03. Dezember 2017 / 17:39 Uhr

Hannover 96: Diese emotionale Geschichte steckt hinter dem Tor von Charlison Benschop

Hannover 96: Diese emotionale Geschichte steckt hinter dem Tor von Charlison Benschop

Redaktion Sportbuzzer
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Charlison Benschop: Traf per Kopf zum 1:1-Ausgleich. Sehr präsent in Zweikämpfen, rieb sich für die Mannschaft auf. Note: 3
Charlison Benschop durfte gegen Bayern München endlich wieder jubeln. © AP Photo/Matthias Schrader
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Nach langer Leidenzeit feierte Charlison Benschop ausgerechnet gegen den FC Bayern München sein Startelf-Comeback. Und der Angreifer traf bei der 1:3-Niederlage auch noch zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Das Tor in der 35. Minute hatte für Benschop dabei eine ganz besondere Bedeutung.

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Einem 96-Spieler konnte die 1:3-Niederlage gegen den FC Bayern München die Laune nicht verderben: Charlison Benschop. Der Angreifer stand fast exakt zwei Jahre nach seinem letzten Startelf-Einsatz für die Profis von Hannover 96 wieder von Beginn an auf dem Platz und machte gegen den Rekordmeister auch noch den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich.

Die Freude über den Treffer war groß, nicht nur beim Neu-Nationalspieler von Curacao. "Die Mannschaft hat sich super für mich gefreut. Meine Familie, die Kinder, meine Mutter, die Jungs in der Kabine haben mir sehr geholfen", sagte Benschop und fügte an: "Mein Handy explodiert jetzt."

Seit letztes Bundesliga-Tor hatte der 28-Jährige am 15. August 2015 in Darmstadt erzielt. Es war sein erster Treffer im ersten Pflichtspiel für die Roten nach seinem Wechsel von Fortuna Düsseldorf an die Leine. Bald darauf begann die lange Leidenszeit des Stürmers. 446 Tage fehlte der Benschop verletzt. Zuletzt spielte er nur noch für die Reserve in der Regionalliga Nord. Vor einem Monat traf er bei der 2:3-Niederlage gegen den VfB Oldenburg. Und nun also die Bayern ... – statt Frederik Lach hießen die Gegenspieler am Sonnabend wieder Boateng und Hummels.

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Die Überraschung war groß, als Benschops Name ausgerechnet gegen die Millionen-Truppe auf der Anzeigentafel in der Allianz-Arena aufflackerte. Würde er in München überhaupt etwas reißen können? Der Angreifer gab die Antwort auf dem Platz. Auf dem rechten Flügel war er sehr präsent in den Zweikämpfen, rieb sich für die Mannschaft auf, eroberte Bälle. Dass er in den vergangenen anderthalb Jahren nur 25 Minuten Profifußball erlebt hat, war dem Offensivspieler nicht anzusehen.

"Seinen Einsatz hat er sich das aufgrund seiner Trainingsleistungen in den vergangenen Wochen verdient. Er ist endlich mal über längere Zeit verletzungsfrei. Er hat gute Momente gehabt in der Ballsicherung", sagte 96-Trainer André Breitenreiter nach dem Spiel.

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In der 35. Minute zappelte der Ball plötzlich im Netz. Der Torschütze: Charlison Benschop. Nach einer Ecke von Felix Klaus hatte er sich im Luftkampf gegen Joshua Kimmich und Robert Lewandowski durchgesetzt und den Ball zum Ausgleich eingeköpft. Benschop drehte zum Jubeln ab - den Blick gen Münchener Nachthimmel gerichtet.

Denn die 35. Minute war nicht irgendeine Minute für den Angreifer. Benschops Vater verstarb 2003 mit nur 35 Jahren - der kleine Charlie war da erst 13. Die Zahl 35 hat für den 96-Stürmer seitdem eine besondere Bedeutung. Nicht umsonst trägt er die Trikotnummer 35. "Unglaublich, dass ich in so einem Spiel, in so einer Minute getroffen habe. Ich glaube, Papa war ein bisschen böse, weil er solange darauf gewartet hat. Ich kann gar nicht beschreiben, was für ein Gefühl ich habe", sagte Benschop.

So ist auch der Beitrag des 1,91 Meter großen Angreifers bei Instagram zu verstehen.

Words can’t describe this feeling🙏🏽35🙌🏽

A post shared by Charlison Benschop (@_cb35) on

"Das Tor hat er wunderbar gemacht und wird ihm guttun", lobte Breitenreiter. Endlich wieder gespielt, endlich wieder getroffen und dann auch noch in dieser Minute. Für Benschop überwog die Freude nach dem Spiel mehr als der Frust über die Niederlage. Wer will es ihm verdenken?

Und der Papa im Himmel ist auch wieder glücklich...

Sascha Priesemann

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