08. August 2018 / 21:01 Uhr

Frust bei Lok Leipzig: „Hier wird nur rumgepöbelt“  

Frust bei Lok Leipzig: „Hier wird nur rumgepöbelt“  

Fabian Held
Die Bank des 1. FC Lok Leipzig nach dem Spiel bei Viktoria Berlin: Die Blicke sprechen Bände.
Die Bank des 1. FC Lok Leipzig nach dem Spiel bei Viktoria Berlin: Die Blicke sprechen Bände. © Matthias Koch
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Nach drei Spieltagen herrscht Stimmungstief in Probstheida.

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Leipzig. In den letzten Monaten schien es mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig nur bergauf zu gehen. Profitum beschlossen, Kader früh zusammengestellt, neuer Dauerkarten-Rekord. Doch das kleine Euphorie-Pflänzchen wurde nach gerade einmal drei Pflichtspielen in der Regionalliga von den Fans zertrampelt. Nach der 1:2-Pleite gegen Aufsteiger Bischofswerdaer FV wurden die Spieler teils wüst beschimpft. „Schaut euch mal die Mannschaft von 87 an. Das waren noch Fußballer“, war noch die harmloseste Beleidigung, die vom Dammsitz aus in Richtung Spielfeld flog. Unnötig zu erwähnen, dass die meisten Lok-Spieler 1987 noch nicht geboren waren und sich der Fußball seitdem stark verändert hat.

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Was vielen Spielern sauer aufstieß: Die Form des Protests. Kommentare gingen weit unter die Gürtellinie. Hasserfüllte Fratzen brüllten die Spieler erst an, wenn sie ihnen den Rücken zugedreht hatten. „Wenn sie mich 90 Minuten nach vorne peitschen, dann sag ich: Ihr könnt mich beleidigen, alles gut. Aber es steht zur Halbzeit 0:0. Wir sind nicht besser, aber auch nicht schlechter. Und hier wird nur rumgepöbelt“, sagte Paul Schinke.

Überraschend war der Stimmungsausbruch aus zwei Gründen: Zum einen war die Mannschaft deutlich engagierter, als beim blamablen 1:4 in Berlin. Zum anderen sind gerade drei Spiele gespielt, von denen Lok den Auftakt gewonnen hat. Mit der Fankurve diskutierte das Team dann auch konstruktiv, es gab gegenseitige Aufmunterung. Doch was am Dammsitz geschah, hatte jedwedes Maß verloren. „Das funktioniert nicht, dass mich da einer volllabert, dass wir jetzt eine Reaktion zeigen sollen. Immer fünf Treppen nach oben gehen und dann im Weggehen pöbeln. Das geht nicht!“, wurde Schinke deutlich. „Dann komm runter an den Zaun und sag’s mir ins Gesicht. Da bekomme ich irgendwann einen Hals.“ Kapitän Robert Zickert ergänzte: „Es ist Frust, das ist menschlich. Wie es gesagt wird, weiß ich nicht, ob das immer in Ordnung ist. Das müssen wir uns immer gefallen lassen. Die Sprüche kommen, wenn wir so eine Leistung abrufen.“

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Trainer Heiko Scholz war später sichtlich bemüht, die Wogen zu glätten. „Bleibt uns treu!“, rief er bei der Pressekonferenz in den VIP-Raum. Gemeint war wohl eher der Dammsitz. „Danke an die Fankurve, die haben richtig Stimmung gemacht. Dammsitz, das sind die Jungs, die schon 50 Jahre die Treue halten. Dass die ein bisschen kritisch sind, kann ich verstehen“, versuchte der Coach zu beschwichtigen.

Sportlich war die zweite Niederlage in Serie ein Schlag ins Kontor. Derzeit wirkt die Mannschaft verunsichert, vor allem die Bürde des Profitums und die gestiegenen Erwartungen scheinen ein Problem zu sein. „Wir spielen kaum Chancen heraus. Wir machen zu viele individuelle Fehler, bei mir angefangen geht es komplett durch die Reihe“, meinte Sascha Pfeffer. „Die Abläufe müssen besser funktionieren“, meinte Zickert. Trainer Scholz ergänzte: „Jungs, die vier, fünf Wochen im Training überragende Leistungen gezeigt haben, sind auf einmal auch überrascht.“ Auch Scholz ist gefordert. Er muss die Mannschaft wieder aufrichten, ihr Sicherheit geben und gleichzeitig zwischen seinen Spielern und den Fans moderieren. Bereits am Sonntag steht das nächste Pflichtspiel an: bei Union Fürstenwalde.

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