27. Dezember 2018 / 20:49 Uhr

Grün-weißes Drama: SC DHfK Leipzig unterliegt Magdeburg in der Schlusssekunde

Grün-weißes Drama: SC DHfK Leipzig unterliegt Magdeburg in der Schlusssekunde

Antje Henselin-Rudolph
Der SC DHfK Leipzig spielte am 27. Dezember 2018 gegen den SC Magdeburg. Am Ball Philipp Weber.
Der SC DHfK Leipzig verliert das Ostderby gegen den SC Magdeburg mit 24:25. © Dirk Knofe
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Der Sieger im Ostderby der Handballbundesliga heißt SC Magdeburg. Mit 24:25 (13:11) verloren die Gastgeber aus Leipzig eine jederzeit spannende Partie.

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Leipzig. Was! Für! Ein! Spiel! In der mit 7231 Zuschauern ausverkauften Arena Leipzig haben sich der SC DHfK Leipzig und der SC Magdeburg am Donnerstagabend einen mitreißenden Schlagabtausch geliefert, bei dem es niemanden auf seinem Sitz hielt. Das glücklichere Ende hatte, wie viel zu oft in dieser Saison, der Gegner der Grün-Weißen für sich. Mit der Schlusssirene trafen die Gäste zum 24:25 (13:11).

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SC DHfK Leipzig - SC Magdeburg 24:25 Zur Galerie
SC DHfK Leipzig - SC Magdeburg 24:25 © Dirk Knofe
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Während sich auf dem Parkett eine weiße Jubeltraube bildete, herrschte in den Gesichtern der Hausherren Leere. „Die ganze gute Vorbereitung bringt nix. Gab ja wieder keine zwei Punkte“, meinte Niclas Pieczkowski. „Ich bin leer und traurig“, bekannte Coach André Haber. „Es ist schwierig, überhaupt noch Worte für das gesamte Jahr 2018 zu finden“, so Lukas Binder. „Da passt das Spiel wie die Faust aufs Auge.“ Immerhin richtete Geschäftsführer Karsten Günther den Blick nach vorn. „Es geht darum einen Ball mehr reinzuhauen und das haben wir heute nicht geschafft. Da müssen wir jetzt durch und die richtigen Lehren daraus ziehen.“

„Einmal Leipzig, immer Leipzig“ skandierten die Fans unmittelbar vor dem Anpfiff. Und von Beginn an hatte die Partie alles, wirklich alles, was so ein Derby braucht. Emotionen, packende Zweikämpfe, Intensität und ein bisschen aber doch nicht zu viel Giftigkeit. Nach sieben Minuten standen für die Hausherrn zwei Zeitstrafen zu Buche. Günther war schon nach zehn Minuten nicht mehr zu halten, schrie, gestikulierte. Alen Milosevic und Zeljko Musa lieferten sich zwischenzeitlich ein wortreiches Scharmützel. Die Unparteiischen verordneten „Milo“ eine Zwangspause. Der beruhigte sich kaum, pöbelte unentwegt weiter. Mehrere Teamkameraden waren nötig, um den Kreisspieler abzukühlen.

Das Handballjahr 2018 endet mit einer ganz unglücklichen Derby-Niederlage. Vor einer unglaublichen Kulisse von 7213 Fans...

Gepostet von SC DHfK Handball am Donnerstag, 27. Dezember 2018

DHfK-Coach Haber schickte eine äußerst stabile Defensive auf‘s Parkett, die über die gesamte erste und weite Teile der zweiten Hälfte äußerst aufmerksam verteidigte. Organisiert von Bastian Roscheck agierte die Abwehr unheimlich beweglich, verschob geschickt und machte dem SCM-Angriff das Leben schwerer, als es deren Trainer Bennet Wiegert recht sein konnte. „Ich möchte mehr Ausstrahlung sehen. Ich möchte den Willen sehen, das Spiel zu dominieren“, brüllte er in der Auszeit beim Stand von 11:8 für die Hausherren (24. Minute). Lohn der harten Leipziger Arbeit: Mehr als elf Tore brachten die Gäste in Halbzeit eins nicht zustande.

Doch natürlich hatten auch die Magdeburger ein oder zwei Trümpfe in der Hand. Da war zum Einen Keeper Jannick Green, der zwischenzeitlich vier DHfK-Würfe in Serie entschärfte. Und zum Anderen der hünenhafte Mittelblock mit Piotr Chrapkowski und Zeljko Musa. Es dauerte eine Weile, bis die Grün-Weißen das richtige Mittel dagegen fanden. Als sie es gefunden hatten, bekamen sie die Partie für längere Zeit gut in den Griff.

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André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): „Ich bin ganz schön leer. Ich weiß gar nicht so recht, was ich zum Spielverlauf sagen soll. Das ist unheimlich bitter. Wir haben im Angriff schöne Lösungen gefunden, führen mit fünf Toren, kassieren dann einen 2:8-Lauf. Michael Damgaard haben wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr gut abgedeckt. Ich bin einfach nur traurig.“ Zur Galerie
André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): „Ich bin ganz schön leer. Ich weiß gar nicht so recht, was ich zum Spielverlauf sagen soll. Das ist unheimlich bitter. Wir haben im Angriff schöne Lösungen gefunden, führen mit fünf Toren, kassieren dann einen 2:8-Lauf. Michael Damgaard haben wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr gut abgedeckt. Ich bin einfach nur traurig.“ ©

Nach der 13:11-Halbzeitführung und starkem Wiederbeginn konservierte der SC DHfK bis zur 45. Minute einen Vier- bis Fünf-Tore-Vorsprung, auch dank eines starken René Villadsen im Kasten. Dann schlugen erneut die Momente des Jannick Green, der den Hausherren binnen Minuten den Zahn zog - aus einem 19:15 war in der 49. Minute ein 19:20 geworden, trotz Auszeit. „Auf geht‘s Magdeburger Jungs“, schallte es jetzt durch die Arena. Was für ein Spiel!

Nun wurde es noch eine Spur lauter, noch intensiver. „Troldmand“ (Dänisch für Hexer) Villadsen hielt seine Vorderleute im Spiel, packte in der Schlussphase mehrere Paraden aus. Magdeburgs Abwehr rückte weit nach vorn, versuchte jeden grün-weißen Wurf im Ansatz zu verhindern. 73 Sekunden vor Ultimo stand ein 23:24 zu Buche. Noch einmal Auszeit der Gastgeber. Noch einmal den Fokus finden in diesem Tollhaus. Treffer Rojewski! Wer noch nicht heiser ist, ist es jetzt. Noch 16 Sekunden. Auszeit Magdeburg. Nervenzerfetzend. Und dann der letzte Wurf, aus dem Rückraum, mit aller Macht. 24:25. Oh Mann! „Der Sieg von Magdeburg ist fast ein bisschen unverdient“, kommentierte Franz Semper. „Damgaard hatten wir lange im Griff, am Ende hat es nicht mehr gereicht.“ Er war es, der den entscheidenden Treffer gesetzt hatte.

Leipzig: Villadsen; Putera; Semper (2); Wiesmach (1); Rojewski (2); Jurdzs; Krzikalla; Binder (1); Janke (4); Pieczkowski; Roscheck; Weber (9/4); Remke; Gebala (1); Milosevic (4); Santos.

Magdeburg: Green; Quenstedt; Musa (4); Chrapkowski; Reimann; Musche (6/3); Kluge; Pettersson; de la Peña (2); Jimenez; Cosano; Christiansen (3); Lagergren (2); Weber (3); Damgaard (6).

Siebenmeter: Leipzig 4/5; Magdeburg 3/4.

Strafen: Leipzig 4; Magdeburg 3.

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