08. Februar 2018 / 19:22 Uhr

Glitzer vor der Fassade, doch was ist dahinter?

Glitzer vor der Fassade, doch was ist dahinter?

Udo Zagrodnik
Mein Foto zeigt einen Auszug von einem Gemälde, im Bericht erklärt. USER-BEITRAG
Mein Foto zeigt einen Auszug von einem Gemälde, im Bericht erklärt. © Udo Zagrodnik
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Die Geschichte zeigte immer wieder, dass Größenwahn eines Tages zum Fall führt.

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Regis-Breitingen/Leipzig. Wir leben in einer immer bunter werdenden Welt voller Glitzer, aber auch matter Scheiben. Dort, wo mit Millionen und mehr jongliert wird, da ist nur schwerlich dahinter zu schauen. Bei Größenwahn kommt eines Tages der große, tiefe Fall. Das zeigt(e) die Geschichte. So durchlebte die Fußball-Bundesliga in ihrer Geschichte Höhen und Tiefen.

Zum 100-jährigen DFB-Jubiläum im Jahre 2000 erschienen mehrere Bücher. Das Große im Schuber trägt den Titel „100 Jahre DFB/Die Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes“. Es erschien 1999 beim Sportverlag Berlin. Es beinhaltet vieles Positive, aber auch Skandale, unter anderem den von 1971, als Bundesligaspiele erkauft wurden. Aufgeflogen war es dann bei einer Offenbacher Party, als Tonbandmitschnitte abgespielt wurden. Heutig im Internet danach gesucht: Der Express, das Internetlexikon Wikipedia und ZDF-Info berichte(te)n. Im Frauenfußball gab es in der DDR die Bestenermittlung, so die Erinnerung des Autors. In der BRD war er verboten und zum Bundestag 1970 in Travemünde wurde das Verbot außer Kraft gesetzt. Heutig zählen die DFB-Frauen zu den Erfolgreichsten der Welt. In der DDR war unter anderem der BFC-Skandal, als der Berliner FC Dynamo mit ministerialer Hilfe, in den Achtzigern, zum zehnmaligen Meister gemacht wurde. Hier mal die Sache aus Sicht des 11 Freund-Fußballmagazins.

In Erinnerung haben wir noch von 2005 den Schiedsrichterskandal, den Wettbetrug: Gefunden wurde es im Internetlexikon Wikipedia, Welt und Der Tagesspiegel (Robert Hoyzer ist zurück im Spiel).

Es ist auch schon vorgekommen, dass Vereine in zweistelliger bzw. dreistelliger Millionenhöhe verschuldet waren und zum Zwangsabstieg verdonnert wurden. Doch „über Nacht“ wurden sie (einige) gerettet durch Vetternwirtschaft, Verstrickungen und das Vermitteln eines neuen Großsponsors. Im Jahre 2000 war es das börsennotierte Borussia Dortmund nach einem Sturz der Aktie. Im Internet wurde hierzu ein Bericht der Berliner Morgenpost und von Tor 100 gefunden. Auch die Knappen vom FC Schalke 04, die SG Eintracht Frankfurt/Main, die Nordlichter vom Hamburger SV und andere BL-Vereine hatten Jahrgänge in denen sie ein finanziell krasses Wellental durchlebten. Da muss man fragen: Wo sind sie geblieben, die Millionen? Es war und ist auch eine Frage der Macher, wie sie mit dem vorhandenen Geld umgegangen sind und umgehen werden.

FSV Frankfurt: FSV Frankfurt ist bald schuldenfrei, aber geht sportlich ..., so die Frankfurter neue Presse. Und wir erinnern uns an das Sommermärchen zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bei uns in Deutschland, das noch heute ein Nachspiel hat.

Und nun nehmen wir die Kurve in unsere Messe- und Sportstadt Leipzig. Seit der politischen Wende mit der Deutschen Wiedervereinigung waren auch der 1. FC Lokomotive und die BSG Chemie mehrfach von Finanzkrisen betroffen, ebenso bekannte, höherklassige Vereine anderer Sportarten (Handball, Volleyball). Im Mai 2009 kam dann das große Geld nach Leipzig, die Millionen. Sie flossen nicht in die Leipziger Vereine, sondern der Österreichische Getränkeriese gründete einen neuen Fußballverein. Am Elsterfluftbecken baute er ein Trainingszentrum, das modernsten Ansprüchen entspricht. Der RasenBallsport (RB): Sportlich folgte, innerhalb weniger Jahre, der Durchmarsch in die Bundesliga und nach Europa. Der FC Bayern München (unter Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Paul Breitner zum Weltverein aufgestiegen) hat nun im eigenen Lande Konkurrenz. Doch es gibt zwischen beiden noch einen Unterschied: Dass Bayern München heutig mit großem Abstand zu den reichsten Vereinen der Welt gehört. Und da muss man sich immer wieder fragen, wie sauber manches abgelaufen ist, denn es lässt sich nur schwer hinter die Fassade schauen. Wir erinnern uns an eine bayrische Steueraffäre mit einem „Scheinprozess“ und mildem Ausgang und haben aktuell Autoriesen und andere Großkonzerne vor Augen.

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Und da ist der Februar 2018 und aktuell eine Nachricht die manchen Fan, vielleicht auch Experten, aufhorchen lässt. Es ist, als hätte eine Bombe leise eingeschlagen. Medien berichten, dass die Leipziger Bullen in zweistelliger Millionenhöhe Verbindlichkeiten haben. RB Leipzigs Schulden bei Red Bull um 30 Millionen Euro gestiegen, so die Schlagzeile im Sportbuzzer hierzu. Man beruft sich auf den Bundesanzeiger, dem die Vereine die Zahlen des jeweiligen Geschäftsjahres melden müssen.

P.S. Da sind doch (im Vergleich) die Zahlen vieler mittelklassiger Ostvereine Peanuts, kaum der Rede wert. Angemerkt, vor der Fassade glitzert es, doch dahinter sieht es anders aus.

Und dazu passt (eingefügt) das Folgende. Das Zoom im Zweiten (ZDF vom 07.02.2018) berichtete zu Kuroption beim Olympischen Komitee. Mehrere Länder haben vermutlich in der Vergangenheit die Ausrichtung der Olympischen Spiele gekauft. Es laufen die Untersuchungen der Staatsanwaltschaften.

Auch andere Medien berichte(te)n zu RB Leipzig, so Tag 24: 83 Mio Schulden! RB Leipzig leiht sich immer mehr Geld von Red Bull.

Fazit: Im Leistungssport gibt es einige Herren, die zu viel Macht und Freiheiten angehäuft haben, weil die Kontrollgremien versagen, keine Macht haben oder darin verstrickt sind. Je mehr Geld (Millionen) bei den ganz oben Angekommenen im Umlauf ist, was leider immer krasser wird, desto mehr fehlt dann im Unterbau, den Ligen drunter. Es muss Maß gehalten werden, nicht die Masse. Und das heißt, es muss zukünftig eine gerechtere Geldverteilung geben. Jeder hat ein Recht zu leben. Und da ist im Alltag die Anmahnung zur Fairness (auch auf dem Rasen und rundrum), die an erster Stelle stehen muss.

Der Autor dieser Zeilen (aus Regis-Breitingen) will das Ganze nicht weiter ausmalen, macht den "Schlusspfiff" für dieses „Spiel“.

Er wird seinen Vereinen treu bleiben, den Pleißestädtern vom SVR und den Probstheidaern beim Denkmal, so nach dem Motto: „Immer wieder Probstheida.“ Und da ist sein Blick in die Bundesliga, zur Eintracht vom Main, Hanseatisch und zu den Anderen.

Und hier noch Lesenswertes, hier im Leipziger Sportbuzzer, eingefügt.

Lok Leipzig, Rasenballsport: Das sind zwei Paar Schuhe - Sportbuzzer, es war mehrere Wochen in den Top Ten, auf der Leipziger Titelseite. Da kann man auch zwei Wurstmultis finden, die immer öfter den Fotografen in die Kamera lächeln.

Spielabsage in Luckenwalde, Karneval in Leipzig und Umgebung läuft, es beinhaltet bebildert Fußball und Karneval.

Und hier geht’s zu weiteren Berichten: http://www.sportbuzzer.de/leipzig/

Mein Titelfoto: Es zeigt einen Auszug von einem 1977er Gemälde. Sehen kann man es im „Bruno“ beim 1. FC Lok, in einem der Räume im Innenleben der Stadiontribüne. Der Dreiteiler zeigt den Probstheidaer Henning Frenzel, den einstigen Nationalspieler, in Geithain geboren. In seiner aktiven Zeit stand das Sportliche noch im Vordergrund.

Beenden will unsereins die Verlängerung musikalisch emotional mit Wolfsheim (The Sparrows And The Nightingales) und City (Am Fenster).

U.Zag. / 08.02.2018

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