Engagiert an der Seitenlinie für Hannover 96: Daniel Stendel Engagiert an der Seitenlinie für Hannover 96: Daniel Stendel © imago/combo
Engagiert an der Seitenlinie für Hannover 96: Daniel Stendel

Das Ende eines Traums: Was Stendel bei 96 bewirkt hat - und was nicht

Daniel Stendel weckte Hannover 96 wieder auf – verschlief aber die Weiterentwicklung des Teams. Die nun erfolgte Trennung ist die Konsequenz daraus.

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Nicht immer leicht zu verstehen, wie sich die Beziehungskisten zwischen Trainern, Spielern und Verein entwickelt. Nur ein paar Tage fehlten, dann hätte Daniel Stendel sein Einjähriges bei 96 feiern können. Doch - er wurde entlassen und durch André Breitenreiter ersetzt. (aktuelle Infos gibt´s es hier im Live-Ticker). 

Der Trennungsschritt verwundert nicht. Wir blicken zurück.

Am 4. April 2016, seinem 42. Geburtstag, wurde der U-19-Trainer zum Übergangstrainer befördert. Nach der bleiernen Schaaf-Zeit wirbelte Stendel da noch wie der jugendlich-frische Wind, der durch den muffigen Verein wehte. Mannschaft und Fans wirkten befreit. Endlich einer aus dem eigenen Laden, der Bock auf 96 hatte und mal richtig durchlüftete.

Daniel Stendel: Eine Karriere in Bildern

Als Spieler war Stendel 2002 unter Ralf Rangnick schon aufgestiegen, als Jugendtrainer hatte er den Club kennengelernt. Einer, der es wie Thomas Tuchel aus der eigenen Jugend nach oben schaffen könnte. Einer, der endlich den Worten Taten folgen ließ und auf Talente setzte. Waldemar Anton und Noah Sarenren-Bazee wurden zu Stammspielern.

Absturz eines Trainertalents - auf Raten

Hannover jubelte sich euphorisiert sogar dem Abstieg entgegen. Zur Belohnung bekam Stendel einen Vertrag bis Juni 2018. Das sollte nur der Anfang sein – hatte 96 nicht einen Trainer gefunden, der eine Ära prägen konnte?

8. April 2016: Daniel Stendel feiert im
 Berliner Olympiastadion seine Premiere in der Bundesliga. 96 macht beim 2:2 einen frischen Eindruck. Mit Waldemar Anton und Noah Sarenren-Bazee setzt Stendel auf zwei 96-Talente. 8. April 2016: Daniel Stendel feiert im Berliner Olympiastadion seine Premiere in der Bundesliga. 96 macht beim 2:2 einen frischen Eindruck. Mit Waldemar Anton und Noah Sarenren-Bazee setzt Stendel auf zwei 96-Talente. © imago/Sven Simon

Nicht mal ein Jahr später ist der Traum geplatzt – und Stendel entzaubert. Tatsächlich war es der Absturz eines Trainertalents auf Raten – und gescheitert ist er letztlich an seinen Wurzeln: Stendel hat versucht, mit gestandenen Profis wie mit Jugendspielern zu arbeiten. Seine harte Ansprache, sein knüppelhartes Training – so hat Stendel die Mannschaft nach und nach verloren.

1,74  Punkte pro Spiel holte 96 unter Daniel Stendel. In der Bundesliga-Abstiegssaison gab es acht Punkte aus sechs Spielen, in der zweiten Liga 46 aus 25 Partien.

Dass das lange nicht so auffiel, lag allein an der Mannschaft. 96 hat wirklich wieder ein Team, das diesem Titel auch verdient. Die Mannschaft ist sich einig, sie will aufsteigen und alles dafür tun – egal, wer Trainer ist.

Stendel hat nie eine Stammelf gefunden

Aber irgendwer muss die Mannschaft ja aufstellen. Da lag Stendel immer häufiger daneben. Er rotierte seine Mannschaft durch, als wäre er Pep Guardiola und als wäre Iver Fossum Arjen Robben. Eine Entwicklung zum Besseren ist nicht zu erkennen, eine Stammelf hat Stendel nie gefunden. Spieler wie Niclas Füllkrug bekamen Alibichancen, aber keine echte.

Immer problematischer in der vergangenen Wochen auch Stendels Sturheit. Er ist überzeugt, sein Weg ist der richtige. Dabei hat der Trainer übersehen, dass er es allein nicht schaffen kann.

Zum 43. Geburtstag wäre Stendel zu wünschen, dass er als Trainer erwachsen wird. Und –nun, da es bei 96 für ihn als Cheftrainer vorbei ist – er eine neue Chance bekommt. Unwahrscheinlich, dass er sich wieder in der 96-Jugend einsortieren will. Obwohl es für 96 nicht die schlechteste Lösung wäre.

Den Liveticker mit allen Informationen und Einschätzungen zum Trainerwechsel bei Hannover 96 findet Ihr unter diesem Link.

18. März 2017: Daniel Stendel beim 0:0 auf St. Pauli. Seine zum Aufstieg
verdammte Mannschaft fiel aus den Aufstiegsrängen. Auch spielerisch enttäuschte 96 erneut.  
18. März 2017: Daniel Stendel beim 0:0 auf St. Pauli. Seine zum Aufstieg verdammte Mannschaft fiel aus den Aufstiegsrängen. Auch spielerisch enttäuschte 96 erneut. © imago/Ruhnke
Hannover 96 (Herren) Fussball 2. Bundesliga Region/Hannover

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