04. November 2018 / 20:29 Uhr

Glücklicher Zähler für den SV Atlas

Glücklicher Zähler für den SV Atlas

Niklas Johannson
Spätes Tor, großer Jubel: Karlis Plendiskis (links) köpfte einen Freistoß von Musa Karli zum 1:1 für Atlas Delmenhorst ins Netz.
Spätes Tor, großer Jubel: Karlis Plendiskis (links) köpfte einen Freistoß von Musa Karli zum 1:1 für Atlas Delmenhorst ins Netz. © André Klattenhoff
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Oberligist erkämpft sich beim SC Spelle-Venhaus spät ein 1:1

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Die Oberliga-Kicker des SV Atlas Delmenhorst haben sich trotz einer über weite Strecken offensiv harmlosen Vorstellung durch ein Kopfballtor von Karlis Plendiskis in der 83. Minute mit 1:1 (0:0) vom SC Spelle-Venhaus getrennt. Zuvor hatte Yannic Suchanke die Gastgeber in Führung gebracht (52.). „Das war ein Punktgewinn gegen einen ganz starken Gegner. Wir haben eine tolle Moral gezeigt“, war Atlas-Trainer Jürgen Hahn zufrieden.

Im Vergleich zum Bersenbrück-Spiel ersetzte Tom Schmidt den verletzten Dennis Mooy. Zudem stellte Hahn um, indem Nick Köster im defensiven Mittelfeld agierte und Thomas Mutlu die Position des Rechtsverteidigers bekleidete. „Mit Merlin Schütte hatte der Gegner über links einen kleinen, schnellen Spieler, der besser zu Mutlu passte“, erklärte Hahn und ergänzte: „Beide haben ihre Aufgaben gut gemacht.“

Die Blau-Gelben kamen sehr schwer in die Begegnung und hatten Glück, dass Florian Urbainski gegen Philipp Elfert und Schütte gleich zweimal auf dem Posten stand (4.). Die Anfangsphase gehörte ganz klar den Gastgebern, die nach zuletzt zwei Siegen in Folge euphorisiert wirkten. Atlas hingegen bekam überhaupt keinen Zugriff und verlor fast jeden Zweikampf. In Minute 17 unterbrach Schiedsrichter Kevin Behrens (Hildesheim) die Begegnung, nachdem ein Atlas-Anhänger nicht damit einverstanden war, dass der Linienrichter bei einer Abseitsposition von Marco Prießner die Fahne hob und ihn darauf mit einem Bierbecher abwarf. Auf Drängen der eigenen Anhänger verließ der Mann die Anlage freiwillig. Danach kamen die Delmenhorster plötzlich besser ins Spiel. Die erste große Möglichkeit ereignete sich in der 22. Minute, als der SVA einen blitzschnellen Konter fuhr, der letzte Pass von Prießner auf den in der Mitte völlig freistehend lauernden Lingerski aber viel zu ungenau war. „Das müssen wir besser ausspielen“, sagte Hahn.

Spelle ist das bessere Team

In der Folge bekam Atlas einige gute Standardsituationen zugesprochen, die jedoch noch allesamt verpufften. Eine ereignisarme erste Halbzeit ging zu Ende. Kurz nach der Pause bekam Mutlu die Schnelligkeit Schüttes einmal mehr zu spüren und konnte sich bei Urbainski bedanken, dass dieser den nicht voll getroffenen Schuss von Schütte abwehrte (52.). Aus dieser Situation entstand jedoch eine Ecke, die von Erfolg gekrönt war. Dabei konnte Urbainski erst noch einen Weitschuss parieren, doch der Nachschuss von Suchanke zappelte schließlich im Netz. „Den Ball konnte er nur nach vorne abklatschen lassen. Danach haben wir uns aber gefangen und gesammelt“, sagte Co-Trainer Marco Büsing.

Der SVA bemühte sich danach zwar, sich Torchancen herauszuspielen, doch Spelles Torwart Bernd Düker musste bis hierhin keinen einzigen Ball parieren. In der 63. Minute hatte Atlas dann großes Glück, als Simon Schäfer mutterseelenallein aus kurzer Distanz das leere Tor nicht traf und drüber schoss – entsetzen machte sich bei den 546 Zuschauern breit (rund 150 aus Delmenhorst). „Wir können uns bei Spelle bedanken, dass sie uns nicht den K.o.-Schlag versetzt haben“, gab Büsing zu. In Minute 64 nahm Hahn trotz des Rückstandes seinen einzigen Stürmer Prießner raus und brachte Marvin Osei. „Marco hatte Probleme mit dem Oberschenkel und ist schon angeschlagen ins Spiel gegangen. Das ging nicht mehr. Ein halber Prießner bringt uns nichts“, erklärte Manager Benno Urbainski.

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Spätestens in der 75. Minute hätte Spelle den Deckel endgültig drauf machen müssen, aber wieder reagierte Urbainski glänzend gegen den eingewechselten Moritz Waldow. „Er hat uns heute den Punkt gerettet“, war Torwarttrainer Henry Kampert zufrieden mit der Leistung seines Schützlings. Kurz vor dem Ende kam es aus Spelles-Sicht dann wie es eben kommen musste: Nach einem stark getretenen Freistoß von Musa Karli aus halbrechter Position streichelte Karlis Plendiskis das Leder mit dem Kopf ins lange Eck – 1:1 (83.). „Wir haben immer weiter an uns geglaubt und unsere Standards sind eine große Waffe“, freute sich Hahn.

Plötzlich waren die Gastgeber vollkommen von der Rolle und verloren leichtfertig den Ball im Mittelfeld. Nach einem schnellen Pass in die Tiefe hatte Karli freie Bahn, schloss aber zu überhastet ab und zielte über das Speller Gehäuse (84.). Er hätte die Partie auf den Kopf stellen können beziehungsweise müssen. „Ja, den muss ich machen, aber kurz vorher versprang mir der Ball noch leicht“, ärgerte sich Karli und fuhr fort: „Insgesamt haben wir uns für den Kampf doch noch belohnt. Wenn du aber oben mitspielen möchtest, musst du hier dominanter auftreten.“

Nun entwickelte sich eine spektakuläre Schlussphase, in der beide Teams voll auf Sieg gingen. Die nächste große Chance hatte dann wieder der SC Spelle-Venhaus in Person von Torben Stegemann, der frei vor Urbainski auftauchte und ebenfalls am Delmenhorster Schlussmann scheiterte (86.). In Minute 90 schickte Tom Schmidt den eingewechselten Thade Hein auf die Reise, aber auch der junge Delmenhorster verlor vor Düker die Nerven und blieb per Flachschuss hängen.

Das letzte Wort hatte der SC, nachdem ein Weitschuss abgefälscht von Elfert hauchdünn am rechten Pfosten des SV-Gehäuses vorbei gekullert war und Atlas tief durchatmen konnte. Denn sofort danach pfiff Behrens die Partie ab und die Delmenhorster waren eindeutig glücklicher mit dem Remis als Spelle: „Meine Stimmung ist nicht so toll, denn wir haben gegen einen starken Gegner zwei Punkte verloren. Dabei haben wir wieder einen enorm hohen läuferischen Aufwand betrieben, uns viele Torchancen herausgespielt und defensiv kaum etwas zugelassen“, lobte Spelle-Trainer Hajo Vocks seine Mannschaft.

Positiver war die Gemütslage bei den Blau-Gelben: „Ich bin sehr zufrieden mit der Vorstellung der Mannschaft. Vor allem in der letzten Viertelstunde haben wir gut gespielt“, betonte Benno Urbainski. Auch Büsing nahm den Punkt gerne mit und forderte gleichzeitig einen Sieg am kommenden Sonnabend gegen den 1. FC Wunstorf. „Dieses Spiel musst du gewinnen, aktuell sind wir vollkommen im Soll“. Mit 20 Punkten belegt der SV Atlas aktuell den siebten Tabellenplatz.

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