Harpstedter TB Im vergangenen Jahr holte sich der Harpstedter TB den Pott. Wer triumphiert dieses Mal? © Ingo Möllers
Harpstedter TB

Hallenmeisterschaften des Kreises Oldenburg Land/Delmenhorst

30 Teams kämpfen an zwei Tagen in Hatten-Sandkrug um die Futsal-Krone

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Einige Jahre haben sich die Vereine aus Stadt und Land standhaft gegen eine Hallenmeisterschaft im Futsal gewehrt und stattdessen am herkömmlichen Hallenfußball festgehalten. Bis 2014 veranstalteten die Kreise Delmenhorst und Oldenburg-Land getrennte Titelkämpfe sehr erfolgreich und mit großer Resonanz. In den letzten drei Jahren sahen die Hallenfußballanhänger schließlich vereinigte Titelkämpfe der beiden Kreise in der Halle am Huder Bach. Doch Hallenfußball ist 2018 Geschichte, der DFB fordert von seinen Kreisen die Durchführung des modernen Futsals, wie er bei den Junioren schon seit Jahren praktiziert wird. Für das bevorstehende Wochenende können sich die hiesigen Herrenmannschaften nun nicht mehr drücken.

Nach zwei freiwilligen Turnieren im vergangenen Winter mit den Siegern TV Munderloh (Dezember 2016) und Harpstedter TB (Januar 2017) ist Futsal 2018 zur Pflichtveranstaltung geworden. Nach der Qualifikation im Dezember, wo sich von den 17 „tiefsten“ Klubs im Kreis sechs für die Endrunde qualifiziert hatten, sind am Sonnabend 30 Vereine in fünf Gruppen gefordert. Ausrichter ist die TSG Hatten-Sandkrug, gespielt wird zunächst in zwei Hallen. Die besten zwei Teams jeder Gruppe erreichen die Zwischenrunde am Sonntag. Diese beginnt um 10 Uhr. Die Gruppenersten und -zweiten spielen im Halbfinale über Kreuz die Finalteilnehmer aus, die sich ab 15.50 Uhr um die Futsal-Krone duellieren.

Viele Mannschaften betreten Neuland, wie es Wildeshausens Trainer Marcel Bragula gewohnt treffend formuliert: „Bis auf die jungen Spieler hat niemand Erfahrung im Futsal. Wir werden unsere Knie-Patienten schonen, wollen uns aber natürlich gut verkaufen. Trotz der veränderten Regeln ist Futsal immer noch Fußball.“ Wenn man sich im Kreis der vermeintlichen Favoriten umhört, stellt man fest, dass sie höchstens eine Futsal-Einheit in der Halle zur Vorbereitung absolviert haben. Die wurde genutzt, um sich mit dem schwereren Ball vertraut zu machen und den Spielern das Regelwerk zu erläutern. Einigen Mannschaften wie dem SV Tur Abdin standen gar keine Hallenzeiten zur Verfügung. Trainer Christian Kaya musste improvisieren und schickte seinen Spielern die Regeln via WhattsApp-Gruppe. Zum Glück gibt es beim Futsal üblicherweise 30 Minuten vor Beginn der jeweiligen Gruppe ein „technisches Meeting“, in dem die Schiedsrichter noch mal den Trainern, Mannschaftskapitänen und Torhütern die Feinheiten des Futsals erläutern.

Die Gruppen A und B starten am Sonnabend zeitgleich um 10 Uhr. Die Spielzeit beträgt bei allen Partien zwölf Minuten, wobei in der Schlussminute bei Unterbrechungen die Uhr angehalten wird. Der Titelverteidiger aus Harpstedt ist Futsal-erprobt. Übungsleiter Jörg Peuker bat diese Woche zweimal zum Training. Doch der HTB muss sich in Gruppe A gleich gegen fünf Delmenhorster Klubs zur Wehr setzen, an der Spitze der SV Atlas. Teammanager Bastian Fuhrken legt den Fokus „ganz klar auf die Oberliga, trotzdem müssen wir uns vernünftig präsentieren. Der Kader besteht aus jeweils sechs Spielern der ersten und zweiten Mannschaft. Im Tor wird Florian Urbainski stehen, unter anderem spielen auch Marco Prießner und Neuzugang Dennis Thüroff.“ Außerdem kämpfen der TV Jahn, der TuS Hasbergen sowie die Qualifikanten Borussia Delmenhorst und Delmenhorster BV um zwei Zwischenrundenplätze.

In der Gruppe B ragt der VfL Wildeshausen heraus, der immerhin vor Jahresfrist als letzter Hallenfußballmeister in die Geschichte einging. Besonders der TSV Ippener ist wie üblich sehr zu beachten, falls sich der technisch sehr versierte Kreisliga-Dritte auch taktisch clever verhalten sollte. Zu beachten ist – selbstverständlich für alle –, dass ab dem vierten Foul ein Zehnmeter verhängt wird, und danach auch für jedes weitere Foul. Einen Strafstoß aus zehn Metern zu verwandeln, ist bei Handballtoren natürlich kein Kinderspiel, aber das kleinere Futsal-Spielgerät kann mit guter Schusstechnik zum unhaltbaren Geschoss werden. Auf Überraschungen in der Gruppe B hoffen die Kreisligisten TSV Ganderkesee und SV Achternmeer sowie SV Tungeln und KSV Hicretspor aus der 1. Kreisklasse.

Auch die Staffeln C und D starten gleichzeitig, und zwar um 14 Uhr. Tur Abdin muss mit den zuletzt formstarken Kreisligisten VfR Wardenburg und TSV Großenkneten zwei vermutlich hartnäckige Konkurrenten distanzieren. Der Ahlhorner SV, die SF Wüsting und der SV Rethorn aus der 3. Kreisklasse vervollständigen die Gruppe. In der Gruppe D ist der SV Baris Delmenhorst die klassenhöchste Mannschaft. Trainer Önder Caki hofft auf ein besseres Abschneiden als beim eigenen Fußballturnier vor einer Woche. „Auf Futsal haben wir uns nicht speziell vorbereitet. Das Ziel ist trotzdem, die Finalrunde am Sonntag zu erreichen.“ Besonders der TuS Heidkrug mit vielen Futsal-erprobten jungen Spielern dürfte Baris richtig fordern. „Wir reisen mit einer Mannschaft an, die Lust und Laune auf die HKM hat. Einige Jungs werden das erste Mal vor so einer großen Kulisse spielen. Uns sind der Spaß an der Sache und der Teamgeist wichtig“, ordnet Heidkrug-Coach Selim Karaca das Futsal-Turnier ein.

Der TV Dötlingen und der Delmenhorster TB wollen mitreden, die Außenseiter kommen vom TV Falkenburg und den SF Littel. Die Gruppenphase beschließt die Gruppe E am Sonnabend ab 18 Uhr. Diese Sechserstaffel ist die vermutlich ausgeglichenste, mit dem VfL Stenum an der Spitze. „Wir haben uns ein wenig in unserer eigenen Halle vorbereitet und werden mit Spielern hinfahren, die den Futsal schon kennen“, berichtet VfL-Trainer Thomas Baake. Kreisligaprimus FC Hude ist kaum schwächer einzuschätzen. „Unser Fokus liegt klar auf der Meisterschaft und dem Wiederaufstieg, daher haben wir uns nur kurz auf die HKM vorbereitet. Wir haben der Mannschaft mitgegeben, sauberen, schnellen und fairen Hallenfußball zu spielen“, kündigt Hudes Co-Trainer Sascha Stolze an. In dieser Gruppe sind zudem der taktisch sehr clevere FC Huntlosen und das technisch starke Rot-Weiß Hürriyet vertreten. Dazu kommt mit dem TV Munderloh der ewige Auftaktsieger: auf dem Feld erster gemeinsamer Pokalsieger der Kreise Delmenhorst und Oldenburg-Land im Jahre 2013, in der Halle erster Gewinner 2015 und erster (freiwilliger) Futsal-Triumphator 2017. Team Nummer sechs ist der Bookholzberger TB.

Die Gruppe E trägt ihre Partien wie schon die Staffeln A und C in der größeren der beiden Hallen an der Schultredde in Sandkrug aus. Dort passen 400 Zuschauer hinein, und es gibt einen Zugang zur kleineren Halle mit etwa 100 Plätzen, wo die Gruppen B und D ausgetragen werden. Am Sonntag wird komplett in der großen Halle gekickt. Insgesamt werden die 20 Schiedsrichter 124 Partien leiten, rund 60 Helfer werden im Einsatz sein. Die Spiele werden gefilmt und können live im Cateringbereich angeschaut werden, wo die TSG Hatten-Sandkrug Speisen und Getränke anbietet. Der Aufwand ist immens und wird an zwei Tagen durchgezogen. Zuletzt in Hude ließ man sich für die gleiche Anzahl an Spielen vier Tage Zeit.

Die Eintrittspreise liegen bei vier Euro für einen Tag beziehungsweise sechs Euro für beide Tage. Die Regeln unterscheiden sich in Teilen vom normalen Fußball. Beispielsweise gibt es eine verschärfte Rückpassregel: Der Ball, der vom eigenen Torhüter gespielt wurde, darf so lange nicht zum eigenen Torhüter zurückgespielt werden, bis der Gegner den Ball zwischenzeitlich mal berührt hat. Banden gibt es nicht, der Torwart darf in die gegnerische Hälfte aufrücken. Wenn man sich darauf einlässt, ist es das, als was es Marcel Bragula bezeichnet: purer Fußball.

Borussia Delmenhorst (Herren) Delmenhorster BV (Herren) Harpstedter TB (Herren) SV Atlas Delmenhorst (Herren) TuS Hasbergen (Herren) TV Jahn Delmenhorst (Herren) SV Achternmeer (Herren) KSV Hicretspor Delmenhorst (Herren) SV Tungeln (Herren) TSV Ganderkesee (Herren) TSV Ippener (Herren) Ahlhorner SV (Herren) SF Wüsting (Herren) SV Rethorn (Herren) SV Turabdin Delmenhorst (Herren) VfR Wardenburg (Herren) Delmenhorster TB (Herren) SF Littel (Herren) SV Baris Delmenhorst (Herren) TuS Heidkrug (Herren) TV Dötlingen (Herren) TV Falkenburg (Herren) Bookholzberger TB (Herren) FC Hude (Herren) FC Huntlosen (Herren) RW Huerriyet Delmenhorst (Herren) TV Munderloh (Herren) VFL Stenum (Herren) Region/Bremen Bezirk Weser-Ems

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