10. Januar 2019 / 22:05 Uhr

Handball-WM: Deutschland schlägt Korea zum Auftakt locker

Handball-WM: Deutschland schlägt Korea zum Auftakt locker

Jens Kürbis
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Starker Auftakt von Andreas Wolff und Co. - Deutschland hat das Auftaktspiel der Handball-WM gewonnen.
Starker Auftakt von Andreas Wolff und Co. - Deutschland hat das Auftaktspiel der Handball-WM gewonnen. © imago/Camera 4
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Der Anfang ist gemacht: Die deutschen Handballer starten mit einem klaren Sieg in die Heim-WM. Der lockere Erfolg im Auftaktspiel gegen klar unterlegene Koreaner macht Mut für die Medaillen-Mission im eigenen Land. Es passt aber trotz toller Stimmung noch nicht alles.

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Deutschlands Handballer hatten gerade Korea mit 30:19 (17:10) bezwungen, einen Start nach Maß in ihre Heim-WM hingelegt, doch Andreas Wolff war schon beim nächsten Gegner: „Brasilien am Samstag, das wird ein ganz anderes Kaliber.“ Der Kieler Keeper war mit 15 Paraden der Rückhalt zwischen den Pfosten, wurde auch zum Man of the Match gewählt, doch Korea hatte er schon abgehakt. „Die Brasilianer sind physisch viel stärker, da müssen wir aufpassen, dass wir nicht einen auf das Brett bekommen.“ Aber Kapitän Uwe Gensheimer war positiv gestimmt: „Für uns war wichtig, dass wir gut ins Turnier starten und vor dieser Kulisse spielen.“

Koreaner Su-young Jung erzielt erstes Tor der Handball-WM 2019

Korea, der Auftakt, er war auch zu leicht um bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Ein lockeres Warm-up. Sportlich keine denkwürdige Partie, politisch schon. Es war der erste Auftritt einer vereinten koreanischen Handball-Mannschaft – und das an historischer Stätte, unweit der Mauer im wiedervereinten Berlin. „Sport ist die Plattform, unter der ein Land mit einer Flagge und einer Vision antreten kann“, erklärte so auch Hassan Moustafa, Präsident des internationalen Verbandes IHF. Reichlich politische Prominenz, dazu ein in weiß gewandeter, rund 100-köpfiger Korea-Fanblock und eine mit 13 500 Zuschauern ausverkaufte Arena bildeten dafür den würdigen Rahmen. Dass ausgerechnet Koreas Rückraumrechter Su-young Jung für das erste WM-Tor sorgte, passte ins Bild.

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Die deutsche Nationalmannschaft stellt sich zum Teamfoto vor den Fans auf. Zur Galerie
Die deutsche Nationalmannschaft stellt sich zum Teamfoto vor den Fans auf. ©
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„Da waren viel Emotionen im Spiel. Für Korea und für uns“, befand Bundestrainer Christian Prokop. Für den Magdeburger WM-Neuling Matthias Musche wurde „ein Traum wahr. Der Augenblick, als wir in die Arena eingelaufen sind, war unbeschreiblich. Da war Stolz, Freude. Es war schwer fokussiert zu bleiben.“ Doch nach Patrick Wienceks Ausgleich nahm die Partie den erhofften, den erwarteten Verlauf. Die Abwehr packte gegen die kleinen, wendigen Koreaner zu, verdichtete, schob, wühlte, blockte. Kurzum, sie rührte Beton an. Dazu ein bissiger Andreas Wolff im Tor. Der erste Anzug passte. Bundestrainer Prokop hatte mit seinem Gefühl Recht behalten. Er hatte sein Team nur noch loslassen müssen.

Deutschland zeigt Klassenunterschied auf - Prokop zufrieden

Korea, mit schnellem Passspiel und überraschenden Würfen, verkürzte zwar auf 5:7, doch das war’s. Nach 22 Minuten, beim Stand von 13:7, hatte sich das DHB-Team freigespielt. „Die Jungs haben das bravourös gelöst“, war auch Prokop zufrieden. „Wir haben über weite Strecken clever und schlau verteidigt, hatten auch wenig technische Fehler und viele Tore über den Kreis. Das hat mir gut gefallen.“

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Doch der Klassenunterschied, er war schon im Vorfeld auszumachen. Korea hatte im Testspiel gegen Drittligist Potsdam verloren. Und: Das vereinigte Team vereinte mit 20 Spielern gerade mal 116 Länderspiele. Im deutschen Team hatte allein Silvio Heinevetter 177 in seiner Vita stehen. Schnell war klar: Es wird ein Spiel zum Reinkommen, fürs Selbstvertrauen. Auch für Steffen Fäth. Der Rückraumlinke, der zuletzt bei den Löwen zu lange und zu oft die Bank drücken musste, ließ es aus dem Rückraum krachen. Vier blitzsaubere Treffer bis zur Pause. Der beim EM-Gold 2016 beste deutsche Rückraumspieler deutete an, wie wertvoll er im Turnierverlauf noch werden kann. Wie andere Spieler übrigens auch. „Wir konnten alle Spieler reinbringen. Das war gut“, sagte Prokop.

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Deutschland vergibt zu viele Chancen

Einziger Wermutstropfen: Deutschland hätte schon zur Pause deutlicher führen müssen, war zu oft an Koreas Bestem, Keeper Jaeyong Park (17 Paraden), gescheitert. „Die Chancenverwertung hat mir nicht gefallen“, befand Prokop, ergänzte aber schnell: „Das will ich nicht an die große Glocke hängen.“

Deutschlands Handballer spielten die Partie souverän runter – ohne zu glänzen. „Von uns ist jetzt einiges abgefallen. Wir haben aber noch deutlich Steigerungspotential“, erklärte Finn Lemke. Abgehakt – bis zum Spiel gegen Brasilien. Das sah auch Prokop so.

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