31. Dezember 2018 / 12:12 Uhr

Hannover 78 nimmt Kurs auf Deutsche Rugby-Meisterschaft, doch der Nachwuchs fehlt

Hannover 78 nimmt Kurs auf Deutsche Rugby-Meisterschaft, doch der Nachwuchs fehlt

Stefan Dinse
Erleichtert: Die Rugby-Spieler von Hannover 78 feiern ihren Derby-Sieg gegen Germania List im April 2018.
Erleichtert: Die Rugby-Spieler von Hannover 78 feiern ihren Derby-Sieg gegen Germania List im April 2018. © Florian Petrow
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Hannover 78 ist nicht nur das erfolgreichste Rugby-Team Hannovers, sondern auch Titelfavorit für die Deutsche Meisterschaft - und für die Mannschaft des Jahres der Neuen Presse nominiert. Im Interview erklärt Kapitän Christopher Kopp ihren Erfolg, das Saisonziel und warum ihnen der Nachwuchs Sorgen macht.

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Christopher Kopp, Kapitän des Rugby-Bundesligisten Hannover 78, spricht über ein starkes Jahr 2018 des Nordmeisters und über Sorgen im Nachwuchsbereich.

Eine einzige Bundesliga-Niederlage hat 78 in dieser Saison kassiert, beim Berliner RC. Wie konnte das passieren?

Wir hatten damit jedenfalls nicht gerechnet. Das hat aber einige auf den Boden der Tatsachen geholt und uns als Team stärker zusammengebracht.

Vergangene Saison gab es keine Pleite, 78 ist zur Nordmeisterschaft marschiert.

Ja, wir haben damit eine Durststrecke überwunden, waren ja sogar in der Stadt auf Platz zwei zurückgefallen. Nun sind wir da, wo wir hinwollen.

Die Bilder vom hannoverschen Rugbyderby zwischen Hannover 78 und Germania List (April 2018):

Spielszene aus dem hannoverschen Rugbyderby zwischen Hannover 78 und Germania List. Zur Galerie
Spielszene aus dem hannoverschen Rugbyderby zwischen Hannover 78 und Germania List. ©
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Was sind die Gründe für den Erfolg?

Wir haben auf allen Positionen einen megageilen Konkurrenzkampf. Keiner kann sich sicher sein, dass er spielt. Dadurch verbessern sich alle.

Das Trainergespann Benjamin Krause und Steven Bouajila hat noch mit Ihnen und etlichen anderen bei 78 gespielt. Haben es die beiden dadurch leichter?

Eher im Gegenteil, würde ich sagen. Sie müssen härter durchgreifen. Aber dafür machen sie ihre Sache prima. Sie ziehen eine gute Linie.

Mit Pascal Fischer ist ein sehr wichtiger Mann zurück im Team. Dafür ist mit Kain Rix ein Nationalspieler weg. Wie macht sich das bemerkbar?

Pascal ist nach seiner langen Verletzung wieder da, wo er vorher war. Sehr stark. Kain ist mit seinem extrem guten Laufspiel schwer zu stoppen, auf seiner Position fängt der von Germania List gewechselte Jarrod Saul das weitgehend auf. Aber wie gesagt, wir haben viele gute Leute.

Mit Jan Piosik und Michel Himmer haben zwei junge Leute einen großen Sprung gemacht, Piosik schaffte es ins Nationalteam. Hat 78 viel starken Nachwuchs?

Jan kann es weit bringen, auch Michel ist ein Ausnahmetalent. Aber der Nachwuchs macht uns Sorgen, er ist unsere größte Baustelle.

78-Kapitän Christopher Kopp: Haben extreme Probleme im Nachwuchs.
78-Kapitän Christopher Kopp: "Haben extreme Probleme im Nachwuchs." ©

Was ist das Problem?

In der Jugendarbeit bleibt extrem viel zu tun. Momentan haben wir keine eigene U18. Etwa vier Jahre müssen wir warten, dann kommen wieder starke Jahrgänge. Wir müssen den Unterbau voll bekommen, damit es kein böses Erwachen gibt.

Nach dem Rückzug von Mäzen Hans-Peter Wild gibt es im Süden einen Umbruch, etliche Profis haben den Meister Heidelberger RK verlassen. Was bedeutet das für das deutsche Rugby?

Ich denke, es tut der Bundesliga gut. Die Leistungsträger haben sich verteilt, es gibt sehr spannende Spiele auf hohem Niveau.

Kann auch 78 davon profitieren? Zuletzt war gegen die Südklubs ja stets in der Vorschlussrunde Endstation.

Ob es am Ende reicht, kann ich nicht sagen. Unser Ziel sollte aber das Erreichen des Endspiels sein. Wenn wir die Nordstaffel als Erster beenden und somit im Halbfinale Heimrecht hätten, sollten wir das schaffen können.

Zum Team: Das ist Hannover 78

Rugby-Erstligist Hannover 78 ist ungeschlagen Nordmeister im 15er-Rugby geworden. Das gab es vorher noch nicht – und wurde bei der Feier zum 140-jährigen Vereinsbestehen kräftig gefeiert. Das erfolgreiche Trainerduo Benjamin Krause/Steven Bouajila hat seit Mitte 2017 überhaupt erst ein Punktspiel verloren – in der laufenden Saison beim Berliner RC. Im olympischen Siebener-Rugby gab es DM-Bronze für 78.

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