29. Oktober 2018 / 19:00 Uhr

Vereinsloser Fußballer Änis Ben-Hatira trainiert auf Schalke

Vereinsloser Fußballer Änis Ben-Hatira trainiert auf Schalke

Robert Hiersemann
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Änis Ben-Hatira absolvierte mehr als 100 Bundesligaspiele, aktuell ist er vereinslos. 
Änis Ben-Hatira absolvierte mehr als 100 Bundesligaspiele, aktuell ist er vereinslos.  © Imago/Getty Images
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Der 30-jährige Änis Ben-Hatira spielte in der Bundesliga bereits für den Hamburger SV, Hertha BSC und Eintracht Frankfurt. Seit seinem letzten Engagement bei Esperance Tunis ist der Offensivspieler vereinslos. Doch aktuell darf er sich bei der Reservemannschaft vom FC Schalke 04 neu beweisen. 

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Änis Ben-Hatira hat 101 Spiele in der Bundesliga absolviert, doch seit Mai 2018 ist der in Berlin geborene Offensivspieler vereinslos. „Es gibt für einen Sportler keine schlimmere Situation als die, in der ich gerade stecke“, gab Ben-Hatira im September offen zu. Ist die Leidenszeit bald vorbei?

Wie der SPORTBUZZER erfuhr, weilt Ben-Hatira, der seinen Hauptwohnsitz in Berlin hat und sich dort fit hält, aktuell in Gelsenkirchen. Und während die Profis des FC Schalke 04 am Wochenende auf Auswärtsfahrt in Leipzig waren (0:0), trainierte der Deutsch-Tunesier mit der Reservemannschaft des Bundesligavereins.

Das zweite Team der Schalker spielt aktuell in der Oberliga. Möglicherweise ein Sprungbrett für Ben-Hatira, um seinen Weg zurück in die deutsche Fußball-Elite zu finden. Wie es nun mit ihm weitergeht?

Völlig offen.

Der Kontakt kam über Schalke-Legende Gerald Asamoah zustande. Es gäbe allerdings keine Pläne für eine mögliche Zukunft.

Ben-Haitra hat eine schwere Zeit hinter sich

Im Januar 2006 wechselte er von TeBe Berlin zum Hamburger SV und unterschreibt mit 17 Jahren einen Profivertrag beim Bundesligisten. Der Teenager lief auf einmal an der Seite von Fußballgrößen wie Rafael van der Vaart, Sergej Barbarez und Khalid Boulahrouz auf und beeindruckt die Fußballfans durch seine Technik und das große Kämpferherz. Doch nach einer Verletzung kommt er unter dem damaligen Trainer Martin Jol nicht regelmäßig zum Einsatz und wurde deshalb im Februar 2009 an den MSV Duisburg in die 2. Liga ausgeliehen, um anschließend wieder nach Hamburg zurückzukehren. Nach der Leihe spielte Ben-Hatira häufiger.

2011 der Wechsel in seine Heimat Berlin. Ben-Hatira erfüllte sich einen Kindheitstraum. Bei Hertha BSC wurde er zum Publikumsliebling. Er war der Hoffnungsträger und auf dem besten Wege, seine Karriere weiter auszubauen. Doch eine Verletzung am Zeh setzte ihn lange außer Gefecht. Und nach einer Auseinandersetzung mit seinem Teamkollegen Mitchell Weiser verließ er 2016 Berlin wieder.

Ben-Hatira wechselte zu Eintracht Frankfurt, er hatte maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt, doch sein Vertrag wurde nach dem Saisonende nicht verlängert – er zog weiter und landete bei der Hessen-Konkurrenz Darmstadt 98. Parallel baute er seine Änis Ben-Hatira Foundation auf, kann aber zu dem Zeitpunkt wegen einiger bürokratischer Gründe nicht offiziell agieren.

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Und schon nach wenigen Monaten löste Darmstadt den Vertrag mit ihm auf, weil der Mittelfeldspieler seine Projekte über die umstrittene Hilfsorganisation Ansaar International finanziell unterstützte. Ben-Hatira wehrt sich gegen die Vorwürfe. Er wolle mit Radikalen nichts zu tun haben. Er distanzierte sich von allen extremistischen Strömungen.

Ben-Haitra ging in die Türkei zum Erstligisten Gaziantepspor. Doch der Klub steckte im Abstiegskampf und hatte große finanzielle Probleme.

Ben-Hatira geht ins Ausland

Der Tiefpunkt: Sein tschechischer Teamkollege, der ehemalige Hannover-96-Profi Frantisek Rajtoral, mit dem er sich im Mannschaftsquartier ein Zimmer teilte, nahm sich das Leben. Rajtoral erhängte sich in seiner Wohnung, eine akute Depressionen soll schuld daran gewesen sein. „Ich habe viel mit ihm gelacht, ihm war nichts anzumerken. Dann war sein Bett auf einmal leer. Es war schrecklich. Ich wollte nur noch weg“, sagt Ben-Haitra mit ernster Stimme. Er spielte die Saison in der Türkei zu Ende, doch der Verein stieg ab. Ben-Hatira wechselte zu Tunesiens Rekordmeister Esperance Tunis.

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