Die Die "Alte Holze" im Stadion an der Lohmühle bleibt dicht © Felix König
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Hammer! VfB Lübeck macht die Alte Holze dicht!

Ab sofort bleibt die Traditionstribüne leer - weil die Behörden ihre "Gefahrenprognose" verschärft haben.

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Die Aufgabe, der sich die VfB-Vorstände Thomas Schikorra und Florian Möller am Montagabend stellten, war so heikel, wie der Inhalt der Briefe, die an knapp 100 treue Lohmühlengänger verschickt werden. Der VfB informiert nämlich, dass er ein Denkmal schließen wird. Die Alte Holze ist dicht! Und zwar ab Sonntag, 14 Uhr, wenn es zum Rückrundenstart gegen den FC St. Pauli II geht.

„Das ist keine schöne Botschaft und es tut uns leid für die Dauerkarteninhaber, von denen manche ja schon seit Jahrzehnten auf der Holze ihren Stammplatz haben“, bedauert Schikorra die unpopuläre Maßnahme, „aber wir hatten keine Wahl.“ Rund 90 Saisonticketinhaber und maximal 20 Tagesgäste sind pro Heimspiel auf der Traditionstribüne beheimatet, ihnen werden alternative Sitze auf der Haupttribüne angeboten. Rund 1000 Plätze werden bis auf weiteres nicht zur Verfügung stehen. Die Beschränkungen gelten nicht nur für die Regionalligaspiele, sondern auch für das geplante DFB-U19-Länderspiel im April gegen Dänemark. Und für das noch immer nicht terminierte Landespokalhalbfinale gegen Holstein Kiel. Übrigens wäre ein Cupsemifinale gegen die Störche zum zweiten Mal von einer Schließung betroffen. Das einzige Spiel bisher, für das die „Holze“ komplett dicht gemacht wurde, war das 123.Landesderby im November 2015 – aus Sicherheitsgründen.

"Wir bedauern, die Alte Holze schließen zu müssen, aber wir hatten keine andere Wahl."
(Thomas Schikorra, VfB-Vorstandssprecher)

Und um die geht es auch jetzt wieder. Auslöser war der Bauantrag des VfB, seine Stehplatzränge unter den Pappeln zu sanieren, steiler zu machen – den heißesten Fans, die dort seit der „Vertreibung“ von der Haupttribüne aus dem Block G6 zu Beginn der Saison, dort eine neue Heimat gefunden haben. „Die Behörden“, wie es der VfB jetzt sehr allgemein formuliert, nahmen den Antrag zum Anlass, das gesamte Sicherheitskonzept der Grün-Weißen einer Überprüfung zu unterziehen. Tatsächlich interessierten sich für die Pläne plötzlich nicht nur das Bauamt, sondern auch Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt. Und gemeinsam formulierten „die Behörden“ eine „aktualisierte Gefahrenprognose“, in der sie vor allem die Holztribüne ins Visier nahmen. Abgesehen davon, dass dort das ausdrückliche Rauchverbot schon mal ignoriert werde, dass Sicherheitswege nicht mehr up to Date sind, befürchtet man, der VfB könne nicht sicherstellen, dass auf der Alten Holze nicht Pyrotechnik gezündet werde. Der VfB stellt derzeit pro Heimspiel sechs Ordner allein für die „Holze“ ab, auf der 90 persönlich bekannte Dauerkarteninhaber die Spiele sehen, dazu kommen maximal 20 Tageskartenkäufer.

Schikorra: „Wir teilen diese Gefahrenprognose nicht.“ Weil aber eine behördliche Schließung drohte, der Bauantrag für die Stehtraveresen in Gefahr war, und um „haftungsrechtlich“ auf der sicheren Seite zu sein (schon ein Argument bei der G6-Block-Schließung), agierte der VfB offensiv, machte die Tribüne selbst dicht. Und: Um die angestrebte Drittligalizenz zu bekommen, müsste das gesamte Sicherheitskonzept fürs Stadion ohnehin stark überarbeitet werden. Schikorra: „Daran arbeiten wir – damit die Alte Holze so schnell wie möglich wieder geöffnet werden kann.“

Kreis Lübeck Region/Lübeck Regionalliga Nord Region Norddeutschland (Herren) VfB Lübeck

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