29. November 2018 / 21:57 Uhr

Grizzlys: Personalnotstand vor Spiel gegen den Spitzenreiter - Drei Testspieler erwartet

Grizzlys: Personalnotstand vor Spiel gegen den Spitzenreiter - Drei Testspieler erwartet

Jürgen Braun
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Nur 16 gesunde Feldspieler hatten die Grizzlys gestern auf dem Eis. In Weiß übten Nick Latta und Kris Foucault. Beide sind nicht spielfähig. © Jürgen Braun
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Letzter Platz und Riesenpersonalnot: Bei Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg schlägt der Trainer Alarm, drei Testspieler sollen einfliegen. Die Partie am Freitag (19.30 Uhr) gegen die Adler Mannheim, bei der ersten Rückkehr des langjährigen Grizzlys-Coaches Pavel Gross, steht im Zeichen der Wolfsburger Krise.

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Kommender Gast machte Wolfsburg zum Letzten

Besonders bitter: Weil die Überflieger aus Mannheim, die souverän die DEL anführen, am Mittwoch in Schwenningen mit sage und schreibe 0:4 verloren, überflügelten die Wild Wings die Grizzlys, die nun ihrerseits Letzter sind. Die neuerliche Play-Off-Teilnahme, die den Grizzlys zehn Jahre in Folge gelang (einmalig in der Liga), ist kein Thema mehr. Die Grizzlys kommen einfach nicht in die Gänge, sind vorn harmlos und hinten offen. Zwischen Mannheim und Wolfsburg liegen 34 Punkte und ein Unterschied in der Tordifferenz von 70. Mannheim hat +30 Treffer, Wolfsburg -40.

Kossmann schlägt Alarm

Ein Grund für die Grizzlys-Krise ist die nicht enden wollende Verletzungsmisere. Gab es zwischendurch mal Hoffnung, dass mit Nick Latta einer von wahrscheinlich fünf an Gehirnerschütterungen laborierenden Profis zurückkehrt, sind diese inzwischen zerstoben. „Wir müssen neue Spieler holen“, schlug Coach Hans Kossmann am Donnerstag Alarm wegen der Personalnot bei Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg. Er hatte vor dem heutigen Heimspiel gegen den Ersten ganze 16 gesunde Feldspieler auf dem Eis. Wenn ein Trainer ungefragt so Alarm schlägt – dann ist die Lage brenzlig.

Kleiner Grizzlys-Kader

Ausfälle gehen an die Substanz

So wenig Spieler waren es noch nie. Die vielen Ausfälle gehen dem Rumpfkader an die Substanz, die Trainingsqualität sinkt. Kossmann will sich nicht falsch verstanden wissen: „Deshalb haben wir nicht in Nürnberg und Augsburg verloren. Das hätte das vorhandene Personal besser lösen müssen, nur auf Dauer wird das ein Problem.“ Manager Charly Fliegauf weiß das. Er plant jetzt, mehrere Try-Out-Kandidaten einzufliegen. Ex-Kapitän Tyler Haskins knüpft in Nordamerika Kontakte, einen weiteren soll es in Europa geben.

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Weiterhin acht Feldspieler-Ausfälle

Auf der Centerposition hätte Wolfsburg dringendsten Handlungsbedarf, allerdings ist aufgrund der unabsehbaren Ausfalldauer von William Wrenn (Gehirnerschütterung) auch in der Abwehr Not. Insgesamt fallen acht Feldspieler aus, die alle gesetzt wären – anders als die Förderlizenz-Spieler Valentin Busch, Alexander Karachun und Erik Valentin sowie Nachwuchsspieler Steven Raabe (17), für den am Donnerstag Gymnasium statt Training auf dem Programm stand. Theoretisch könnten die Grizzlys noch zwei Ausländerlizenzen vergeben. Wenn es die Finanzen hergeben. Momentan haben sie erst acht ihrer elf Importlizenzen verteilt, für den verletzten John Albert könnten sie die elfte und letzte zurückhalten.

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Topspieler wohl nicht zu bezahlen

Zwar dürfen immer nur neue Importspieler gleichzeitig eingesetzt werden, doch dass mal alle Imports fit sind, ist die Ausnahme. Momentan sind nur fünf der sieben lizenzierten Import-Feldspieler spielfähig. Neben Wrenn fehlt von ihnen auch Kris Foucault (Gehirnerschütterung), der sich dieser Tage beim Spezialisten Michael Collins in Pittsburgh durchchecken lassen wird. Die achte Import-Lizenz hat Keeper David Leggio. Mehrere Testspieler im Training würden bei den Übungseinheiten die Intensität und damit die Qualität sowie den Leistungsdruck erhöhen. Die Grizzlys würden wiederum nicht die Katze im Sack kaufen, zumal Topspieler momentan nicht auf dem Markt oder nicht zu bezahlen sind.

Kris Foucault (M.) kommt nach einer Gehirnerschütterung nicht auf die Beine. Zur Galerie
Kris Foucault (M.) kommt nach einer Gehirnerschütterung nicht auf die Beine. ©
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Grizzlys sollen sich als unbequemer Gegner zeigen

Kossmann fordert von seinem Team volle Konzentration auf die Arbeit, aber er betont auch, was Fliegauf schon länger angekündigt und wofür grünes Licht vom Aufsichtsrat kam: „Wir müssen ein Zeichen setzen, und zeigen, dass wir diese Personalsituation nicht akzeptieren.“ Und was die Partie gegen Mannheim angeht, sagt er „Es geht nur über die Zweikämpfe, wir müssen zeigen, dass wir eine unbequeme Mannschaft sind.“ Fliegauf erwartet, dass sich das Team für seine Fans, die in dieser Saison erst drei Heimsiege erlebt haben, ins Zeug legt: „Der Schlüssel werden Zweikämpfe und Defensive sein, Schwenningen hat gezeigt, wie es geht.“

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