08. August 2018 / 22:52 Uhr

Grizzlys Wolfsburg: Zugang Cole Cassels besiegte schon Superstars

Grizzlys Wolfsburg: Zugang Cole Cassels besiegte schon Superstars

Jürgen Braun
Grizzlys-Zugang Cole Cassels (l.); hier im Training mit Sebastian Furchner.
Grizzlys-Zugang Cole Cassels (l.); hier im Training mit Sebastian Furchner. © Sebastian Bisch
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Sein Vater ist jedem kanadischen Eishockey-Fan geläufig, mit dem Vergleich musste Cole Cassels immer leben. „Das ist so, das macht nichts“, sagt der 23-Jährige, einer von drei neuen Mittelstürmern bei Wolfsburgs Eishockey-Erstligist. Vater Andrew machte gut 1000 Spiele in der besten Liga der Welt, sein Sohn galt als talentiert genug, auch den Sprung in die NHL zu schaffen. Noch hat es nicht gereicht.

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Den Traum gibt Cole Cassels noch nicht auf. „Das Ziel NHL hat man natürlich als Spieler“, sagt der US-Kanadier (in den USA geboren), „vielleicht führt mich der Weg irgendwann dorthin. Aber jetzt bin ich erst einmal in Wolfsburg.“

Er freut sich riesig drauf. Gut vorbereitet dazu. Wobei die neue Nummer 27 erst eine ganze Weile überlegen musste. NHL-Klub Vancouver Canucks, der ihn nur im AHL-Farmteam Utica Comets einsetzte, wollte nicht mit ihm verlängern, andere NHL-Klubs wollten ihn (noch) nicht, er wollte aber auch nicht länger warten.

Ex-Kapitän der Grizzlys half überzeugen


Sein Agent berichtete ihm von der Wolfsburger Anfrage. Dann hatte er bald darauf Kontakt zu Grizzlys-Ex-Kapitän Tyler Haskins, der für Wolfsburg scoutet. „Das war gut“, sagt Cassels. „So konnte ich von einem Aktiven erfahren, was mich interessiert. Denn es war schon eine schwere Entscheidung, erstmals nach Europa zu gehen, wo ich nur einmal für fünf Tage in einem Trainingslager in Frankreich war.“

Cole Cassels vor einem Bild von Tyler Haskins.
Cole Cassels vor einem Bild von Tyler Haskins. © Jürgen Braun
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„Kann ich mich hier einfinden?“ Das war eine seiner wichtigen Fragen. Haskins sagte „ja“. Und? „Ja, ich habe mich gut eingelebt, es ist so, wie angekündigt.“ Ein paar Videos mit Wolfsburger Spielen hatte er sich vor der Wechselentscheidung auch angeschaut. Was ihn faszinierte? „Diese Fußball-Atmosphäre, von der mir Tyler auch berichtet hatte.“ Die findet er cool. Er mag Fußball, „auch wenn ich bislang mehr auf die Premier League geschaut habe, vor allem auf Liverpool.“

Video: Die Grizzlys arbeiten hart im Training


Grizzlys Wolfsburg im Training

Seine Großeltern stammen aus Schottland, ein großes Tattoo mit einem Segelschiff und dem schottischen Wappen auf seinem rechten Oberarm erinnert ihn stets an sie. Weitere Tätowierungen sind seiner Familie und vier Geschwistern gewidmet, dazu gibt es eine „ganz persönliche“ in thailändisch wirkender Schrift.

Mit seinem Team bezwang er die Superstars Connor McDavid und Leon Draisaitl


Einen großen Unterschied zwischen den Grizzlys und der AHL hat er nicht ausgemacht: „Das ist professionelles Hockey, gutes Tempo.“ Der Hobby-Golfer (Handicap 12) gilt als exzellenter Zwei-Wege-Spieler, als einer, der eher passt als schießt und der verantwortungsvoll, also auch defensiv arbeitet. Ähnlich wie Haskins. Mit den Oshawa Generals wurde Cassels in Kanadas höchster Juniorenklasse Sieger der OHL, dabei bezwang sein Team im Finale die Erie Otters um Superstar Connor McDavid, später wurde sogar noch die drei Ligen übergreifende Meisterschaft gegen das Team um Leon Draisaitl, einen weiteren NHL-Superstar, gewonnen. „Meine größten Hockey-Momente“, sagt er. „Wir waren eine tolle, hart arbeitende Mannschaft.“ Passt irgendwie zu den Grizzlys.

Die Defensivarbeit macht er gern, doch auf seine offensive Qualitäten wurde zuletzt in der AHL nicht mehr viel Wert gelegt. „Ich war ein Defensiv-Center.“ Wobei er ab Winter, als es viele Ausfälle gab, begann, so gut zu skoren, wie nie zuvor in zweieinhalb Jahren. Das würde er gern bei den Grizzlys fortsetzen, „auf jeden Fall will ich zeigen, dass ich gut bin und eine größere Rolle spielen und den Grizzlys helfen kann“.

Mehr über die Grizzlys Wolfsburg

Der Vergleich mit dem Vater (spielte unter anderem für die Montreal Canadiens und Calgary Flames) begleitet den Sohn, aber der nimmt es gelassen: „Für mich ist er ein ganz normaler, bescheidener Mensch. Er hat seine Karriere gemacht. Ich muss meinen Weg gehen.“ Die Eltern werden "zur Weihnachtszeit", wie er hofft, mal besuchen, seine Freundin Lexie wird auch erwartet.

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