Gigi Buffon gehöärt auch mit 38 Jahren noch zu den besten Torhütern der Welt. © dpa

Gianluigi Buffon: "Ein Heiliger" im Tor der Italiener

Italiens Keeper Gianluigi Buffon gehört mit 38 Jahren zu den besten Torhütern der Welt – und denkt nicht ans Karriereende.

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Um zu begreifen, wie unfassbar lange dieser Gianluigi Buffon schon im Tor der italienischen Nationalmannschaft steht, lohnt sich ein Blick ins Jahrbuch von 1997. Viele junge Fußballfans wissen das ja gar nicht, aber als Buffon an jenem 29. Oktober 1997, im Alter von 19 Jahren, das erste Mal den Kasten der „Azzurri“ hütete, war Helmut Kohl noch Bundeskanzler, Michael Jackson füllte die deutschen Stadien auf seiner „History“-Tour, und das Klonschaf Dolly war gerade der Weltöffentlichkeit präsentiert worden. Auch im Sport war noch vieles anders. Jan Ullrich gewann die Tour de France (vollgepumpt, wie wir heute wissen), und der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga Ende Oktober 1997 hieß 1. FC Kaiserslautern (was sich in der Saison nicht mehr ändern sollte).

Buffon gehört auch mit 38 noch zu den Besten

Lang ist’s her, und gerade das Beispiel Kaiserslautern zeigt, wie schnelllebig der Fußball ist. Umso erstaunlicher ist es ja, dass dieser Gianluigi Buffon auch im Alter von 38 Jahren noch zu den besten Torhütern der Welt gehört – und bei der Europameisterschaft in Frankreich gerade wieder für Furore sorgt. Im Viertelfinale treffen Buffon und seine durch ein paar Mittzwanziger verjüngte Altherrenauswahl am Sonnabend auf Weltmeister Deutschland.

Es ist auch das Duell zwischen dem ehemals besten Schlussmann (Buffon) und dem aktuell besten (Manuel Neuer). Der Respekt der beiden Keeper voreinander ist entsprechend groß. „Gigi hat seit zwei Jahrzehnten Topleistungen gebracht und ist nach wie vor ein Weltklassetorwart. Er gehörte natürlich auch mit zu meinen Vorbildern“, sagt Neuer.

Buffons Antwort: „Ohne Zweifel ist Neuer besser als ich. Manuel ist jung und gut. Aber solche Vergleiche interessieren mich nicht. Mich interessiert nur, dass ich das Trikot mit der Nummer 1 trage und niemand einen anderen Torwart als mich bevorzugt.“

"Buffon ist ein Heiliger"

Und warum sollte Italiens Nationaltrainer Antonio Conte auch einen anderen als den „ewigen Gigi“ zwischen die Pfosten stellen? „Seine Aura ist einzigartig“, sagt Conte. „Er ist ein Heiliger“, schwärmte Abwehrspieler Giorgio Chiellini nach dem EM-Achtelfinale gegen Spanien (2:0) – nachdem Buffon gegen den Titelverteidiger mehrmals glänzend pariert hatte.

Buffon selbst sagt, dass er diese EM so sehr genießt wie wohl noch kein anderes Turnier zuvor in seiner Karriere. „Die Schönheit des Sports, erst recht mit 38 Jahren, ist es, solche Spiele zu leben, als wären sie das Wichtigste im Leben.“ Und gleichwohl zu wissen, dass eben nicht der Fußball das Wichtigste im Leben ist, sondern die Familie. Nach dem Aus seiner Ehe mit dem Model Alena Seredová ist Buffon inzwischen mit der Fernsehmoderatorin Ilaria D’Amico (42) liiert. Im Januar bekamen die beiden ein Kind, für Buffon ist es das dritte.

Nächstes Ziel: Die WM in Russland

An eine ausgiebige Elternzeit denkt er allerdings noch lange nicht. Der viermalige „Welttorhüter des Jahres“ (2003, 2004, 2006 und 2007) will in zwei Jahren zur Weltmeisterschaft nach Russland fahren. Warum auch nicht? Ernsthafte Herausforderer für seinen Posten gibt es derzeit ohnehin nicht. Salvatore Sirigu ist bei Paris Saint-Germain nur Ersatzmann und Federico Marchetti mit 33 Jahren auch nicht mehr der Jüngste.

Und ein würdiger Abgang des großen Gianluigi Buffon wäre es allemal. Schließlich hat in Russland einst alles begonnen. Am 
29. Oktober 1997, mit einem Länderspiel gegen Russland im Schneetreiben von Moskau.

Region/National

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