Dynamo-Präsident Uwe Neuhaus (l.) bekam nach dem 4:0-Derbysieg Glückwünsche von Aues Präsident Helge Leonhardt. Dynamo-Präsident Uwe Neuhaus (l.) bekam nach dem 4:0-Derbysieg Glückwünsche von Aues Präsident Helge Leonhardt. © Imago
Dynamo-Präsident Uwe Neuhaus (l.) bekam nach dem 4:0-Derbysieg Glückwünsche von Aues Präsident Helge Leonhardt.

Freude bei Dynamos Uwe Neuhaus, Frust bei Jens Keller

Vor dem Ostklassiker Union gegen Dynamo ist die Stimmungslage in Dresden und Berlin völlig konträr

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Dresden/Berlin. „Absolut. Das kann man so unterstreichen!“ Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus widersprach nicht, als er nach dem 4:0-Derbysieg am MDR-Mikrofon gefragt wurde, ob das ein perfekter Tag gewesen sei. „Das war heute nicht nur ein hochverdienter Sieg, sondern einer, der von Anfang an zu spüren war“, tat der 58-Jährige am Sonntagnachmittag kund. Die Erleichterung, dass seine Mannschaft mit der besten Saisonleistung die Abstiegszone erst einmal verlassen hatte, war dem Westfalen auf den ersten Blick anzusehen.

Nach zwei Siegen in Folge hat sich die düstere Stimmung in Dresden komplett gedreht, die Fans strahlten auf dem Heimweg. Und den Spielern ging es nicht anders: „Heute kann man mal in Ruhe nach Hause fahren“, atmete Kapitän Marco Hartmann auf. Er freute sich, dass sich die Mannschaft als verschworene Einheit präsentiert und so aus dem Sumpf herausgearbeitet hatte: „Wir sind als Mannschaft noch einmal enger zusammengerückt. Wenn du auf die Fresse kriegst, gibt es die Möglichkeit, dass Einzelne abdriften. Oder du nimmst es zusammen auf – das ist uns ganz gut gelungen.“ Jeder habe gemerkt, welch hohe Qualität Dynamo besitzt, „wenn alle in die gleiche Richtung laufen“.

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Neuhaus betonte noch einmal, wie wichtig es gewesen sei, dass sich Verantwortliche und Spieler nicht von der nach sechs Pflichtspielen ohne Sieg aufgekommenen Unruhe im Umfeld hatten anstecken lassen: „Wir sind nicht mit in die Trauer eingefallen, haben gesagt: ,Oh, Scheiße! Jetzt sind wir auf dem drittletzten Platz und der Abstieg droht.‘ Wir wussten um die Situation in der 2. Liga, die Tabelle ist so eng beieinander.“ Die Mannschaft habe nach dem 3:1 in Düsseldorf und dem Kabinengespräch mit den Fans wieder eine tolle Einstellung gezeigt: „Die Konzentration, die Motivation, aber auch die Emotion, die die Mannschaft auf den Platz gebracht hat, gepaart mit Disziplin und Ordnung, das war heute so, dass ein Sieg dabei herauskommen musste.“

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Den hatten auch die Unioner – am Sonnabend in Berlin nächster Gegner der Dresdner – beim 1:2 in Bochum schon vor Augen, als Ex-Dynamo Toni Leistner Torjäger Sebastian Polter das 1:0 aufgelegt hatte. „Aber nach dem 1:1 haben wir die Linie verloren“, stöhnte Polter im „kicker“. Nach nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen verlor die Vereinsführung der Berliner gestern die Nerven und beurlaubte Trainer Jens Keller. Ein Affront für den 47 Jahre alten Coach, dessen Mannschaft nur fünf Punkte hinter einem direkten Aufstiegsplatz rangiert.

Der bisherige A-Juniorencoach André Hofschneider wird ab sofort übernehmen, teilten die „Eisernen“ am Montag mit. Das Union-Urgestein erhielt einen Cheftrainer-Vertrag bis 2019. „Es ist ein harter Schnitt, den wir vollziehen, weil wir ihn für notwendig halten. Mit unserer Spielweise und den Ergebnissen der letzten Wochen werden wir nicht den Ansprüchen gerecht, die wir klar formuliert und mit der Gestaltung des Kaders im Sommer deutlich untermauert haben“, sagte Lutz Munack, Geschäftsführer Sport, in einer Union-Erklärung. Neben Keller wurde auch der bisherige Co-Trainer Henrik Pedersen freigestellt. „Ich bin geschockt und kann es nicht verstehen. Wir waren in der vergangenen Woche noch in guten Gesprächen über einen neuen Vertrag“, sagte Keller bei www.ran.de.

Dass Fußball ein schnelllebiges Geschäft ist und die Stimmung rasch umschlagen kann – das weiß sein älterer Kollege Neuhaus nicht erst seit gestern. So warnte er seine Spieler noch am Sonntag vor Übermut: „Wir haben zwei Punkte Vorsprung vorm Relegationsplatz. Wem es jetzt zu gut geht, den werde ich schon wieder erden. Es hat sich nicht viel getan. Man merkt umso mehr, wie wichtig diese beiden Siege für uns waren.“

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