Fans der BSG Chemie (Archivfoto) © Christian Nitsche

Groteske in Leutzsch: ATSV Wurzen verlässt beim dritten Elfmeter für die BSG den Platz

Nach 62 Minuten war mangels Gegner Schluss im Alfred-Kunze-Sportpark. Nun muss das Sportgericht über den Fall entscheiden.

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Leipzig. Und Plötzlich stand die BSG Chemie Leipzig ohne Gegner im Alfred-Kunze-Sportpark. Bei der Bezirksliga-Partie zwischen den Leutzschern und dem ATSV „Frisch Auf“ Wurzen verließen die Gäste eine Viertelstunde nach der Pause den Rasen. Kurz zuvor hatte Schiedsrichter Stefan Herde den dritten Elfmeter der Partie gepfiffen, den dritten zu Ungunsten des Tabellenschlusslichts aus Wurzen.

Zuvor schritt Erik Bader für die Grün-Weißen schon zwei Mal an den Punkt. Zwei Mal traf er. Das in dieser Partie keine Tore aus dem Spiel heraus fielen, hatte mit der Taktik der Gäste zu tun. Die Wurzener machten hinten dicht. Trotz geschätzten 90 Prozent Ballbesitz gelangten die Gastgeber so nicht zum Abschluss vor dem Gästetor. Da der ATSV robust verteidigte, gab der Schiedsrichter Strafstöße.

Schiedsrichter Herde seinerseits sah keinen Anlass zum Spielabbruch und forderte das Team zum weiterspielen auf. Vergebens. Über zehn Minuten herrschte auf allen Seiten Konfusion. Letztlich wurde die Partie beim Stand von 2:0 abgebrochen.

„Das war absolut unsportlich, was sich Wurzen da geleistet hat“, machte dagegen BSG-Coach André Schönitz seinem Ärger Luft, „von der Mannschaft, vom Trainer. Sowas hat doch nichts mehr mit Fußball zu tun.“ Er hätte den Eindruck gehabt, das Verlassen des Platzes sei geplant gewesen. Die Grün-Weißen hatten jedoch vom Elfmeter-Schießen auch nach dem Abbruch noch nicht genug: Der Ball lag ja schon auf dem Punkt. Die Gastgeber unterhielten die etwa 590 Zuschauer noch mit dem dritten Elfmeter des Tages.

Wie BSG-Vorstand Dirk Skoruppa nach dem Spiel mitteilte, kam es in der Woche vor der Partie zu Unruhe im Fanlager der Leipziger. Aus Kreisen der Anhänger wurde Kritik am ersten Torwart der Wurzener laut. Ihm wurde Nähe zur rechtsextremen NPD nachgesagt. Erst auf Drängen des ATSV hätte Keeper Mathias Möbius ein Stadtratsmandat nicht angetreten, welches er über die Liste der Partei erlangte. Allerdings stand Möbius am Sonnabend gar nicht im Kader der Wurzener, sondern wurde von Ersatzmann Alexander Nuß vertreten.

Trotz des Spielabbruchs sei im Stadion alles friedlich geblieben, so Schönitz. Auch die Leipziger Polizei wusste am Abend von keinen Vorkommnissen zu berichten. Schiedsrichter Stefan Herder verwieß am Sonntag auf den Verband und den Staffelleiter. "Ich darf dazu leider nichts sagen." Er habe seinen Bericht eingereicht, nun ist die Sportgerichtsbarkeit gefragt.

Landesklasse Sachsen Nord (Herren) Region/Leipzig BSG Chemie Leipzig (Herren) ATSV FrischAuf Wurzen (Herren)

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