Olympiastadion Berlin Viele Zuschauer lockt das Euro-League-Comeback von Hertha BSC nicht an. © Christian Charisius/dpa
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Große Besuchszahlen bleiben bei Hertha-Comeback aus

Europa-League: Nur etwa 20 000 Karten wurden bisher für das Auftaktspiel der Hertha gegen Athletic Bilbao verkauft.

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Es ist nach langer Pause wieder Europacup-Abend bei Hertha BSC - aber die Hauptstadt ignoriert die Rückkehr ihres Fußballteams Nummer eins auf die internationale Bühne. Einen Tag vor dem Gastspiel von Athletic Bilbao am Donnerstag (21.05 Uhr) im Olympiastadion bestimmten Themen wie die anstehende „Art Week“ und der „Kollaps von Air Berlin“ die Titelseiten der Berliner Gazetten. Der Ticket-Vorverkauf für das erste Gruppenspiel der Hertha in der Europa League seit acht Jahren schleicht sich in der 3,5 Millionen Einwohner zählenden Metropole nur langsam an die 20 000-Marke heran.

„Wir wissen, dass nicht so viele Zuschauer kommen werden. Das müssen wir akzeptieren. Berlin ist so“, sagte Trainer Pal Dardai trotzig. Ein wenig hatten die Chefs und die Spieler schon damit gerechnet, dass sich der schwache Zuschauerzuspruch aus der Vergangenheit nicht wiederholen würde. Immerhin hat sich Hertha nach zwei Abstiegen aus einem schwarzen Loch befreit und wieder mit Europacup-Fußball belohnt. „Das spricht auch für die Entwicklung der Mannschaft. Wir freuen uns alle drauf“, sagte Verteidiger Sebastian Langkamp.

​Pal Dardai: "Das ist eine Siegertruppe"

In den fünf internationalen Spielzeiten zwischen 2003 und 2010 pendelten die Zuschauerzahlen zwischen 8000 und 26 000. Ausnahme war nur der Heimauftritt gegen Galatasaray Istanbul, als vor allem türkische Anhänger 62 000 Plätze füllten. „Es wäre von Vorteil, wenn wir davon ausgehen, dass es nicht ausverkauft sein wird“, bemerkte nun Langkamp zur erwarteten Atmosphäre: „Wir können uns dann darauf einstellen, dass nicht so viel los sein wird. Das ist natürlich ein bisschen schade, aber auch der Stadt Berlin geschuldet.“

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Dardai will aus dem Dilemma einfach eine sportliche Herausforderung machen. Ziel ist Platz eins oder zwei in der Gruppenphase: „Wenn wir gut spielen und weiterkommen und in der K.o.-Phase einen starken Gegner kriegen, dann wird das Stadion auch voll.“ Die Grundlage will Hertha schon im 107. Europapokalspiel der Vereinsgeschichte gegen den vermeintlich stärksten Gruppen-Kontrahenten legen. „Vom Namen her ist Bilbao natürlich der beste Gegner. Die haben sich in der Quali durchgesetzt, das ist also eine Siegertruppe“, betonte Dardai.

​Mathew Leckie: "Das ist alles neu für uns"

Das aktuelle Athletic-Team, in Abgrenzung zum jüngsten Ablösesummen-Wahn noch immer traditionell ausschließlich von Profis mit baskischem Bezug gebildet, ist mit zwei Siegen und einem Remis in die spanische Liga gestartet und liegt in der Tabelle auf Rang vier. „Aber wir spielen zu Hause und da haben wir uns immer gut präsentiert. Wir wollen gewinnen“, sagte Dardai. Der Ungar führt mit 42 Einsätzen als Spieler selbst die Europacup-Bestenliste der Berliner vor Ex-Nationalspieler Arne Friedrich (37) an.

Für seine Profis ist die Europa League eine hervorragende Gelegenheit, sich zu präsentieren und weiterzuentwickeln, betonte der Trainer. Und die Akteure um den jungen Mitchell Weiser betreten mit Stolz, aber auch einem Schuss Ungewissheit die neue Bühne. „Es ist etwas Spezielles, Teilnehmer der Europa League zu sein“, erklärte Mathew Leckie, mit drei Treffern in vier Bundesligaspielen derzeit Herthas Torgarant Nummer eins. „Wir haben die Fähigkeit zu gewinnen, wir haben genug Qualität, vor allem zu Hause. Aber wir müssen die anderen Teams auch respektieren. Das ist alles neu für uns“, ergänzte der Australier.

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