14. September 2018 / 07:33 Uhr

Hannover 96-Stürmer Füllkrug im Interview: "Ich bin einfach torgeil"

Hannover 96-Stürmer Füllkrug im Interview: "Ich bin einfach torgeil"

Tobias Manzke
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96-Stürmer Füllkrug: Ich bin einfach torgeil
96-Stürmer Füllkrug: "Ich bin einfach torgeil" © Florian Petrow
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Nach seiner starken Saison mit 14 Toren ist Niclas Füllkrug Stürmer Nummer eins bei Hannover 96. Im Sportbuzzer-Interview spricht er über seine neue Rolle, wie man Tore trainiert, den 96-Saisonstart und seine Chancen in der Nationalmannschaft, für die er weiterhin "alles geben will, um irgendwann dieses Ziel zu erreichen."

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Herr Füllkrug, auch für Sie war Länderspielpause. Trotz des angekündigten Umbruchs in der Nationalelf wurden Sie von Bundestrainer Jogi Löw nicht nominiert. Waren Sie enttäuscht?

Natürlich hätte ich mich gefreut, wenn das passiert wäre. Aber ich hatte keine Ansprüche und ich habe auch weiterhin keine Ansprüche, zu sagen: Ich muss doch dabei sein. Mal schauen, wie es weitergeht. Ich versuche weiter alles zu geben, um irgendwann dieses Ziel zu erreichen.

Ex-96-Legenden wie Hans Siemensmeyer, Dieter Schatzschneider oder auch Thomas Brdaric haben Sie gelobt und hoffen auf eine Chance beim DFB für Sie. Freut sie das?

Natürlich. Gerade von zwei Leuten, die mich früher schon als Zweitligaspieler kritisch betrachtet haben. Es freut mich, wenn ich dann sogar deren Meinung etwas ändern kann (lacht). Auch über das Lob von Thomas Brdaric, habe ich mich sehr gefreut.

Ist es als 96-Spieler schwerer, Nationalspieler zu werden?

Das hoffe ich nicht und ich gehe auch nicht davon aus, dass das der Fall ist. Im Endeffekt geht es darum, die besten Spieler des Landes zu nominieren und ich glaube nicht, dass es dabei ein Problem ist, für 96 zu spielen.

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Toraktionen sind wichtiger als Tore

Zwei Liga-Spiele und noch kein Füllkrug-Treffer. Werden Sie schon unruhig?

Nein, überhaupt nicht. Vergangene Saison war es auch so, dass wir uns am Anfang sehr darauf konzentriert haben, dass die ganze Mannschaft funktioniert. So viele große Torchancen hatten wir noch nicht. Ich hatte ein paar Abschlüsse, aber da war noch nichts dabei, wo ich sage, den hätte ich machen müssen.

Ich versuche, auf meine Toraktionen zu kommen, was am Ende bei rausspringt, hat immer verschiedene Faktoren. Ich trainiere zwar die ganze Woche auf einen Torerfolg hin, aber am Ende messe ich mich nicht an meinen Toren. Wichtig ist, Toraktionen zu haben. Wenn du auf den Platz gehst und im Hinterkopf hast, dass du heute ein Tor schießen willst, dann schießt du keins.

Die neuen Marktwerte der Spieler von Hannover 96 - und wie sie sich seit August 2018 verändert haben. (Stand: 22. Oktober 2018, Quelle: transfermarkt.de)

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"Ich hatte schon immer jemanden ziemlich eng an mir"

Kann man Torerfolge wirklich trainieren?

Ich will in jedem Training meine Tore schießen. Wenn ich unter der Woche nicht zehn Tore gemacht habe, gehe ich auch nicht mit einem guten Gefühl ins Spiel.

Wenn wir Torschussprogramm haben, dann ist das für mich eine der wichtigsten Einheiten der Woche. Das wird vielleicht von vielen Außenstehenden immer als lockere Trainingseinheit gesehen, aber das ist für mich Konzentration pur. Ich zähle auch meine Tore im Training, ich bin halt nun mal ein Stürmer. Das gehört dazu, da bin ich einfach torgeil.

Nach Ihren 14 Treffern aus der vergangenen Saison: Haben Sie das Gefühl, bei den Gegenspielern anders im Fokus zu stehen?

Ich weiß natürlich nicht, was in den Köpfen meiner Gegenspieler vorgeht und ob die mich jetzt anders sehen. Aber wir haben jetzt gegen zwei Mannschaften gespielt, die defensiv sehr kompakt standen und da hatte ich schon das Gefühl, dass ich immer ziemlich eng jemanden an mir dran hatte.

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"Bin spielerisch schon deutlich stärker geworden"

Hat sich bei Ihnen was verändert, dass Sie jetzt Stürmer Nummer eins bei 96 sind?

Ich will meine Tore schießen und erfolgreich sein. Es geht einmal um den Erfolg der der Mannschaft, den hatten wir in den ersten beiden Spielen. Aber trotzdem sage ich nach den zwei Spielen: Ich hätte gern ein oder zwei hundertprozentige Chancen gehabt. Die hatten wir bisher noch nicht. Da hat man natürlich auch die Gier nach seinem persönlichen Erfolg.

Es sagen ja auch alle: Jetzt hat der Fülle 14 Tore gemacht, das muss er jetzt erstmal bestätigen. Und so ist das auch. Man muss immer wieder bestätigen. Das versuche ich diese Saison. Wir werden schauen, wie es klappt. Ich hoffe, dass ich gesund bleibe und glaube, dass ich in den ersten beiden Partien spielerisch schon deutlich stärker geworden bin, als es letzte Saison der Fall war.

Sie wirken auf dem Platz giftiger als in der vergangenen Saison. Haben Sie da auch eine Entwicklung durchgemacht?

Ich glaube, dass ich das schon immer in mir hatte. Aber aufgrund, dass ich noch nicht den Status oder die Anerkennung hatte, es zurückgehalten habe. Wenn ich der Mannschaft so helfen kann, ist das doch gut. In bestimmten Situationen kann das helfen, wenn man mal aggressiver auftritt und ein Zeichen setzt.

Vergangene Saison hatten wir noch andere Spieler auf dem Platz, die das übernommen haben. Es geht nicht, dass nur Stille auf dem Platz ist. Aber ich muss da auch noch weiter reinwachsen. Aber es muss sich keiner Sorgen machen: Ich habe mich im Griff.

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