08. Januar 2019 / 07:19 Uhr

Für den 40-jährigen Oliver Blazevic gilt: Alter schützt vor Toren nicht

Für den 40-jährigen Oliver Blazevic gilt: Alter schützt vor Toren nicht

Michael Felke
Trikot und Jahrgang 78: Oliver Blazevic trifft statistisch alle 35 Minuten für SVE Comet. In 428 Minuten Verbandsliga-Fußball hat er zwölf Tore geschossen.
Trikot und Jahrgang 78: Oliver Blazevic trifft statistisch alle 35 Minuten für SVE Comet. In 428 Minuten Verbandsliga-Fußball hat er zwölf Tore geschossen. © Michael Felke
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Lionel Messi, Pierre-Emerick Aubameyang, Kylian Mbappe und Robert Lewandowski. Alles Weltklasse-Stürmer, die beinahe in jedem Spiel ein Tor erzielen. Besonders schnell war in der laufenden Saison der 19-jährige Mbappe, der nur 70 Minuten pro Liga-Tor benötigte. Eine hohe Effektivität, die Respekt verdient. Als noch effizienter erwies sich allerdings ein Angreifer aus der Fußball-Verbandsliga Ost, der nur die Hälfte der Zeit für einen Treffer brauchte. Oliver Blazevic traf in nur 428 Spielminuten gleich zwölf Mal und netzte alle 35 Minuten für den Tabellenführer SVE Comet Kiel ein.

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Die Torquote für sich allein, die wahrlich seines Gleichen sucht, ist allein schon erstaunlich. Ungewöhnlich ist aber auch das Alter des „Strafraumtäters“: Blazevic hat im Oktober bereits seinen 40. Geburtstag gefeiert und zählt zu den ältesten Spielern der Liga. Nur höchst selten schnüren Spieler jenseits der 38 Jahre noch die Schuhe, haben die erforderliche Fitness und feiern vergleichbare Erfolge. Das Geheimnis seiner enormen Treffsicherheit und Fitness liegt nicht in der Einnahme eines gallischen Zaubertranks. Sie ist vielmehr das Resultat mehrerer Faktoren.

„Ich habe den Vorteil, dass die Mannschaft mich gut anspielt. Alleine schieße ich keine Tore. Natürlich weiß ich auch, wo das Tor steht. Es passt vieles zusammen“, erklärt der Torjäger, der bei Holstein Kiel das Fußballspielen erlernte und mit der A-Jugend des Hamburger SV im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft stand.

Der große Erfahrungsschatz kommt dem Spieler der Nord-Ostsee-Auswahl zu Gute. Die Zeit beim HSV II, als er in der ersten Runde des DFB-Pokal 90 Minuten gegen den VfL Bochum spielte, sich aber nach einem Treffer von Dariusz Wosz mit 2:3 geschlagen geben musste, ist ebenso in Erinnerung geblieben wie der gescheiterte Transfer zu Hajduk Split.

Der ehemalige Regionalligaspieler machte Station beim SV Lurup, TuS Felde, in Altenholz und beim TSV Bordesholm, ehe er 2005 zum damaligen SC Comet Kiel wechselte und dem Ostuferteam seitdem die Treue hält. Treu verbunden ist der Spieler mit den kroatischen Wurzeln auch seiner dänischen Lebensgefährtin Judith.

Oliver Blazevic und seine dänische Lebensgefährtin Judith.
Oliver Blazevic und seine dänische Lebensgefährtin Judith. © Michael Felke
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Die gelernte Ernährungsberaterin ist wichtiger Fixpunkt im Leben von Oliver Blazevic. „Vor vier Jahren habe ich noch gut 20 Kilo mehr gewogen. Ihre Ratschläge zu meiner Ernährung haben mir sehr geholfen. Ohne sie könnte ich heute wohl keinen Fußball mehr spielen“, ist der leidenschaftliche Motorradfahrer dankbar und möchte so lange es geht weiter spielen.

„Ich habe dieses Jahr zwar meist auf der Bank gesessen. Aber das ist für mich kein Problem. Das gehört in einer Mannschaft mit 24 Leuten doch dazu. Dass ich so viele Tore in so wenigen Spielminuten geschossen habe, hat mich selbst überrascht. Ich freue mich, dass ich der Mannschaft weiterhelfen konnte. Und wenn ich das nicht mehr kann, dann höre ich auf. Das wird mir der Trainer dann schon sagen. Im Zweifel spiele ich weiter“, erklärt Blazevic augenzwinkernd und verrät seine Ziele bis zur Sommerpause: „Als erstes wollen wir mit der Mannschaft Meister werden und in die Landesliga aufsteigen. Schön wäre es natürlich, wenn wir mit den Spendeneinahmen der Nord-Ostsee-Auswahl außerdem die eine Millionen-Grenze knacken und der Mukoviszidose e.V. helfen könnten.“

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