14. Januar 2019 / 07:28 Uhr

Handball-WM: Deutschland gegen Russland gefordert - Riesenschritt oder Rückschlag? 

Handball-WM: Deutschland gegen Russland gefordert - Riesenschritt oder Rückschlag? 

Redaktion Sportbuzzer
Twitter-Profil
Die Deutschen Uwe Gensheimer (von links), Matthias Musche und Fabian Wiede jubeln nach Spielende. Das Trio freut sich auf das Duell mit Russland.
Die Deutschen Uwe Gensheimer (von links), Matthias Musche und Fabian Wiede jubeln nach Spielende. Das Trio freut sich auf das Duell mit Russland. © dpa
Anzeige

Im dritten WM-Spiel gegen Russland können die deutschen Handballer einen großen Schritt in Richtung Hauptrunde machen. Die DHB-Auswahl ist aber gewarnt, weil sie ein unangenehmer Gegner erwartet.

Buzzer deine Meinung!
  • Fail
    -
    Fail
  • Läuft
    -
    Läuft
  • Krass
    -
    Krass
  • WTF
    -
    WTF
  • Kopf Hoch
    -
    Kopf Hoch
  • Peinlich
    -
    Peinlich
Anzeige

Fabian Böhm nahm sich mit Uwe Gensheimer, Finn Lemke und Silvio Heinevetter eine kleine „Kaffee-Auszeit“ in der Mall of Berlin. Unerkannt blieben sie dabei nicht. „Wir sind immer wieder angesprochen wurden. Die Leute haben uns viel Glück gewünscht. Das ist schon ein tolles Gefühl“, berichtete der Hannoveraner. Mit dem 34:21-Sturmlauf gegen Brasilien, dem zweiten Sieg im zweiten Spiel, ist die Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland so richtig angekommen.

Beim Samba-Tanz mit den Männern vom Zuckerhut, die tags zuvor fast Weltmeister Frankreich gekippt hätten, verwandelten die 13.500 Fans die Arena am Ostbahnhof in ein Freudenhaus. „Oh, wie ist das schön“, hatten sie schon lange vor dem Schlusspfiff gesungen, das Team immer wieder mit spontanen Standing Ovations gefeiert. Andreas, der Wolff im deutschen Tor, hatte sie mit ersten Paraden auf Betriebstemperatur gebracht. Die 13.500 schrien seinen Namen immer wieder mit solch einer Hingabe, als ob sie den Kieler adoptieren wollten. „Andi ist explodiert, die Halle ist explodiert. Der Wahnsinn. Er hat die Bühne zu seiner Bühne gemacht“, schwärmte DHB-Sportvorstand Axel Kromer.

Mehr zur Handball-WM

Eine Energie, die sich auf alle Spieler übertrug. Auf Uwe Gensheimer, der zehn Mal traf, und als „Man of the match“ gefeiert wurde: „Ich habe mich gefühlt wie ein Popstar.“ Auf Steffen Fäth, den sonst so sensiblen Rückraumlinken, der nach zwei Fahrkarten, breite Brust zeigte, weiter warf und traf. Aber vor allem auf die Abwehr. Sie blockte, verdichtete, wühlte – und das klug. Das Zentrum: Weltklasse.

„Eine Monster-Abwehr“

Was die Kieler Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek im Mittelblock abräumten – eine Lehrstunde, die in jedes Handballbuch Eingang finden sollte. „Eine Monster-Abwehr, ich hatte ja kaum noch was tun. Wenn das weiter so bleibt, werde ich sauer“, sagte Wolff und grinste schelmisch. In Zahlen las sich das so: 9:2 nach 15, 14:5 nach 25 Minuten. Eine Demonstration der Stärke. Da geriet auch Christian Prokop ins Schwärmen: „Fantastische Atmosphäre, fantastisches Spiel. Das war das schönste Spiel, seit ich Bundestrainer bin, macht richtig Lust auf mehr.“

Hier abstimmen: Wie weit kommt Deutschland?

Mehr anzeigen

Auch bei den Fans. In der Spitze schauten mehr als acht Millionen vor den TV-Bildschirmen zu. „Überragend“, fand dies Kromer und legte nach: „Das war der finale Startschuss für Vollgas-Handball.“ Denn jetzt kommen die ganz großen Brocken. Russland am Montag (18 Uhr/So könnt ihr das Spiel live sehen!), gut 24 Stunden später Weltmeister Frankreich am Dienstag (20.30 Uhr/ZDF). Dann wird auch Rückraumspieler Franz Semper wieder dabei sein. Er hatte mit Schüttelfrost gegen Brasilien pausiert. „Er war den ganzen Tag bei der Mannschaft und wir gehen davon aus, dass er spielen kann“, sagte Co-Trainer Alexander Haase.

Kohlbacher und Wolff sind überzeugt

Die zwei nächsten Partien, sie sind für das DHB-Team nach dem leichten Einstieg der richtungsweisende Wurf für die Heim-WM. „Wir wollen mit null Minuspunkten in die Hauptrunde nach Köln“, kündigte Jannik Kohlbacher an. Zimmerkollege Andreas Wolff ist davon überzeugt: „Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, auf ganz hohem Niveau zu spielen, dass wir Großes erreichen wollen. Das oberste Ziel ist es, den Pott im Land zu behalten.“

Handball-WM: Diese DHB-Stars teilen sich ein Doppelzimmer

Die DHB-Stars um Andreas Wolff, Patrick Wiencek und Uwe Gensheimer (v.l.n.r.) schlafen während der WM in einem Hotel am Potsdamer Platz in Berlin.  Zur Galerie
Die DHB-Stars um Andreas Wolff, Patrick Wiencek und Uwe Gensheimer (v.l.n.r.) schlafen während der WM in einem Hotel am Potsdamer Platz in Berlin.  ©
Anzeige

Fabian Böhm erwartet gegen Russland ein „hitziges Spiel, die sind gefährlich im Tempogegenstoß, haben eine stabile Abwehr“. Und in Timur Dibirov (35) von Vardar Skopje einen Leader, Weltklasse-Linksaußen, der auch als vorgezogene Spitze in der Abwehr den Raum gut verteidigt. Frankreich, der Titelverteidiger, der den nach einer Zeh-Operation im Oktober offenbar wieder genesenen Star Nikola Karabatic nachholte, ist für Böhm „einer der Topfavoriten, auch wenn sie bisher nicht so souverän waren“.

Doch auch er weiß, dass die deutsche Mannschaft mit dem unglücklichen Spielplan vor allem körperlich vor einer großen Herausforderung steht. Böhm: „Das werden zwei knallharte Spiele.“ Gehen die erfolgreich aus, muss er mit seinen Jungs die „Kaffee-Auszeit“ von der Mall of Berlin ins Hotel verlegen. Mit der Ruhe wäre es dann endgültig vorbei. Eine schöne Perspektive . . .

Die aktuellen TOP-THEMEN

Mehr Fußball vom Sportbuzzer

Anzeige
Sport aus aller Welt