17. Februar 2018 / 21:43 Uhr

Handball-Bundestrainer Prokop: Das wars wohl!

Handball-Bundestrainer Prokop: Das wars wohl!

Jens Kürbis
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Handball-Bundestrainer Christian Prokop
Handball-Bundestrainer Christian Prokop © dpa
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Showdown in Hannover: Zeichen stehen auf Trennung. THW-Coach Gislason als Nachfolger?

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„Maritim Airport Hotel“ Hannover. Am Montag (19. 2.) will der Deutsche Handballbund (DHB) ab 16 Uhr auf dem Flughafen über das Ergebnis der Analyse der EM 2018 berichten. So steht es in einer DHB-Mitteilung. Nach dem desolaten Abschneiden in Kroatien (Platz neun) geht es aber nur um ein Thema: die Zukunft von Christian Prokop (39). Das zehnköpfige DHB- Präsidium wird zuvor über die Personalie des Bundestrainers entscheiden. Tendenz negativ.

DHB will WM-Medaille und 2020 Olympia-Gold

„Das ist eine ergebnisoffene Diskussion“, erklärte dagegen DHB-Vizepräsident Bob Hanning den Lübecker Nachrichten. Dass er gern mit Prokop, seinem Wunschtrainer, weiterarbeiten wolle, daraus macht er kein Hehl. „Auch Christian will weitermachen. Er hat alle Fehler eingeräumt, analysiert, ist zu den Spielern gefahren. Er hat alles getan. Jetzt geht es um die Frage: Trauen wir es ihm zu? Oder nicht?“, sagt Hanning. Die Mission ist für ihn „unverhandelbar“: eine Medaille bei der Heim-WM im Januar 2019, Olympia-Gold 2020.

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Bundesliga-Präsident Schwenker ist pessimistisch im Fall Prokop

Doch die Zeichen stehen auf Trennung. „Christian Prokop zu halten – das ist überaus schwierig“, erklärte Uwe Schwenker auf LN-Nachfrage. Als Präsident der Handball-Bundesliga (HBL) ist er Mitglied des Präsidiums und eine der Schlüsselfiguren bei der Entscheidungsfindung. Schwenker hat in den vergangenen Wochen mit Prokop, Spielern, Trainern und Managern der Liga gesprochen. „Ich habe mir ein umfassendes Meinungsbild verschafft.“ Das Ergebnis: Schwenker registrierte nach wie vor „atmosphärische Störungen“ zwischen der Mannschaft und Prokop.

Spieler drohen mit Rücktritt

Noch in dieser Woche gab es Versuche, den Riss zu kitten. „Es gab verschiedene Gespräche in verschiedenen Konstellationen“, bestätigte Hanning. So soll DHB-Sportvorstand Axel Kromer in einer Telefonkonferenz die Spieler gefragt haben, wer zurücktreten würde, wenn Prokop weitermache. Schwenker: „Die vielen Versuche zeigen doch, wie schwierig das Thema ist.“ Hanning weiß zudem: „Es gibt Gerüchte, dass drei, vier Spieler unter Christian nicht weitermachen wollen“. Nur: Offen bekannt hat sich bisher keiner. Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Andreas Wolff sollen dem Vernehmen nach der Contra-Fraktion angehören. Schwenker: „Wenn drei, vier Schlüsselspieler aufhören, reicht das schon. “

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200 000 Euro Abfindung stehen im Raum

Fest steht: Der DHB steht am Scheideweg. Hält der Verband an Prokop fest, wird er seine Philosophie durchsetzen, sein Team umkrempeln, wohl Kapitän Uwe Gensheimer absetzen. Kommt es zur Trennung, geht es auch ums Finanzielle. Der DHB muss noch rund 400 000 Euro Ablöse an den SC DHfK Leipzig zahlen, rechnet zudem mit 200 000 Euro Abfindung an Prokop (Vertrag bis 2022). „Das kann der Verband ab, ihm geht es finanziell so gut wie nie“, hatte Hanning bereits erklärt. Was er nicht sagte: Es ist auch sein Verdienst. Hanning hat seit 2013 für professionelle Strukturen gesorgt, Türen bei Sponsoren geöffnet.

Räumt Bob Hanning seinen Posten?

Doch jetzt ist auch er offenbar am Ende. Im Freundeskreis ließ er bereits durchblicken, dass er, wenn man seiner Idee (mit Prokop) nicht mehr folge, seinen Posten räumen werde. Gerade die zuletzt „bewusst geschürten Anschuldigungen“, wie die, dass er Prokop los werden wolle, haben ihm zugesetzt. „Das ist alles haltlos, da wird Politik gemacht“, sagt Hanning und gibt zu: „Ich kann nicht mehr.“

Heißer Prokop-Nachfolgekandidat: Alfred Gislason vom THW

Und wer käme nach Prokop? Eine Option soll, so wird in isländischen Handball-Kreisen berichtet, Kiels Noch-Trainer Alfred Gislason (58) sein. Der THW soll demnach bereits signalisiert haben, den Isländer aus seinem bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag vorzeitig freizugeben. Für Schwenker ist das noch kein Thema: „Das wäre der zweite vor dem ersten Schritt.“

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