.

So sind Ex-96-Spieler und Talente aus der Region Hannover in FIFA 19 bewertet:

Marcel Halstenberg (RB Leipzig), Gesamtbewertung in FIFA 19: 78 - FIFA 18: 75 Zur Galerie
Marcel Halstenberg (RB Leipzig), Gesamtbewertung in FIFA 19: 78 - FIFA 18: 75 ©

RB Leipzig bestreitet die Vorwürfe

In einer Honorarvereinbarung, die in den Football-Leaks-Dokumenten auftaucht, heißt es: "15.000 Euro fließen, wenn Nic mit 17 Jahren in der ersten Mannschaft spielt". Weitere 20.000 Euro sollte die Agentur laut einer internen Mail "irgendwie & irgendwo" bekommen, das heißt "Spielerrat" würde bei einem kommenden RB-Transfer für die "(nicht) geleistete Arbeit" mitkassieren.

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Laut NDR bestreiten sowohl RB Leipzig als auch "Spielerrat" die Vorwürfe. In der Stellungnahme des Bundesligisten heißt es: "Wir möchten ausdrücklich betonen, dass es im Zusammenhang mit dem Spielerwechsel von Nicolas Kühn zu keinem Zeitpunkt eine Zahlung oder sonstige Leistungen an die Spielervermittleragentur 'Spielerrat' (oder eine andere Spielervermittler-Gesellschaft) gegeben hat."

Kühn spielt mittlerweile für Ajax Amsterdam, im Januar 2018 gab Leipzig das vielversprechende Talent wieder ab, als Ablösesumme kassierten die "Roten Bullen" zwei Millionen Euro für den 18-Jährigen. Das Offensivtalent machte in dieser Saison vier Spiele für Ajaxs Reserveteam in der 2. niederländischen Liga, für die U19 des Rekordmeisters glänzte er mit drei Toren in der UEFA Youth League.

tk

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