14. Januar 2019 / 19:32 Uhr

Handball-WM: Siegesserie beendet! DHB-Team mit Remis gegen Russland

Handball-WM: Siegesserie beendet! DHB-Team mit Remis gegen Russland

Jens Kürbis
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Steffen Weinhold (beim Wurf) und das DHB-Team konnte erstmals bei dieser WM nicht gewinnen. 
Steffen Weinhold (beim Wurf) und das DHB-Team konnte erstmals bei dieser WM nicht gewinnen.  © imago/Jörg Schüler
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Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat Russland bei der WM im eigenen Land nicht schlagen können. Das Team von Bundestrainer Christian Prokop kam am Montagabend nicht über ein 22:22 hinaus. 

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Es sind die letzten Sekunden des Spiels. Ballbesitz Russland. 13.500 Fans stehen, schreien im Chor „Deutschland, Deutschland“. So als wollten sie mit vereinten Kräften, den Angriff abblocken. Doch Sergej Mark Kosorotov, der 19-Jährige, das Rückraumtalent aus Moskau, fasst sich ein Herz, steigt hoch, wirft und trifft. Deutschland bleiben nur fünf Sekunden, ein direkter Freiwurf von Steffen Fäth. Doch der bleibt im russischen Block hängen. Aus und vorbei. Deutschland hat gegen Russland einen schon sicher geglaubten Sieg, eine Vier-Tore-Führung weggeworfen, mit einem 22:22 (12:10) den vorzeitigen Einzug in die Hauptrunde verpasst. Es ist der erste Dämpfer. Im Gipfeltreffen mit Frankreich steht die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop am Dienstag (20.30 Uhr/ZDF) nun schon unter Zugzwang.

Unangenehme Russen

Gegen den Weltmeister muss die deutsche Mannschaft sich aber wieder steigern. Gegen die unangenehmen Russen fand Prokops Mannschaft zunächst keinen Zugang zum Spiel. Das lag zum einen daran, dass der Gegner deutlich besser verteidigte als zuletzt noch die Brasilianer. Vor allem aber knüpfte Deutschlands Torhüter Andreas Wolff im ersten Durchgang nicht an seine zuvor starken Turnierleistungen an. In der ersten Viertelstunde parierte der Keeper des THW Kiel lediglich einen Wurf. Noch vor der Pause brachte Prokop erstmals den zweiten Torhüter Silvio Heinevetter aufs Feld. "Ich denke, dass wir mit dem Punkt nicht zufrieden sein können. Wir hätten den Sack zehn Minuten vor dem Ende zu machen können", erklärte Wolff in der ARD.

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Während Wolff schon früh aufgrund seiner eigenen Leistung fluchte und mit dem Kopf schüttelte, funktionierte in der Offensive immerhin die Chancenverwertung einigermaßen. Kapitän Gensheimer verwandelte fast alle seiner Versuche gewohnt treffsicher, auch die Würfe aus dem Rückraum saßen meist. Dennoch blieb die Partie eng, weil die Russen trotz der lautstarken Pfiffe des Publikums ihre Angriffe zielsicher abschlossen. Daran konnte auch die gewohnt solide deutsche Defensive nichts ändern, auch weil es bei den russischen Gegenstößen teilweise noch in der Kommunikation untereinander haperte.

Aber die DHB-Auswahl steigerte sich - was auch mit der Hereinnahme von Jannik Kohlbacher zu tun hatte. Während im ersten Durchgang das Angriffsspiel mit den Kreisläufern noch nicht funktioniert hatte, wurde es mit Kohlbacher besser. Der 23-Jährige schuf wichtige Räume und schloss auch selbst erfolgreich ab. Schon nach wenigen Minuten in der zweiten Hälfte baute die deutsche Mannschaft ihren Vorsprung erstmals auf vier Tore aus. Jetzt kamen auch die Fans auf Touren, welche die DHB-Auswahl auch im dritten WM-Spiel lautstark durch die Partie begleiteten.

Wolff angestachelt

Das stachelte vor allem den bislang schwachen Wolff an. In der 40. Minute zeigte der 1,98 Meter große Hüne seine erste Glanztat des Spiels, als er den Gegenstoß eines Russen über das Tor lenkte. Dennoch blieben die Russen dank ihres überragenden Keepers Victor Kireew dran. „Bleibt cool“, lautete der Tenor in einer Ansprache Prokops während des zweiten Durchgangs.

Bis zur dramatischen Schlussphase beherzigte seine Mannschaft das. Doch als Paul Drux ein fataler Abspielfehler unterlief, gelang den Russen der Ausgleich. "Es war über 60 Minuten ein extrem enges Spiel, die Russen haben es gut gemacht. Wir schießen den einen zu früh und dann mache ich einen dummen Fehler", sagte Drux. "Wir haben einen Punkt verloren. Wir sind gefestigt, jeder ist jetzt aber erstmal enttäuscht. Wir müssen jetzt schnell runterkommen, weil wir morgen wieder spielen." Fabian Böhm brachte die DHB-Auswahl 45 Sekunden vor dem Ende erneut in Front. Doch Russland schaffte wenige Sekunden vor der Schlusssirene erneut das Remis.

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