20. Dezember 2017 / 18:02 Uhr

Greifswald: Sportstätten warten auf Investitionen

Greifswald: Sportstätten warten auf Investitionen

Eckhard Oberdörfer
Der Vorsitzende des FSV BlauWeiß Greifswald, Detlef Reiter, zeigt Ausschussmitgliedern(im Bild Rita Duschek) den Platz am St. Georgsfeld.
Der Vorsitzende des FSV BlauWeiß Greifswald, Detlef Reiter, zeigt Ausschussmitgliedern(im Bild Rita Duschek) den Platz am St. Georgsfeld. © Eckhard Oberdörfer
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Zu wenig Plätze und Hallen, kaputter Rasen, marode Häuser:Sportausschuss nimmt Bedingungen unter die Lupe.

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Greifswald. Die Hansestadt ist eine Stadt des Breitensports. Aber es fehlen Hallen, Kunstrasenplätze und halbwegs moderne Vereinshäuser. Die „Hengste“ in der Stadtrandsiedlung beispielsweise brauchen ein neues Haus, die Seesportler einen Sanitärtrakt, es fehlt ein zweiter Kunstrasenplatz außerdem am Volksstadion. Das muss sich ändern, fordert der Stadtsportbund seit Langem. Am 11. Dezember gab es in der Bürgerschaft auf Antrag der CDU eine aktuelle Stunde zum Sport. Nach der SPD-Fraktion machte sich der Ausschuss für Sport, Soziales und Jugend auf den Weg zu vier der Sportstätten, die Hilfe benötigen.

Holpriger Platz für exotische Sportarten

Im Vereinshaus an der Eldenaer Hainstraße sieht es aus wie vor 30 Jahren. Das heißt, nicht ganz. Der erste Bauabschnitt, die Umkleide, ist fertig. „Es sind insgesamt fünf“, erläutert der Geschäftsführer der Hochschulsportgemeinschaft Uni Greifswald (HSG), Jörg Mostertz. Die Abschnitte sind notwendig, weil die HSG zwar eine 90-prozentige Förderung des Landessportbundes bekommt, aber die nötigen Eigenanteile nicht auf einmal aufbringen könne. Zum Glück habe die Stadt die HSG schon unterstützt. Insgesamt müssen rund 140000 Euro investiert werden.

Der Platz an der Hainstraße wird für Nischensportarten wie Jugger, Ultimate Frisbee, Lacrosse und Baseball vorgehalten. Das soll so bleiben, sagt Mostertz. In die Ausstattung muss investiert werden.

Damit und mit der Erneuerung des Vereinshauses ist es nicht getan. „Für ein notwendiges zweites Tor wollen wir Mittel aus dem Ortsteilbudget für Eldena beantragen“, sagt der HSG-Vorsitzende Jürgen Baumann. Außerdem müssten Parkplätze geschaffen werden. Der Platz selbst ist wellig, im Rasen gibt es Lücken. „Es sollen 30 verschiedene Grassorten sein“, beschreibt Mostertz. Was die Erneuerung des Platzes kosten würde, wisse man noch nicht. „Der Auftrag für die Erarbeitung eines Konzeptes für die Sportstätten und den anderen Bedarf der Vereine ist vergeben worden“, macht die Ausschussvorsitzende Mignon Schwenke (Linke) Hoffnung. „Dieses Konzept brauchen wir, da sind wir uns im Ausschuss einig.“ Das Vorgängerkonzept reichte nur bis 2000.

FSV Blau Weiß: Zweiter Kunstrasenplatz benötigt

„Zu uns kommen jetzt weitere 160/170 Kinder der HSG, um Fußball zu spielen“, erzählt Detlef Reiter, Vorstand des Vereins Blau Weiß, der den Platz am St. Georgsfeld gepachtet hat. „Insgesamt sind es dann etwa 300.“ Da eine Drainage fehlt, kann der Rasen derzeit nicht betreten werden, und in Greifswald fehlen Hallenkapazitäten. „Wir hoffen immer, dass es nicht zuviel regnet, damit wir den Spielbetrieb bis Ende Oktober aufrecht erhalten können“, sagt Co-Trainer Tilman Thonack.

„Wir brauchen unbedingt einen zweiten Kunstrasenplatz in Greifswald außer dem im Volksstadion“, sagt Reiter. Der könnte auf dem benachbarten Schotterplatz entstehen. Das koste etwa 800000 bis 900000 Euro, schätzt er. Den Platz würden nicht nur die Mitglieder von Blau Weiß nutzen können. Noch eine Idee: Um den Mangel an Sportstätten zu reduzieren, könnte auf dem benachbarten Areal Richtung Philipp-Müller-Stadion neben der Kegelhalle ein weiterer Platz hergerichtet werden.

„Hengste“ könnten mit neuer Schule kooperieren

Auf dem Platz der „Hengste“, des HFC Greifswald 1992, an der Heinestraße ist seit September kein richtiger Spielbetrieb möglich. Es ist viel zu nass. „Die Drainage ist kaputt“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Mathias Pahnke. Das ist eins der Probleme, die den Verein bedrücken. Der HFC ist in den 25 Jahren rasch gewachsen.

Damit zwei Jugendspiele hintereinander stattfinden können, wurde 2016 eine provisorische Umkleide gebaut. Auch den „Hengsten“ fehlen Hallenzeiten und ein Kunstrasenplatz. „Unser größtes Problem ist aber das Vereinshaus, das gleichzeitig Stadtteilzentrum sein könnte“, sagt der Öffentlichkeitsverantwortliche Felix Ropella. „Damit es noch ein paar Jahre steht, wurde es jetzt verputzt.“ Der Schimmel kommt trotzdem schon wieder durch.

Die „Hengste“ haben Varianten entwickelt, wie man das Problem lösen könnte. Erste Schätzungen gehen von 500000 Euro aus, minimal wären es 35000 Euro. Bei erhoffter hoher Förderung durch den Landessportbund blieben 88000 Euro Eigenanteil. Zu viel für den Verein. Die „Hengste“ schlagen vor, einen Teil oder die gesamte von ihnen gepachtete Fläche als Bauland zu verkaufen, um den Eigenanteil aufzubringen. Potenzielle Flächen bei Umzug wären das Gewerbegebiet Herrenhufen und die Wiese an der Tankstelle Grimmer Straße. Ein Vereinshaus mit weiteren Sportanlagen inklusive Kunstrasenplatz könnte dort entstehen.

Vor zwei Wochen, beim Besuch der SPD, sei die Idee einer neuen Sportanlage bei der geplanten neuen Grundschule an der Osnabrücker Straße/ Ecke Verlängerte Scharnhorststraße entstanden. „Wir könnten dort mit der Schule kooperieren“, sagt Pahnke.

Die Stadt habe leider die bisher vorgestellten Pläne abgelehnt. Was war der Grund dafür? Dazu werde man nichts sagen, teilt Pressesprecherin Andrea Reimann mit. Denn zu Grundstücksangelegenheiten äußere sich die Verwaltung nicht.

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