10. Januar 2019 / 06:01 Uhr

Analyse des DHB-Teams vor der Heim-WM: Wie gut ist Deutschland?

Analyse des DHB-Teams vor der Heim-WM: Wie gut ist Deutschland?

Jens Kürbis
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Das DHB-Team startet gegen Südkorea in die Heim-WM.
Das DHB-Team startet gegen Südkorea in die Heim-WM.
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Heute beginnt die Handball-WM in Deutschland und Dänemark. Das DHB-Team startet mit dem Spiel gegen Korea ins Turnier. Der SPORTBUZZER schaut genau hin: Wie gut ist die Mannschaft von Trainer Christian Prokop?

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Am Mikro vor sich nestelnd, schaut Christian Prokop mit festem Blick in die Runde. Fast scheint es, als sei der Bundestrainer schon im Tunnel, im Spiel gegen Korea, als ihn die ersten Fragen ins Jetzt zurückholen. Am Tag vor dem WM-Anwurf sind zehn Kameras und die Augen von 120 Journalisten auf ihn gerichtet. Heute, wenn Deutschlands Handballer in Berlin in die Heim-Titelkämpfe starten (18.15 Uhr, ZDF), schaut nicht nur die Welt des Handballs zu. Erstmals in der WM-Geschichte tritt eine gesamtkoreanische Mannschaft an – ein Spiel mit Symbolkraft.

DHB-Coach Prokop erstaunlich locker

Die Heim-WM, die Auftaktpartie, die politische Dimension, eine bis auf 150 Restkarten mit 14 800 Zuschauern ausverkaufte Arena – noch vor einem Jahr wäre Prokop der Druck, die Last aus jeder Pore seines Körpers gedrungen. Doch der 40-jährige Cheftrainer zeigt nun eine erstaunliche Lockerheit. Beim ersten öffentlichen Training einer DHB-Mannschaft überhaupt, scherzte er, schrieb danach mit seinen Jungs eine Stunde lang Autogramme.

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Doch auch ihm ist anzumerken, dass es Zeit wird. „Ich spüre, dass ich die Mannschaft nur noch loszulassen brauche. Ich muss da keine zehn Aktivitäten mehr reinknallen“, so Prokop. Doch die große Frage ein Jahr nach der blamablen EM, dem neunten Platz in Kroatien: Kann Deutschland zwölf Jahre nach dem WM-Gold von Köln das Wintermärchen wiederholen?

Der SPORTBUZZER macht die Analyse: Wie gut ist das DHB-Team?

Die Stärken: „Die Abwehr muss und wird unser Fundament sein. Da rühren wir Beton an“, verspricht Finn Lemke. Mit dem Kieler Duo Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek stellt der 2,10-Meter-Riese das Gerüst. Außerhalb eher ein Mann der leisen Töne, ist er auf dem Feld der „Aggressive Leader“. Und: Ob in der 6-0- oder in der 3-2-1-Formation – in beiden Varianten überzeugte das DHB-Team zuletzt. Noch ein Plus: Zwischen den Pfosten ist das Team mit dem Kieler Andreas Wolff und dem Berliner Silvio Heinevetter Weltklasse besetzt.

Wolff ist von Prokop zwar als Nummer eins gesetzt, doch Heinevetter, der Mann für spektakuläre Paraden, machte zuletzt den stärkeren Eindruck. Defensive, Torhüter und Tempospiel über die schnellen Außen – das ist der Dreiklang, der Deutschland durchs Turnier tragen muss.

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Die DHB-Stars Patrick Wiencek (l.) und Uwe Gensheimer (r.) sind bei der WM 2019 dabei, das entschied Bundestrainer Christian Prokop (Mitte).   Zur Galerie
Die DHB-Stars Patrick Wiencek (l.) und Uwe Gensheimer (r.) sind bei der WM 2019 dabei, das entschied Bundestrainer Christian Prokop (Mitte).   ©
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Die Schwächen: Ein Manko ist der Positionsangriff. Nach dem Ausfall von Julius Kühn fehlt es an einem Shooter, einem Mann für einfache Tore. Kein Rückraumspieler hat internationale Topklasse. Die Stärke kann da nur über die Breite, das Unausrechenbare kommen. 

Das große Fragezeichen: die Mitte. Lenker, Denker und Regisseur ist Martin Strobel. Er spielt in der 2. Liga in Balingen. Als klassischer Verbinder bringt er Ruhe ins Spiel. Nur: Torgefahr? Fehlanzeige. Anders Fabian Wiede, der Rückraumrechte als Mitteersatz. Darauf setzt auch Prokop: „Er bringt Frische rein, verharrt nicht in starren Mustern.“ 

Das kleine Fragezeichen: Auf rechts außen ist das DHB-Team nach dem Reichmann-Aus nur mit Patrick Groetzki besetzt. Reicht das fürs Tempospiel? Groetzki antwortet: „In jedem Fall, ich bin fit, spiele bei den Löwen auch immer 60 Minuten durch. Und mal Hand aufs Herz: Wer das nicht könnte, sollte auch kein Nationalspieler sein.“

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Heimvorteil als größtes Plus

Das größte Plus: der Heimvorteil. 2000 Fans beim Training – das gab es noch nie. Fünf Spiele in Berlin, drei hoffentlich in Köln – alles Heimspiele vor fast 15 000 sowie 19 000 Zuschauern. Was für ein Rückhalt. Die Fans können das Team tragen. „Ich wünsche mir, dass sie uns helfen, wenn es nicht läuft“, sagt Kapitän Uwe Gensheimer.

Das Fazit: Spielt sich Deutschland mit seinen Stärken in einen Rausch, ist das Halbfinale und auch eine Medaille drin. Sogar der Titel. Auch wenn laut einer Umfrage nur 3 Prozent der Deutschen daran glauben

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